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Shadow-Streaming: High-End-PC auch auf Mac, iPad & Co.

23.05.2018 | 10:10 Uhr |

Mit der Shadow-App soll jeder schwache PC, ein alter Mac oder sogar das Smartphone zur High-End Windows-10-Maschine werden – nicht nur für Spiele.

Das Angebot von Blade ist beeindruckend: Anstatt sich immer die neueste Hardware zu kaufen, um aktuelle Software und vor allem Spiele in hoher Auflösung zum Starten zu bringen, lässt man einen entfernten PC diese Arbeit für sich erledigen. Dieser ist immer auf dem aktuellen Stand, wie die Anbieter versprechen: ”Die Komponenten eines Shadow Computers befinden sich in streng gesicherten, lokalen Rechenzentren. Wir verwenden modernste Technologie, um ein Bild in perfekter Auflösung von bis zu 4K auf die Shadow Box oder die Shadow Apps zu übertragen, frei von jeglicher Verzögerung.” Die Hardware entspricht derzeit einem PC mit Xeon-Prozessor, Nvidia-GPU, gleichwertig zu einer GTX 1080, 12 GB RAM Arbeitsspeicher und einer virtuellen Festplatte mit 256 GB. Außerdem eine Internetverbindung mit 1 GBit/s. Auf Empfängerseite werden mindestens 15 Mb/s vorausgesetzt, wobei volle Kompatibilität zu Glasfaser, DSL, 4G, Ethernet sowie WLAN bestehen soll. Bisher gibt es Clients für macOS , Windows und Android, iOS soll demnächst erscheinen. So will Shadow einen leistungsfähigen Windows-10-PC zum Spielen, Arbeiten und Surfen bereitstellen, sodass auch an sich inkompatible Geräte wie iPad oder ein Mac für bestimmte Spiele oder Windows-Software mit voller Leistungsfähigkeit einsetzbar sind. Der Anbieter offeriert sogar eigene Hardware in Form der Shadow-Box , die übergroße PCs verbannen soll und über Ausmaße von lediglich (L x B x T) 190 x 185 x 110 Millimeter verfügt, dazu ein Gewicht von nur 661 Gramm. Dieser enthält diverse USB-Anschlüsse und weitere Ports, die einen vollwertigen PC-Ersatz bieten sollen.

Das Ganze hat natürlich seinen Preis, und dies im Abonnement. Der Dienst ist bereits in Deutschland offiziell verfügbar , allerdings mit einer limitierten Anzahl an Zugängen, auch die Preise stehen schon fest, am günstigsten ist es beim Abschluss eines zwölfmonatigen Abonnements mit 30 Euro im Monat, wer es drei Monate lang ausprobieren möchte, zahlt dafür 35 Euro monatlich, und monatlich ohne weitere Bedingungen werden 45 Euro pro Monat fällig. Die Shadow Box kann man für 120 Euro dazu kaufen oder für acht Euro monatlich leihen.

Doch die wichtigste Frage ist, ob und wie das Angebot überhaupt funktioniert. Hierzu haben die Kollegen von Golem.de bereits Erfahrungen sammeln dürfen. So haben diese nach eigener Aussage per Stream "Far Cry 5", das es normalerweise für den Mac gar nicht gibt, in höchster Auflösung auf einem ”mittelschnellen Macbook” laufen lassen und sind zufrieden. Später spielen die Redakteure von Golem.de von den Entwicklern von Blade gereichten Tablets oder Smartphones an der gleichen Stelle und mit denselben Grafikeinstellungen einfach weiter. Die Steuerung erfolgt dort über ein per Bluetooth gekoppeltes Gamepad. Spiele und Software muss man übrigens wie gewohnt selbst erwerben und sie auf der virtuellen Windows-Festplatte installieren.

Als Alternative nicht nur für Mac-User, sondern auch für PC-Besitzer mit älteren Geräten klingt das fraglos nach einem interessanten Angebot, wenn man bereit ist, das Geld dafür auszugeben, über eine genügend schnelle Internetverbindung verfügt und sich das System auch in der Praxis bewährt. Eine weitere Möglichkeit ist das vergleichbare System von Nvidia , mit dem sich freilich ausschließlich Spiele auf einen Mac oder PC streamen lassen, hier befindet man sich noch in der Beta-Phase. Ein Preis steht dafür noch nicht fest.

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