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Shadow-Streaming: High-End-PC auch auf Mac, iPad & Co.

23.05.2018 | 10:10 Uhr | Thomas Hartmann

Mit der Shadow-App soll jeder schwache PC, ein alter Mac oder sogar das Smartphone zur High-End Windows-10-Maschine werden ÔÇô nicht nur f├╝r Spiele.

Das Angebot von Blade ist beeindruckend: Anstatt sich immer die neueste Hardware zu kaufen, um aktuelle Software und vor allem Spiele in hoher Aufl├Âsung zum Starten zu bringen, l├Ąsst man einen entfernten PC diese Arbeit f├╝r sich erledigen. Dieser ist immer auf dem aktuellen Stand, wie die Anbieter versprechen: ÔÇŁDie Komponenten eines Shadow Computers befinden sich in streng gesicherten, lokalen Rechenzentren. Wir verwenden modernste Technologie, um ein Bild in perfekter Aufl├Âsung von bis zu 4K auf die Shadow Box oder die Shadow Apps zu ├╝bertragen, frei von jeglicher Verz├Âgerung.ÔÇŁ Die Hardware entspricht derzeit einem PC mit Xeon-Prozessor, Nvidia-GPU, gleichwertig zu einer GTX 1080, 12 GB RAM Arbeitsspeicher und einer virtuellen Festplatte mit 256 GB. Au├čerdem eine Internetverbindung mit 1 GBit/s. Auf Empf├Ąngerseite werden mindestens 15 Mb/s vorausgesetzt, wobei volle Kompatibilit├Ąt zu Glasfaser, DSL, 4G, Ethernet sowie WLAN bestehen soll. Bisher gibt es Clients f├╝r macOS , Windows und Android, iOS soll demn├Ąchst erscheinen. So will Shadow einen leistungsf├Ąhigen Windows-10-PC zum Spielen, Arbeiten und Surfen bereitstellen, sodass auch an sich inkompatible Ger├Ąte wie iPad oder ein Mac f├╝r bestimmte Spiele oder Windows-Software mit voller Leistungsf├Ąhigkeit einsetzbar sind. Der Anbieter offeriert sogar eigene Hardware in Form der Shadow-Box , die ├╝bergro├če PCs verbannen soll und ├╝ber Ausma├če von lediglich (L x B x T) 190 x 185 x 110 Millimeter verf├╝gt, dazu ein Gewicht von nur 661 Gramm. Dieser enth├Ąlt diverse USB-Anschl├╝sse und weitere Ports, die einen vollwertigen PC-Ersatz bieten sollen.

Das Ganze hat nat├╝rlich seinen Preis, und dies im Abonnement. Der Dienst ist bereits in Deutschland offiziell verf├╝gbar , allerdings mit einer limitierten Anzahl an Zug├Ąngen, auch die Preise stehen schon fest, am g├╝nstigsten ist es beim Abschluss eines zw├Âlfmonatigen Abonnements mit 30 Euro im Monat, wer es drei Monate lang ausprobieren m├Âchte, zahlt daf├╝r 35 Euro monatlich, und monatlich ohne weitere Bedingungen werden 45 Euro pro Monat f├Ąllig. Die Shadow Box kann man f├╝r 120 Euro dazu kaufen oder f├╝r acht Euro monatlich leihen.

Doch die wichtigste Frage ist, ob und wie das Angebot ├╝berhaupt funktioniert. Hierzu haben die Kollegen von Golem.de bereits Erfahrungen sammeln d├╝rfen. So haben diese nach eigener Aussage per Stream "Far Cry 5", das es normalerweise f├╝r den Mac gar nicht gibt, in h├Âchster Aufl├Âsung auf einem ÔÇŁmittelschnellen MacbookÔÇŁ laufen lassen und sind zufrieden. Sp├Ąter spielen die Redakteure von Golem.de von den Entwicklern von Blade gereichten Tablets oder Smartphones an der gleichen Stelle und mit denselben Grafikeinstellungen einfach weiter. Die Steuerung erfolgt dort ├╝ber ein per Bluetooth gekoppeltes Gamepad. Spiele und Software muss man ├╝brigens wie gewohnt selbst erwerben und sie auf der virtuellen Windows-Festplatte installieren.

Als Alternative nicht nur f├╝r Mac-User, sondern auch f├╝r PC-Besitzer mit ├Ąlteren Ger├Ąten klingt das fraglos nach einem interessanten Angebot, wenn man bereit ist, das Geld daf├╝r auszugeben, ├╝ber eine gen├╝gend schnelle Internetverbindung verf├╝gt und sich das System auch in der Praxis bew├Ąhrt. Eine weitere M├Âglichkeit ist das vergleichbare System von Nvidia , mit dem sich freilich ausschlie├člich Spiele auf einen Mac oder PC streamen lassen, hier befindet man sich noch in der Beta-Phase. Ein Preis steht daf├╝r noch nicht fest.

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