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Sicherer als Virenscanner? F-Secure stellt Xfence vor

06.04.2017 | 13:28 Uhr |

F-Secure kündigt mit Xfence eine neue Sicherheitslösung für den Mac an, das Tool basiert auf Little Flocker.

Es ist eine bekannte Schwäche von Antvirensoftware ist, dass sie im Prinzip nur bekannte Malware sicher erkennen und blocken kann. Völlig anders geht da die neue Mac-Lösung Xfence von F-Secure vor, die der finnische Antivirensoftware-Hersteller jetzt angekündigt hat. Die bald auch als Beta-Software verfügbare Lösung für macOS ist keine neue Entwicklung, es handelt sich offenbar um das Tool Little Flocker des bekannten Sicherheitsspezialisten Jonathan Zdziarski. Nachdem Apple ihn als Entwickler eingestellt hat , scheint F-Secure die Lösung aufgekauft zu haben. Sie soll anfangs in die Business-Lösungen, später auch die Consumer-Lösungen integriert werden.

Der Vorläufer Little Flocker meldet Dateizugriff mit einem solchen Warnfenster.
Vergrößern Der Vorläufer Little Flocker meldet Dateizugriff mit einem solchen Warnfenster.

Das Sicherheitsprogramm ist eine interessante Lösung und hatte in ersten Tests einen guten Eindruck gemacht. Es funktioniert völlig anders als ein herkömmlicher Virenscanner und erinnert eher an Tools wie BlockBlock oder Little Snitch. Xfence bzw. Little Flocker ist eher eine Art Datei-Firewall, die den Zugriff auf Nutzerdaten überwacht und per Warnfenster meldet. Sie beobachtet das Verhalten anderer Apps auf verdächtige Aktionen und schützt auch Daten auf externen Medien. Aktionen einer Ransomware, wie das Verschlüsseln aller Word-Dokumente, sollten so verhindert werden können. Zugriffe auf die iSight und Mikrofon, etwa von einer Spyware, soll die Software ebenfalls erkennen und melden. Als weitere Schutzfunktion warnt die Software, wenn Programme sogenannte Startobjekte installieren. Diese sorgen dafür, dass beim Systemstart Hintergrundprogramme aktiv werden. Dabei handelt es sich zwar meist um harmlose Programme, unter Umständen aber auch eine Spyware. Weiter sensible Systembereiche wie die Pairing-Daten wertet das Tool ebenso aus, etwa welche Mobilgeräte oder Bluetooth-Geräte mit dem Mac verbunden sind. Wie ein Test unserer Schwesterpublikation Macworld zeigte, kann aber die Nutzung anfangs aber etwas unkomfortabel sein. Nach der Installation startet ein Lern-Modus, in dem man anfangs viele Aktionen eigens erlauben muss – ähnlich wie beim bekannten Tool Little Snitch. Eine Beta-Version soll in Kürze über die Webseite verfügbar sein. Hinweis: F-Secure bietet auch eine herkömmliche Antivirensoftware für den Mac an, diese hatte in unseren letzten Vergleichstests eher schlechte Erkennungsleistungen bei Mac-Malware gezeigt. Die Software Xfence ist da eine interessante Ergänzung.

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