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„Sie halten es falsch“: Face ID funktioniert, ist aber nicht perfekt.

10.11.2017 | 15:18 Uhr | Stephan Wiesend

Das System funktioniert hervorragend, wie revolutionär das System ist, bleibt aber noch umstritten.

Es gibt wohl kein Sicherheitssystem, das beim Erscheinen so intensiv getestet wurde wie Face ID. Man kann mit dem neuen Sicherheitssystem schnell und komfortabel sein iPhone X entsperren, auch Schals, Mützen und Brillen bringen es nicht aus dem Tritt.

Besonders begeistert von dem neuen System ist etwa Rich Mogull , der mit Face ID erstmals das Prinzip der „Continuous Authenticitation“ verwirklicht sieht: Nur durch den Blick auf das iPhone ist man schließlich authentifiziert. Dank Face ID kann man ja wirklich einige Funktionen „auf Automatik“ schalten, die man sonst deaktivieren würde. Face ID schützt etwa in Safari das Ausfüllen von Passwörter, kann Bezahlungsvorgänge erlauben und Banking-Apps starten. Der Sperrbildschirm zeigt auf Wunsch außerdem nur dann Nachrichten, wenn der Besitzer des iPhones erkannt wird. Wer alternative Authentifizierungssysteme wie RSA-Token, Schlüsselkarten und automatisch verfallende Firmen-Passwörter kennt, weiß diesen Komfort zu schätzen.

Ohne Kritik blieb Face ID nicht. So kann man bisher nur eine einzelne Person einscannen, bei Touch ID konnte man ja zusätzlich die Fingerabdrücke von Ehefrau oder einem Kind speichern. Da man aber Dritten auch einfach die Pin mitteilen kann, ist dies nach unserer Meinung kein schwerwiegendes Problem.

„Schwachstelle“

Ohne Zweifel hat sich Apple bei Face ID viele Gedanken gemacht und das System ist sehr sicher. So sind uns auch erfolgreiche Versuche, Face ID auszutricksen nicht bekannt. Auch die jetzt von der Computerbild verkündete „Schwachstelle“ von Face ID kann uns nicht recht überzeugen: Den Testern ist es nämlich gelungen, eine Wachsfigur von Vitali Klitschko einzuscannen. Die naturgetreue Nachbildung, die das System eigentlich als „Nicht menschlich“ erkennen sollten, konnte dann mit Face ID auch wieder entsperrt werden. Allerdings ist dies nach unsere Meinung kein echter Beweis, ist es doch etwas völlig anderes, da ja exakt dieser Wachskopf gespeichert wurde. Es wurde nicht nachgewiesen, dass man einen Menschen einscannen und mit einer Wachsfigur entsperren kann. Und kann jemand Face ID zurücksetzen und einen Wachskopf einlesen, muss er uneingeschränkten Zugriff auf das System haben.

Falsche Haltung

Verbesserungsfähig ist Face ID zweifellos, nach unserer Meinung lässt aber ganz einfach die Qualität der Sensoren noch zu wünschen übrig: So fiel uns während unserer Tests auf, dass man sich das Gerät nicht zu nah vor das Gesicht halten darf. Hält man sich das iPhone nämlich kurzsichtig vor das Gesicht, schlägt die Erkennung fehl. Ideal sind laut Apple anscheinend 20 bis 50 Zentimeter Entfernung, damit das komplette Gesicht erfasst wird. Manchmal ist es außerdem lästig, dass Face ID nur im richtigen Winkel funktioniert. Nur im Porträtmodus funktioniert die Gesichtserkennung problemlos. Steht das iPhone X dagegen umgedreht oder im Landschaftsmodus in einem Stativ, muss man doch wieder die PIN eingeben. Als Sicherheitsfunktion ist Face ID nach unserer Meinung zwar erstklassig, bis zur von Rich Mogull gefeierten „Continuous Authenticiation“ ist aber wohl doch noch ein langer Weg.

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