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Skyroam Solis – WLAN-Spot und Android-Batterie für unterwegs

19.07.2018 | 14:46 Uhr |

Wer Reisen außerhalb der EU plant, fragt sich wohl nach den besten Optionen für eine Internet-Verbindung.

Reisezeit  – iPhone, Macbook und iPad kommen auch mit. Das Hotel verspricht zwar kostenloses WLAN, wir haben uns aber vorgenommen, nicht nur am Pool oder in der Bar zu sitzen, sondern Land und Leute kennen zu lernen. Selbst wenn wir als einzige digitale Hilfsmittel Karten und Übersetzer nutzen – so ganz ohne Internetanschluss geht es im Urlaub dann doch nicht. Wie aber unterwegs die Verbindung halten?

Seit Sommer 2017 muss man sich eigentlich keine Gedanken mehr machen, wenn man innerhalb der EU verreist und ab und zu online gehen will: Die Mobilfunkanbieter sind dazu verpflichtet, in der Europäischen Union kostenloses Roaming anzubieten. Wer weiter reisen will, steht aber nach wie vor vor dem Dilemma: Wie gehe ich im Ausland online?

Eine etwas andere Lösung bietet Skyroam an: Statt einer eSIM oder eines virtuellen Vertrages mit dem lokalen Provider stattet der Hersteller seine Nutzer mit einer Art Hockey-Puck aus. Diese beliefert dann die angebundenen Geräte mit WLAN-Signal, nach Wunsch kann man das Gerät noch als Powerbank hernehmen. Eine eierlegende Wollmilchsau also?

Einrichtung

Wie sich in unserem Test herausgestellt hat: Nicht ganz. Doch der Reihe nach. Die Einrichtung geht so leicht wie möglich vonstatten. Schon auf der Packung sind die nötigen ersten  Schritte genau dargestellt: Das Gerät aufdrehen, eine Folie von den Batterien entfernen, Skyroam Solis aufladen. Anders als bei vergleichbarem mobilen Zubehör gibt es keine App, sondern eine mobile Webseite, die die Verbindung steuert und die nötigen Daten wie die verbleibenden Tage oder die Akkuladung anzeigt. Ist Solis aufgeladen, kann man das eigene iPhone oder andere Smartphones oder Tablets mit dem Internet verbinden. Dafür schaltet man das Gerät ein, den Power-Knopf kann man übrigens nicht übersehen – es gibt auf der Oberfläche nur noch diesen einen. Solis braucht nach unserer Erfahrung eine bis drei Minuten, bis es das WLAN-Netzwerk stabil aufgebaut hat. Das sieht man an dem leuchtenden WLAN-Zeichen. Rotiert die Anzeige noch, heißt es, Skyroam Solis baut gerade die Verbindung auf oder sucht nach dem nächsten Sendemast.

Danach geht es schnell ins Internet: Man wählt sich in das Netzwerk "#Skyroam_XYZ" und tippt auf dem Gerät aufgedruckte Passwort ein. In Safari geht es auf die Seite "a.skyroam.com", dort muss man nur noch den nächsten Tagespass aktivieren.

Praxiserfahrungen

In unserem fast zweiwöchigen Test quer durch Deutschland, Polen und die Ukraine hat sich Skyroam als zuverlässiger WLAN-Begleiter erwiesen. Die Akkuladung reichte in den meisten Fällen für zwei Tage Surfen unterwegs. Die Geschwindigkeiten bei der Verbindung hatten wir mit der hauseigenen App "4GMark" gemessen. Allerdings hatten wir nicht die versprochenen LTE-Geschwindigkeiten erreicht. Setzte die Telekom-Verbindung im Freien von 30 bis 65 MBit/s im Download und 12 bis 30 MBit/s im Upload durch, lieferte Skyroam 5 bis 7 MBit/s im Down- und Upload. In Polen ergab sich ein ähnliches Bild: die polnische Tochter der Telekom konnte in unseren Tests im LTE-Netz 25 bis 32 MBit/s im Up- und Download durchsetzen, Skyroam wartete dagegen nur  mit 4 bis 6 MBit/s auf.

Konnte man mit den gelieferten Internet-Verbindungen gut leben, sieht es momentan ganz anders bei der Ladefunktion aus. Sämtliche iPhones der Redaktion und ihrer Mitarbeiter – vom iPhone 6 über iPhone SE bis iPhone X – ließen sich nicht an der Skyroam-Powerbank aufladen. Der Hersteller weist für das Gerät  5 Volt bei 1,5 Ampere Output-Energie aus, rein technisch gesehen würde dies für jedes Smarthone aus der oben genannten Reihe völlig ausreichen – Apples eigene USB-Netzteile liefern 5 Volt bei einem Ampere. Nur die Android-Geräte der Kollegen aus der PC-Welt-Redaktion reagierten auf die Skyroam-Powerbank und zapften Energie. Das Skyroam-Gerät selber wird von zwei wiederaufladbaren AA-Batterien betrieben. Die Vollaufladung des Geräts dauert in der Regel vier bis sechs Stunden.

Preise und Verfügbarkeit

In Deutschland lässt sich Skyroam über den Online-Shop des Herstellers liefern, alternativ kann man das Gerät auch auf Amazon erwerben . Der Zugang zum Internet für 24 Stunden heißt bei Skyroam Dailypass und kostet acht Euro pro Tag . Die Hardware Skyroam Solis kostet nochmals extra – 149 Euro –  der Anbieter bietet jedoch noch einen Tarif an, in dem sich Dailypasses und das Gerät mieten lassen. Ein Dailypass kostet dann knapp 10 Euro, allerdings ist dieser Service momentan nur in den USA verfügbar. Skyroam bewirbt sein Angebot mit dem "uneingeschränkten Datentarif", das stimmt jedoch nur zum Teil: Auf einer FAQ-Seite des Anbieters findet sich ein Hinweis zu einem Limit von 500 MBytes. Hat der Nutzer diese Datenmenge bereits ausgenutzt, wird die Geschwindigkeit auf 2G-Niveau gedrosselt.

Empfehlung

Vor allem für diejenigen, die einige Zeit und gleich mehrere Länder außerhalb der EU für den Urlaub einplanen, wird Skyroam interessant. Wer jedoch in einem Land bleiben will, dem empfehlen wir, sich vor der Reise über die lokalen Anbieter zu informieren. Oft kostet ein Monatstarif in beispielsweise Thailand nur ein Bruchteil dessen, was hierzulande für eine mobile Internetanbindung verlangt wird.

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