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Slideflow – Bilder vom Mac auf den Smart-Fernseher

11.12.2017 | 12:56 Uhr |

Bilder vom Mac direkt auf den Fernseher streamen – das geht nur mit speziellen Netzwerk-Apps, so wie Slideflow.

 Slideflow für Diashows auf dem Smart TV stammt von Entwickler VeprIT . Ähnlich wie Mirror for Samsung TV oder die entsprechenden Mac-Apps für LG, Sony und Panasonic und ausgestattet mit derselben Technologie, sucht Slideflow im heimischen WLAN nach kompatiblen Smart-TVs, in unserem Fall ist das ein Samsung Full-HD Smart TV von 2017.

Präsentation wahlweise auf dem Mac oder Smart-TV

Im Grunde geht es ganz einfach: Die gewünschten Bilder zieht man in die übersichtlich gemachte Benutzeroberfläche von Slideflow 1.0.1, das klappt beispielsweise auch aus Apple Fotos hervorragend. Dann wählt man entweder den Export der Bilder als Film in den Mac-Finder. Solange man die kostenlose Variante nutzt, wird dabei am unteren Bildschirmrand als Wasserzeichen der Hinweis auf den Entwickler angezeigt. Das lässt sich, wenn man mit dem Programm zufrieden ist, für 3,49 Euro im App Store abschalten. Ist der Export gelungen, kann man den fertigen Film inklusive Musik (Vorgabe im Programm) und vorgewählter Dauer der Einzelbildpräsentation betrachten – inbegriffen ist auch die Funktion ”Zoom on face”, was im Grunde dem bekannten Ken-Burns-Effekt entspricht. Die Übergänge zwischen den einzelnen Bildern geschehen sanft per Überblendung.

Export großer Diashows

Update vom 11.12.: Nach Rücksprache mit Entwickler Demid Borodin und neuen Testläufen können wir unsere Ergebnisse leicht revidieren. Als nach nur einem Teil der importierten Fotos der Bildschirm unseres Smart-TVs – wie unten ausführlich beschrieben – schwarz wurde, eine Fehlermeldung zeigte oder zum normalen Fernsehprogramm zurückkehrte, haben wir die ganze Sache naturgemäß beendet. Doch wenn man wie in unserem Fall vielleicht zehn Sekunden wartet, manchmal mehr, manchmal weniger, läuft die Dia-Show in vielen Fällen doch weiter. Es wird sozusagen seitens des Programms auf dem Mac ”nachgeladen”. Dies ist so gelöst, damit man nicht das Ende des Exports abwarten muss, sondern schneller loslegen kann. Auf flotteren Macs mag sich dieses Problem weniger bemerkbar machen als auf unserem (wenn auch aufgerüsteten) Mac Mini, dennoch bleibt es dabei, dass eine Diashow ab einer bestimmten Anzahl von Bildern in kleinere Videos unterteilt wird. Es gibt keine Option, doch abzuwarten, bis der Export fertig ist und dann unterbrechungsfrei zu sichten. Leider auch keine Möglichkeit, eine einmal fertig gestellte Präsentation für später zu sichern. Uns fiel nämlich auf, als wir eine Diaschau einfach mal wiederholten, lief es sehr viel glatter durch. Es kann natürlich sein, dass das Speichern nur begrenzt nutzt, weil der Stream immer neu zu erzeugen ist. Das wäre aber eine Sache des Entwicklers, dieses Problem zu beschreiben und zu lösen. Zumindest müsste es einen klaren Hinweis geben, dass es bei der Diashow zu Unterbrechungen kommen kann, und man nicht sofort abschalten soll. In anderen Fällen jedoch brach die Diashow endgültig ab, egal, wie lange wir warteten.

Es gibt noch mehrere Details, an denen zu feilen wäre. So lässt sich eine Diashow weder im Import noch im Export einfach pausieren oder stoppen, ohne dass man einfach das Programm beendet.

Insgesamt bleibt es bei unserem Urteil: Slideflow ist ein Programm mit sehr hohem Potenzial für kompatible Smart-TVs. Es macht richtig Spaß, solange es läuft. Freie Wahl der Musik und vielleicht alternative Übergänge als nur Ken-Burns wären auch schick. Doch Hauptsache, es läuft erst einmal auf allen unterstützten Geräten einwandfrei. Wir sind gespannt auf die nächsten Updates...

Fernseher:  Einfache Bedienung, kleine Fallstricke

Sieht man das Ganze aber lieber auf dem größeren TV-Bildschirm, ist es zunächst wichtig, dass dieser eingeschaltet und im Netzwerk präsent ist. Bei entsprechender Kompatibilität zeigt Slideflow die verbundenen Smart-Fernseher in der Seitenleiste an. Hier wählt man das gewünschte Gerät aus und klickt auf ”Play on TV”. Dies haben wir getan, den Import der Bilder sowie Export der Dia-Show abgewartet. Doch zunächst passiert auf unserem Fernseher – gar nichts.

Nun kommt es darauf an. In unserem Fall mussten wir in den Einstellungen des Fernsehers erst zulassen, dass fremde Geräte sich anmelden können, mit oder ohne jeweiliger Bestätigung. Dies klappte dann einwandfrei. Ohne weiteres Aufhebens startet die Dia-Show genauso wie für den Mac-Finder beschrieben.

Und es ist sehr schön zu sehen, wie unsere Urlaubsfotos (natürlich geht das auch in entsprechenden Netzwerken für geschäftliche Präsentationen) über unseren Fernsehmonitor laufen, mit schicker Zoomfunktion und angemessener Musik, die sich angenehm im Hintergrund hält, aber sich unserem Einfluss entzieht. Hier ist nach Auskunft des Entwicklers vorgesehen, dass man die Musik in künftigen Versionen beispielsweise aus seiner iTunes-Sammlung auch selbst auswählen kann.

Was dann für uns wirklich bedauerlich ist: In der gegenwärtigen Version bricht die Präsentation nach gut der Hälfte der gezeigten Dias auf dem Fernseher mit oder ohne Fehlermeldung einfach ab. Dazu gibt der Entwickler die Auskunft, dass hier vermutlich noch keine vollständige Kompatibilität besteht und man daran arbeitet. Dazu passt, dass wir das analoge Problem auch mit Mirror for Samsung TV hatten – auch hier war die Verbindung nach einiger Zeit einfach beendet.

Erst testen, dann gegebenenfalls kaufen

Da ist es gut, dass man beide Mac-Applikationen auch kostenlos testen kann, ob es mit dem eigenen Fernsehgerät und das abbruchsfrei funktioniert. Laut Entwickler sind bereits viele Geräte verschiedener Hersteller mit der App getestet. Probleme habe man dabei weniger mit Samsung- und LG-Modellen als vielmehr mit Sony-TVs sowie Panasonic-Geräten. Hier hilft einfach nur ausprobieren. Derzeit hat man aber eine Priorität auf der Entwicklung zur Unterstützung von Chromecast von Google, da hier die Verbindung deutlich stabiler sei als via DLNA ( Digital Living Networking Alliance ).

Fazit und Empfehlung

Für Slideflow ist mindestens macOS 10.12 erforderlich. Dies vorausgesetzt schadet es nicht, mit der kostenlosen Version und (aber nur wenig störendem) Wasserzeichen einen Versuch zu starten. Denn wenn im Wohnzimmer die Urlaubsbilder bewegt und mit Musik unterlaufen über den großen Bildschirm flimmern, macht das schon richtig Spaß. Und wenn es noch nicht so ganz perfekt klappt, wie in unserem Fall, hoffen wir einfach auf zukünftige Updates, die das Problem beheben. Vorher sollte man allerdings von einem (wenn auch vergleichsweise günstigen) Kauf absehen und die Werbeeinblendung in Kauf nehmen.

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