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Smart Home bietet neue Möglichkeiten für Stalker

06.11.2018 | 14:49 Uhr | Denise Bergert

Eine Frau aus Kanada wurde von ihrem Ex-Freund wochenlang über Smart-Home-Geräte terrorisiert.

Smart-Home-Gadgets wie Lautsprecher, Heizungsthermostate oder Überwachungskameras sollen das moderne Leben erleichtern. In den falschen Händen können sie jedoch auch als Waffe gegen ihre Besitzer eingesetzt werden. So erging es der Kanadierin Ferial Nijem. Gegenüber dem kanadischen Fernsehen berichtet sie , wie ihr Ex-Freund Smart-Home-Geräte wochenlang eingesetzt hat, um seine Verflossene zu terrorisieren.

Dass ihr Partner ein Kontrollfreak war, wusste die junge Frau bereits seit den Anfängen ihrer Beziehung. Ein Problem wurde dieser Charakterzug jedoch erst, als ihr Freund anfing, ihr nicht mehr zu vertrauen. Wenn er nicht zu Hause war, nutzte Nijems Freund zunehmend die im und um das Haus angebrachten Sicherheitskameras, um seine Frau zu überwachen. Während seiner Geschäftsreisen bestand er auf Facetime-Telefonate, mit denen er überprüfen konnte, ob sie allein zu Hause war.

Während einer besonders problematischen Phase, in der das Paar bereits getrennt lebte, begann Nijems Ex-Partner plötzlich, sie mit den unterschiedlichen Smart-Home-Gadgets im Haus zu terrorisieren. Mitten in der Nacht, schaltete er per Fernsteuerung die Stereoanlage auf volle Lautstärke ein und riss sie aus dem Schlaf. In den Abendstunden spielte er mit der smarten Beleuchtung oder schaltete den Fernseher ab. Da ihr Partner in den guten Zeiten ihrer Beziehung die Einrichtung der Smart-Home-Geräte übernommen hatte, konnte sie die Kontrolle darüber nicht mehr zurückerlangen und seinen eifersüchtigen Aktionen Einhalt gebieten.

Nijems Geschichte ist kein Einzelfall. Anfang des Jahres beschäftigte sich die New York Times in einem Artikel eingehend mit häuslicher Gewalt, Stalking und dem Einfluss von Smart-Home-Gadgets. Einige der Betroffenen wurden dabei unter anderem von Ex-Partnern aus dem Haus ausgesperrt oder mit smarten Thermostaten und unerträglichen Temperaturen in ihren Wohnungen terrorisiert.

Smart Home: Wie sicher ist das smarte Zuhause?

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