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Smart-Home-Überwachungskamera Somfy One+ im Test

16.08.2017 | 11:09 Uhr |

Die Smart-Home-Überwachungskamera Somfy One+ ist unkompliziert und bietet viele Funktionen. Aber ohne Abo und WLAN nutzt einem diese Überwachungskamera wenig. Ein Test.

Die Überwachungskamera Somfy One+ ist per iPhone (und Android-Smartphone) leicht zu bedienen und bietet einige nützliche Funktionen, die sie für viele interessant macht. Somfy selber preist die schicke, knapp elf Zentimeter hohe Internet-Überwachungskamera als „Die All-in-One-Sicherheitslösung“ an.

Über die iPhone-App SomfyProtect lassen sich mehrere Somfy-One-Überwachungskameras, Somfy Security Camera, Vibrations- und Öffnungsdetektoren für Fenster oder Türen, Bewegungsmelder, Innen- und Außensirenen konfigurieren. Kurz: Ein komplettes Anwesen kann man so mit einer Alarmanlage versehen, die über das Internet steuerbar ist und Smart-Home-Geräte wie beispielsweise Amazon Echo oder Nest-kompatible Produkte.

Der empfohlene Verkaufspreis des Somfy One, den es entweder in Weiß oder Schwarz gibt, liegt bei 249 Euro. Das Somfy One+, das zusätzlich mit einer Fernbedienung und einem Erschütterungssensor für Türen oder Fenster geliefert wird, kostet 399 Euro. Hier erfahren Sie die aktuellen Preise des Somfy One und Somfy One+ auf Amazon.

Grund genug für uns, diese Überwachungskamera einmal genauer anzuschauen. Unser Testszenario ist ein Büro und ein Kollege wurde unfreiwillig mit einem Einbrecher verwechselt. Doch dazu später mehr, erst einmal ein Überblick, was das Somfy One+ so alles kann.

Die Kamera im Überblick

Die Kamera löst 1080p auf und bietet ein sehr breites Blickfeld von 130 Grad. Somit lässt sich, in die Ecke gestellt, beinahe ein kompletter Raum abbilden. Der Clou: Im Privat-Modus versetzt verschließt eine Klappe automatisch das Objektiv. Eingebaut ist ferner ein Lautsprecher und ein Mikrofon. So lässt sich die Somfy One+ auch als Babyphone einsetzen oder potentielle Einbrecher darüber informieren, dass die Polizei schon auf dem Weg sei. Sollte bei einem Alarm die Sirene des Somfy One ausgelöst werden, dann dürfte sie mit ihrem schrillen Ton und angegebenen 90 dB mögliche Einbrecher durchaus verscheuchen.

Schaltet man die Überwachung aus, verschließt automatisch eine Klappe die Kamera.
Vergrößern Schaltet man die Überwachung aus, verschließt automatisch eine Klappe die Kamera.
© Somfy
Die Unterseite des Somfy One. Die Überwachungskamera kann einen Alarmton mit einem Schalldruck von 90 dB ausgeben.
Vergrößern Die Unterseite des Somfy One. Die Überwachungskamera kann einen Alarmton mit einem Schalldruck von 90 dB ausgeben.
© Somfy

Schnell und bequem per iPhone eingerichtet

Die Überwachungskamera braucht einen Internet-Zugang um die Daten in den Cloud-Dienst von Somfy zu speichern – und natürlich für das Live-Bild, das man auf dem iPhone betrachten kann. Dazu wird die Somfy One mit dem WLAN verbunden. Eine andere Art der Internet-Verbindung, beispielsweise per Ethernet-Kabel oder Mobilfunk, bietet das Somfy One+ nicht. An Orten ohne WLAN ist diese Überwachungskamera daher nutzlos. Die Einrichtung gelingt mit der iPhone-App sehr leicht.

Sehr knapp ist allerdings die gedruckte Installationsanweisung. Sie beschränkt sich auf ein dünnes Heftchen. Wie man den Bewegungsmelder für Fenster oder Türen (IntelliTag) oder die Fernbedienung konfiguriert, ist in dem Installationsheftchen nicht beschrieben. Beide Zusatzgeräte, die 49,99 Euro beziehungsweise 29,99 Euro kosten, sind bei dem Somfy One+ mitgeliefert und durchaus praktisch. Beide Geräte muss man übrigens wie die Überwachungskamera auch in der App SomfyProtect unter „Einstellungen > Meine Ausrüstung“ konfigurieren. Das geschieht dann Dank Schritt-für-Schritt-Anleitung sehr leicht – aber wissen müsste man es vorher.

Unter "Einstellungen > Meine Ausrüstung" kann man mehrere Somfy-Überwachungskameras sowie Zusatzgeräte wie einen Vigbrationssensor für Türen oder Fenster einrichten.
Vergrößern Unter "Einstellungen > Meine Ausrüstung" kann man mehrere Somfy-Überwachungskameras sowie Zusatzgeräte wie einen Vigbrationssensor für Türen oder Fenster einrichten.

Über ein drei Meter langes USB-Kabel wird die Somfy One+ mit Strom versorgt. Ein passendes Netzteil liegt ebenfalls bei. Sollte der Strom ausfallen, dann bietet die Kamera einen eingebauten Akku. Dieser soll für sechs Stunden Betrieb reichen. Da übrigens auch das WLAN im Falle eines Stromausfalls nicht mehr funktioniert und damit die Internet-Verbindung unterbrochen ist, zeichnet die Somfy One+ alle Ereignisse in einem internen Speicher auf. Damit man aber diese Daten später sehen kann, braucht man ein kostenpflichtiges Abo.

Nur per Cloud-Dienst interessant

Die Videos speichert die Somfy One in einen eigenen Cloud-Speicher, der allerdings kostenpflichtig ist. Die Überwachungskamera bietet drei Tarife an: Das kostenlose Basic ermöglicht eine 10sekündige Videoaufzeichnung nach einer Bewegungserkennung, sendet Warnmeldungen per SMS an sich selber und die „Community“, also Personen, denen Sie den Zugang zu der Überwachungskamera erlaubt haben.

Mit einem Abo, das es monatlich ab 4,99 Euro gibt, lassen sich Videoaufzeichnungen eines Tages in einer eignen Cloud von Somfy speichern. In der kostenlsoen Version beschränklt dies sich auf 10 Sekunden.
Vergrößern Mit einem Abo, das es monatlich ab 4,99 Euro gibt, lassen sich Videoaufzeichnungen eines Tages in einer eignen Cloud von Somfy speichern. In der kostenlsoen Version beschränklt dies sich auf 10 Sekunden.

Sinnvoller ist es aber, die Videos länger aufzeichnen zu können. Dazu gibt für 4,99 Euro pro Monat den Tarif „Silver“, der zusätzlich zu den Basic-Funktionen einen Videoverlauf für einen Tag sichert. Ein bis zu 10minütiges Video lässt sich dann auf das iPhone speichern. Die Gold-Variante für 9,99 Euro pro Monat bietet zusätzlich einen 24/7-Notfalldienst (verfügbar in Deutschland, Frankreich und Belgien).

Alle Tarife gelten für ein Gerät. Kommen weitere dazu, muss man entsprechend weitere Tarife dazu buchen. Ein eigener Cloud-Dienst oder lokaler Speicher lässt sich für eine Videoaufzeichnung leider nicht wählen.

Unterstützt Smart-Home-Geräte

Die schlechte Nachricht zuerst: Das Somfy One unterstützt zumindest derzeit nicht das Apple HomeKit. Dafür andere Smart-Home-Produkte wie das Amazon Echo, Nest-kompatible Produkte und das Somfy-eigene TaHoma. Zudem lassen sich mit IFTTT Aktionen mit weiteren Diensten verknüpfen. Lesen Sie hier einen Ratgeber zu IFTTT der PC Welt . Beispielsweise kann man einrichten, dass der Alarm des Somfy One scharf geschaltet wird, sobald man weggeht. Weitere Beispiele zeigt Somfy auf seiner Webseite .

Somfy One in der Praxis

Die Hauptfunktion der Somfy One+ ist das Videoüberwachen von Räumen. Steuern lässt sich die Überwachungskamera bequem mit dem iPhone. Die doch recht üppigen Funktionen lassen sich auch mit der iPhone-App leicht administrieren.

Unter „Einstellungen > Kalender“ lässt sich der Alarm zu bestimmten Tagen und Uhrzeiten aktivieren. Wir haben zum Test den Alarm für das Büro ab 20 Uhr aktiviert, um 8 Uhr morgens wird er automatisch deaktiviert. Als ein Kollege unerwartet vor 8 Uhr in das Büro gekommen ist, wurde er zum Aufwachen mit der schrillen Sirene des Somfy One empfangen. Übrigens lässt sich die Empfindlichkeit des Bewegungsmelders einstellen, doch bewegt man sich ausgiebig vor der Kamera, löst sie eben auch bei niedrigster Empfindlichkeit aus.

Man kann einen Zeitplan erstellen, um die Videoüberwachung samt Alarm bei einer Bewegungsmeldung zu aktivieren.
Vergrößern Man kann einen Zeitplan erstellen, um die Videoüberwachung samt Alarm bei einer Bewegungsmeldung zu aktivieren.

In die Überwachungskamera sind ein Mikro und ein Lautsprecher eingebaut. So dient die Somfy One+ auch als Gegensprechanlage und eignet sich für Live-Videos mit Ton. Video und Ton werden auch bei guter Internet-Verbindung mit einigen Sekunden Verzögerung übertragen. Generell ist die Videoqualität durchaus gut. Doch durch die starke Komprimierung leidet die Bildqualität besonders bei sich bewegenden Objekten. Es kann also vorkommen, dass man im Ernstfall einen Eindringling nicht wirklich gut erkennt, sollte er sich ständig bewegen. Wird das Licht knapp, bietet die Somfy One einen Nachtsicht-Modus an, der das Bild dann in Schwarzweiß aufzeichnet.

Die Bildqualität der Somfy One ist bei guten Lichtverhältnissen gut. Wird das Licht schwächer, schaltet Sie in einen Nachtmodus um.
Vergrößern Die Bildqualität der Somfy One ist bei guten Lichtverhältnissen gut. Wird das Licht schwächer, schaltet Sie in einen Nachtmodus um.
Wegen der starken Artefaktbildung durch die hohe Komprimierung des Bildes erkennt man vor allem sich bewegende Objekte schlechter. Hier ein Bildausschnitt n starker Vergrößerung.
Vergrößern Wegen der starken Artefaktbildung durch die hohe Komprimierung des Bildes erkennt man vor allem sich bewegende Objekte schlechter. Hier ein Bildausschnitt n starker Vergrößerung.

Empfehlung Überwachungskamera Somfy One

Mit den Somfy-Produkten lässt sich ein Zuhause flexibel und einfach als Alarmanlage konfigurieren. Grundvoraussetzung dabei ist eine Internet-Verbindung. Im Test funktioniert die Erkennung gut. Die Bildqualität reicht im Idealfall für eine gute Identifizierung der Person. Wir vermissen eine Unterstützung von Apple HomeKit, außerdem ist die Überwachung erst mit einem kostenpflichtigen Abo sinnvoll einsetzbar. Dafür bietet Somfy einen Vor-Ort-Dienst für 9,99 Euro pro Monat an, das macht es momentan für all diejenigen interessant, die ihr Zuhause in Deutschland, Frankreich oder Belgien schützen möchten.

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