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Smartwatch lädt sich aus Körperwärme

30.06.2017 | 10:49 Uhr |

Aus einer Crowdfunding-Kampagne holen die Erfinder gut 22 Millionen US-Dollar, die Produktion kann beginnen.

Das Problem der Smartwatches im Allgemeinen und der Apple Watch im Speziellen: Der Akku hält allenfalls einen Tag lang und die Uhr muss ständig an das Ladegerät. Ein von den zwei am Caltech promovierten Chemikern  Akram Boukai and Douglas Tham gegründetes Startup will nun die Lösung haben: Eine Smartwatch namens Power Watch, die sich gewissermaßen von der Körperwärme ihres Trägers ernährt und selbst auflädt.

Was wie Science Fiction klingt , ist nichts weiter als Wissenschaft, nur im Namen des Unternehmens schwingt eine gehörige Portion Fantasie mit: Matrix. Bei der Gründung hieß das Unternehmen noch ganz prosaisch Silicium Energy. Über Crowdfunding hat es jedoch bereits 12,3 Millionen US-Dollar eingenommen, weitere fünf Millionen sollen folgen, damit im Herbst die ersten beiden Modelle in den Handel kommen. Die Preise der drei ab September und Oktober erhältlichen Modell liegen bei moderaten 140 bis 180 US-Dollar.

Die thermische Aufladung der Power Watch funktioniert umso besser, je mehr man sich bewegt, beim Training werde die Haut wärmer und es fließe somit mehr Energie in den Akku. Bis zu einem Kilowatt an Wärmeleistung gibt der menschliche Körper beim Sport ab, warum sollte man nicht einen Teil davon nutzen, lautet der Ansatz der Technik, die die beiden Gründer noch während ihrer Zeit am Caltech entwickelten. Durch das Fehlen von Schnittstellen für Ladegeräte könne man die Uhr besonders wasserdicht machen, Tiefen von bis zu 50 Metern (Power Watch X: 200 Meter)  sind damit möglich. Die Uhr selbst zeigt direkt auf ihrem Display an, wie viel Energie der Körper generiert hat, an Sensoren hat sie das übliche Paket dabei etwa Beschleunigungssensoren für das Zählen von Schritten und Überwachung des Schlafes. Die verbrauchten Kalorien berechnet die Uhr anhand der abgegebenen Körperwärme, ein Pulsmesser ist nicht eingebaut. Mit dem Smartphone verbindet sich die Uhr via Bluetooth, die App ist für Android und iOS erhältlich.

Im Aufsichtsrat der jungen Firma sitzen nicht nur Vertreter des Business Angels Khosla Ventures, sondern auch der Gründer des mittlerweile an Fossil verkauften Herstellers von Fitnessgadgets Misfit,  Sonny Vu.

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