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Smartwatches für Damen: Welches Modell soll ich kaufen?

06.12.2017 | 08:09 Uhr |

Eigentlich unterscheiden die Hersteller nicht zwischen Modellen für die Herren der Schöpfung und für die Damen. Wir schon.

Der Advent ist im vollen Gange und die Bescherung naht. In der letzten Jahren schafft es immer öfter der Punkt "Smartwatch" auf die Wunschlisten rund um den Globus. Falls Sie eine smarte Uhr für die Partnerin suchen, haben wir einen Marktüberblick der verfügbaren Geräteklassen.

Will man eine Smartwatch für sich selber als Frau oder für die Partnerin auswählen, stellt man schnell fest, dass die üblichen Kriterien wie für Handys & Co. nicht so richtig gelten. Da die smarten Uhren in Bereich Wearables gehören und direkt am Körper getragen werden, ist die Gerätegröße bei der Auswahl extrem wichtig. Anders als bei Smartphones können ein paar Millimeter zu viel den Tragekomfort beeinträchtigen. Ganz große und klobige Smartwatches würden im schlimmsten Fall an schmaleren Handgelenken nicht mehr passen. Daher empfehlen wir vor der Kaufentscheidung neben der Plattformkompatibilität und den Funktionen noch genaue Abmessungen der angedachten Uhr zu recherchieren. Schließlich muss sie auf dem Handgelenk wie eine Uhr und nicht wie eine Handfesssel ausschauen.

Im Folgenden wollen wir hier ein paar Geräteklassen vorstellen, die entweder vollwertige Smartwatches sind oder deren Funktionalität zumindest teilweise abdecken können. Alle Geräte haben wir zu Testzwecken über mindestens zwei Wochen getragen und genutzt, sie alle wurden von den Herstellern zur Verfügung gestellt.

Apple Watch

Erstaunlich aber wahr: iPhone-Nutzer haben im Bereich Smartwatches mehr Auswahl als die Android-Anwender, denn die Android-Wear-Uhren sind mit iOS-Geräten kompatibel, die Apple Watch dagegen mit Android-Handys nicht. Für die iPhone-Besitzer ab iPhone 5S können wir die Uhr von Apple uneingeschränkt empfehlen. Der einzige Negativpunkt dabei ist wie immer der Preis: Die LTE-Version der 38-mm-Variante kostet rund 450 Euro im Apple Store. Die smarte Uhr ist jedoch dieses Geld wert, es ist aktuell die kleinste wirklich smarte Uhr auf dem Markt, noch dazu recht selbständig vom iPhone – Telefonate, Chats oder Musikstreaming während einer Jogging-Runde sind möglich, das iPhone kann getrost zu Hause bleiben. Dazu kommt ein wirklich guter Bildschirm, richtige Smartwatch-Funktionen wie Whatsapp beantworten, bei den Series 3 bis zu zwei Tage Akkulaufzeit und ein vollwertiger Fitness-Tracker mit der Pulsmessung, Trainingsaufzeichnung und vielem mehr. Den kompletten Test kann man hier nachlesen .

Für wen:

iPhone-Nutzer ab iPhone 5S;

relativ schmale Handgelenke;

großer Umfang von Fitness-Funktionen, Pulsmessung, unterschiedliche Sportarten;

echtes Betriebssystem mit (fast) unbegrenzten Möglichkeiten;

ab watchOS 4 relative Unabhängigkeit vom iPhone.

Minuspunkte:

teuer;

nicht mit Android kompatibel

Android-Wear-Smartwatches

Google ist mit seinem Wear-Betriebssystem nicht so konservativ wie Apple, so haben unterschiedliche Hersteller Wear-Smartwatches auf den Markt gebracht. Die Preisspanne ist aber auch weiter als bei Apple: Sie beginnt bei preiswerten Uhren wie beispielsweise von Fossil für rund 200 €, man kann beim schweizer Uhrmacher Tag Heuer aber auch ein Gerät  für 1000 € erwerben . Android-Wear ab Version 2 funktioniert auf beiden Plattformen – mit dem iPhone (ab iOS 9) und Android-Handy (ab Android 4.4).  An dieser Stelle muss man vorwarnen: Für iPhone-Nutzer eignet sich die Android-Smartwatch nur theoretisch. Die Funktionalität ist vor allem dadurch eingeschränkt, weil Google Fitness nicht unter iOS verfügbar ist, die Uhr wird so für das iPhone zu einem Benachrichtiguns-Armband degradiert. Der nächste große Haken: Die meisten Android-Smartwatches sind einfach groß. In der Übersicht von iMore starten die aktuellen Geräte am Markt ab 45 mm . Kommt noch eine Gehäuseumfassung dazu, misst so eine Uhr gerne mal bis 5 cm im Durchmesser. Bei unserem "Test"-Gelenk, das im Umfang 15,5 cm und im Durchmesser ebenfalls 5 cm misst, sind solche großen Uhren nicht mehr ganz praktisch, geschweige denn, dass sie nicht mehr schön aussehen: Man bleibt an engen Ärmeln ständig hängen, die Uhr fühlt sich wie ein Fremdkörper an. Daher würden wir empfehlen, vor dem Kauf einer Android Smartwatch zunächst mal in den Laden zu gehen und die Uhr direkt anzuprobieren. Schließlich muss ein Geschenk dem Beschenkten Freude bereiten und zu keiner Pflichtveranstaltung werden, nur weil der Gönner nicht beleidigt werden soll. Im Übrigen haben wir eine Android-Smartwatch von Fossil ausgiebig getestet, den Einzel-Test finden Sie hier .

Für wen:

kräftige Handgeleke, da Gehäuse meistens groß,

Android-Nutzer.

Minuspunkte:

Nicht für iPhone-Nutzer, da Google Fitness nicht für iOS verfügbar ist,

relativ groß,

nicht alle Android-Smartwatches haben einen Pulsmesser.

Fitness-Tracker mit Benachrichtigungsfunktionen

Fasst man den Begriff "Smartwatch" nicht so eng und schaut man sich auf dem Markt um, können auch die aktuellen Fitness-Tracker in den meisten Bereichen eine Smartwatch ersetzen. Der Vorteil solcher Geräte – sie sind nicht an eine einzige Plattform gebunden und funktionieren per App mit einem iPhone als auch mit Samsung & Co. Dazu gibt es Fitness-Tracker mit einem Bildschirm, die ungefähr an die Größe der Apple Watch herankommen, heißt, sie sind nicht so groß wie die meisten Android-Smartwatches. Die von uns getestete Fitbit Blaze misst mit der Gehäuseumfassung 45 mm, ist aber noch etwas dünner als die Apple Watch. Die Fitbit-App muss sich nicht vor der Aktivität- und Health-App von Apple verstecken, obwohl uns in der Fitbit-App die aufgeräumte Übersicht der Tagesaktivität fehlt. Bei den Benachrichtigungen muss man jedoch Abstriche machen, anders als mit watchOS und Android Wear 2.0 sind diese nicht interaktiv, man kann beispielsweise keine Whatsapp-Nachrichten beantworten oder gar einsprechen, wie das mit der Apple Watch möglich ist. Im Alltag erfüllen jedoch selbst diese einfache Einblendungen auf dem Tracker-Bildschirm ihren Zweck – man verpasst nichts Wichtiges. Der größte Pluspunkt der Fitness-Tracker gegenüber der herkömmlichen Smartwatches sind die Akkulaufzeiten. Unsere Test-Fitbit hält mit einer Ladung rund eine Woche.

Für wen:

schmale Handgelenke;

universell für iOS und Android;

sehr gute Akku-Laufzeiten;

Minuspunkte:

rudimentäre Benachrichtigungen;

nicht alle Modelle haben einen GPS-Tracker.

Hybrid-Uhren mit Benachrichtigungsfunktion

Fasst man den Begriff "Smartwatch" noch weiter, entdeckt man noch eine weitere Produkt-Kategorie, die in den letzten Jahren an der Fahrt genommen hat. Das sind die sogenannten Hybrid-Uhren, die die Hersteller gerne mal auch "Smartwatches" nennen. Eine Hybrid-Uhr ist eine klassische Quarzuhr mit einem Bluetooth-Modul und einer Art Vibrationsmotor für mechanische Rückmeldungen. Installiert man neben der Uhr eine entsprechende App, kann sie sich mit dem iPhone verbinden und ein haptisches Feedback geben, wenn jemand anruft oder eine Nachricht geschickt hat. Mangels eines digitalen Displays übernehmen die Zeiger die Benachrichtigungs-Aufgabe. Die Aussagekraft solcher Anzeigen hält sich in Grenzen, man kriegt zumindest mit, dass jemand versucht, einen zu erreichen. Diese Einschränkungen resultieren jedoch in einem wichtigen Vorteil: Eine Batterie soll laut Hersteller ( in unserem Beispiel Fossil ) bis zu einem halben Jahr halten. Dazu sind den Designs, Formen und Farben keine Grenzen gesetzt. Wie auch bei den klassischen Damen-Uhren sind recht schöne und modische Modelle dabei. Dazu sind sie etwas preiswerter als eine Apple Watch oder ein guter Fitness-Tracker: Unser Test-Modell Fossil Q Accenture kostet beispielsweise rund 160 Euro .

Für wen:

schmale Handgelenke;

universell für iOS (ab iOS 8) und Android (ab 4.4);

recht schöne Designs;

lange Batterie-Laufzeiten;

billiger als alle anderen Produktkategorien;

Minuspunkte:

Kein Fitness-Tracking, da keine GPS- und Puls-Sensoren;

rudimentäre Benachrichtigungen;

Fazit : Eine ideale Smartwatch für Frauen gibt es leider nicht. Die Apple Watch, die in allen Bereichen – sowohl Fitness-Tracking als auch separates Betriebssystem mit der Fülle an Funktionen – sehr gute Figur macht, ist relativ teuer. Im Bereich von richtigen Smartwatches ist jedoch diese Wahl für Damen fast konkurrenzlos, da die meisten Android-Wear-Geräte groß und klobig sind. Für den schmaleren Geldbeutel lohnt es sich bei den Fitness-Trackern umzusehen. Bietet so ein Gerät Benachrichtigungsfunktionen an, würden wir empfehlen, vor dem Kauf die App im Store herunterzuladen und prüfen, ob die angebotenen "smarten" Funktionen  ausreichen.

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