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Snowden: Trump als Präsident ist ”Systemversagen”

11.09.2017 | 11:29 Uhr | Thomas Hartmann

In einem Spiegel-Interview äußerte sich der ehemalige NSA-Mitarbeiter und ”Whistleblower” zur Rolle der Geheimdienste, aber auch den Ambitionen von Google und Mark Zuckerberg.

Die Geheimdienste, insbesondere NSA und CIA, hätten seit Jahren den Terrorismus und andere Bedrohungen größer gemacht, als sie tatsächlich seien, meint Edward Snowden , der sich nach seiner Flucht vor der Strafverfolgung durch amerikanische Behörden seit mehreren Jahren im Moskauer Exil aufhält. Snowden hatte 2013 brisante Informationen über US-amerikanische Programme zur Überwachung der weltweiten Internetkommunikation wie auch zum britischen Überwachungsprogramm "Tempora" der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

In dem Spiegel-Interview, das sich in einer Zusammenfassung des Magazins online hier findet , glaubt der Techniker, dass Trump nur aus der von den Geheimdiensten erzeugten ”Kultur der Angst” heraus Präsident der USA werden konnte. Dies sieht er als ”Systemversagen” an.

Er selbst habe nie dazu beitragen wollen, NSA oder die CIA ”niederzubrennen”. Sie spielten seiner Ansicht nach sogar eine nützliche Rolle in der Gesellschaft, solange sie die wirklich wichtigen Bedrohungen bekämpfen und möglichst wenig schädliche Methoden dafür einsetzten.

Außerdem warnt Snowden vor der immer engeren Kooperation staatlicher Überwachungsbehörden mit privaten Konzernen wie Google. Zwar sollten Firmen der Regierung durchaus bei Terrorermittlungen helfen. Man dürfe es aber nicht beispielsweise Google überlassen zu entscheiden, wo Gesetze gebrochen würden – damit mache man Google zum ”Sheriff des Internets”. Gleichsam besorgt äußerte sich Snowden über Ambitionen von Facebook-Chef Mark Zuckerberg, der angeblich bei den nächsten Wahlen als US-Präsident kandidieren wolle. Es dürfe nicht sein, dass die Firma mit der weltweit größten Präsenz in den sozialen Medien nun auch politische Ambitionen zeige und darüber entscheiden könnte, was eine zulässige politische Rede ist und was nicht.

Dies und alle weiteren Details lassen sich in dem vollständigen Spiegel-Interview nachlesen, das mehr als drei Stunden gedauert haben soll. Das Magazin findet sich entweder im Zeitschriftenhandel oder online kostenpflichtig oder mit Spiegel-ID hier .

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