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iOS 11 saugt den Akku leer? Tipps für mehr Akku-Laufzeit

17.08.2018 | 13:30 Uhr |

Unter iOS 11 beschwerten sich viele Anwender über verkürzte Akkulaufzeiten, wir erklären die Hintergründe und zeigen, was Abhilfe schafft.

Beschwerden über verkürzte Akkulaufzeit gibt es eigentlich nach jedem größeren iOS-Update. Nach Erscheinen von iOS 11 waren diese Beschwerden aber noch zahlreicher als jemals zuvor – die Leistung scheint durch das neue System zwar nicht zu sinken , anders sah es aber anfangs noch mit der Akkulaufzeit aus. Von Problemen scheinen übrigens vor allem Besitzer älterer iPhones wie iPhone 6, iPhone SE oder auch iPad Air zu berichten. Oft kann ein aktueller Prozessor die anfallenden Hintergrundprozesse schneller oder stromsparender abarbeiten, was bei alten iPhones zu sinkender Akkulaufzeit führt. Außerdem sind nach dem Update auf iOS 11 möglicherweise  einige stromfressende Funktionen aktiv, die vor dem Update deaktiviert waren.

Mit den folgenden Tipps können Sie die Akkulaufzeit verbessern:

Die einfachste Lösung: Stromsparmodus

Ist Ihnen vor allem lange Akkulaufzeit wichtig, können Sie einfach den Stromsparmodus aktivieren. Die Option „Stromsparmodus“ finden Sie unter Einstellungen > Batterie. Um den Akku zu schonen, deaktiviert das System einige Hintergrundaktivitäten. Bei aktivem Stromsparmodus ändert sich die Farbe des Akkusymbols in gelb. Nicht benötigte Optionen können Sie aber natürlich auch gezielt selbst deaktivieren. Um den Stromsparmodus schnell einschalten zu können, können Sie übrigens einen eigenen Button im Kontrollzentrum hinzfügen. Die Option finden Sie unter Einstellungen > Kontrollzentrum > Steuerelemente anpassen.

Sie können den Stromsparmodus per Kontrollzentrum aktivieren.
Vergrößern Sie können den Stromsparmodus per Kontrollzentrum aktivieren.

Stromfresser identifizieren

Unter „Einstellungen > Batterie“ zeigt das iPhone, welche Apps in den letzten 24 Stunden respektive 7 Tagen die meiste Energie verbraucht haben. Auch wenn allein durch das Wissen über die Stromfresser noch nicht viel gespart ist, hilft diese Anzeige oft weiter. Leider werden Systemdienste nicht mit aufgelistet. Tippen Sie auf die Liste mit den Einträgen, sehen Sie ob die Energie im Hintergrund verbraucht wurde. Apps wie Youtube und Facebook sind hier schon mit sehr hohen Verbrauchswerten aufgefallen.

So identifiziert man Stromfresser. Aber wollen wir unser iPhone wirklich ohne Musik nutzen?
Vergrößern So identifiziert man Stromfresser. Aber wollen wir unser iPhone wirklich ohne Musik nutzen?

Helligkeit verringern, Bildschirm automatisch ausschalten

Neben dem Display an sich ist die Hintergrundbeleuchtung einer der größten Stromfresser. Daher sollten Sie ihn für optimale Laufzeit nur so hell einstellen wie nötig. Das gelingt automatisch, wenn Sie unter „Allgemein > Bedienungshilfen > Display-Anpassungen“ die Option „Auto-Helligkeit“ eingeschaltet lassen. Unter den Bedienungshilfen sollte man außerdem gleich überprüfen, ob „Assistive Touch“ deaktiviert ist.

Unter Allgemein > Anzeige & Helligkeit lässt sich einschalten, nach welchem Zeitraum das Display automatisch ausschaltet, wenn keine Aktion erfolgt. Stellen Sie den Wert auf „30 Sekunden“.

Schalten Sie das Display zudem über den Ein-/Ausschalter aus, wenn Sie die Arbeit beendet haben. Über die Zeit spart das Strom. Die 3D-Darstellung bietet nette Effekte beim Neigen des iPad oder des iPhones, einige Nutzer behaupten gar, sie würden seekrank. Auf jeden Fall braucht der Effekt CPU-Power. Wer auf den Effekt verzichten kann, wählt in den Einstellungen „Allgemein > Bedienungshilfen > Bewegung reduzieren“ und schaltet die Option ein.

„Hey Siri“ deaktivieren

Siri startet auf Wunsch nur durch den Sprachbefehl „Hey Siri“. Vor allem bei alten iPhones sorgt dies für hohen Stromverbrauch, wir empfehlen deshalb die Deaktivierung. Die Voreinstellungen finden Sie unter Einstellungen > Siri & Suchen > Auf „Hey Siri“ achten. Halten Sie wenig von Siris Suchvorschlägen, können Sie diese Option hier gleich auch deaktivieren. Bietet doch iOS 11 hier weitaus mehr Optionen.

Der Stromsparmodus: Nur echt mit dem gelben Akku-Symbol
Vergrößern Der Stromsparmodus: Nur echt mit dem gelben Akku-Symbol

Automatik: Airdrop und Datenaustausch

Mit Airdrop lassen sich zwischen iOS-Geräten, die die Funktion unterstützen, in einem lokalen Netzwerk Daten einfach tauschen, viele Apps unterstützen das bereits. Doch die Funktion benötigt auch den Akku-Saft. Das iPad und iPhone benutzen dazu Bluetooth und Wi-Fi. Schalten Sie im Kontrollzentrum Airdrop nur bei Bedarf ein, sonst verbraucht das Bluetooth-Modul auf der Suche nach Kommunikationspartnern stetig Strom.

Bluetooth komplett deaktivieren

Um Bluetooth komplett zu deaktivieren, muss dies unter iOS 11 über die Systemeinstellungen erfolgen . Aktiviert man den Flugmodus über das Kontrollzentrum, bleiben die Funk-Module aktiv und verbrauchen Energie.

Hintergrundaktualisierung deaktivieren

In den Einstellungen lässt sich unter Allgemein  > Hintergrundaktualisierung für unterstützte Apps einstellen, ob sie im Multitasking-Betrieb im Hintergrund ihre Daten per WLAN oder Mobilfunkverbindung aktualisieren dürfen, etwa die App Google Maps im Hintergrund den aktuellen Standort anzeigt.

Die Funktion nutzen schon sehr viele Apps, bei den wenigsten ist sie sinnvoll, und sie verbraucht zudem Strom. Schalten Sie die Option für die Apps aus, die im Hintergrund „schlafen“ sollen. Insbesondere die Facebook-App ist gerne im Hintergrund aktiv, dabei lohnt es sich auf jeden Fall, solche Aktivitäten zu unterbinden.

Auf 3G oder LTE verzichten

Bringt auch nur einen kleineren Zeitvorteil, ist aber der Überlegung wert, will man unterwegs zwar erreichbar sein, das Internet aber nicht nutzen: Schalten Sie 3G oder LTE für den Mobilfunk aus. Das können Sie über die „Einstellungen > Mobiles Netz“, indem Sie einfach „Mobile Daten“ ausschalten. Damit verhindern Sie nebenbei auch Downloads im Hintergrund.

Visuelle Effekte abschalten, keine Spiele

Schön sind sie ja, die mit iOS 7 eingeführten visuellen Effekte. Aber natürlich kosten sie Energie, insbesondere die animierten oder 3D-Wallpaper. Wählen Sie also einen ruhigen Hintergrund Die 3D-Effekte lassen sich abstellen unter „Einstellungen > Allgemein > Bedienungshilfen > Bewegung reduzieren“.

Kamera dezent einsetzen

Das iPhone ist ja meist die beste mitgeführte Kamera. Vor allem dann, wenn sie die einzige ist. Fotografieren benötigt aber Energie aus dem Akku. Also: ab einem gewissen Füllstand nicht mehr alles knipsen, sondern nur noch ausgewählte Motive. Und besser auch den Blitz ausschalten.

Mitteilungen

Geradezu inflationär zugenommen hat die Nutzung von Mitteilungen oder Push-Benachrichtigungen durch Apps. Hier empfiehlt sich die Auswahl der Option „Mitteilungen > Vorschauen zeigen  >  Wenn entsperrt“. Die Anzeige im Sperrbildschirm kann nämlich ebenfalls ein Stromfresser sein. Für jede App können Sie festlegen, ob und in welcher Form sie Mitteilungen senden darf. Das Senden von Mitteilungen kostet natürlich immer Strom, hier schalten Sie bei unwichtigen Apps einfach alle Optionen aus und setzen „Erinnerungsstil“ auf den Wert „Keine“.

An Energie für E-Mails und iCloud sparen

Push-E-Mail ist sehr praktisch, kostet aber Energie, da der Mail-Client im Hintergrund stets die E-Mail-Server checkt. Also schalten Sie die Funktion einfach über „Accounts & Passwörter“ ab. Im „Datenabgleich“ können wählen, dass Sie Ihre Mails sich lieber selbst holen - so viel ist nicht gespart, sucht das iPhone dennoch alle 15 Minuten nach neuen Nachrichten. Der Akkulaufzeit hilft auch enorm, hat man seine Kommunikation in nur einen Account gebündelt, bleiben weniger Server zum Abrufen. Belassen Sie es also bei einem Account und löschen die anderen.

Keine automatischen Updates

Eine auf den ersten Blick enorm nützliche Funktion bietet iOS in den Einstellungen unter „iTunes & App Store“. Die Option „Updates“ unter „Automatische Downloads“ sorgt dafür, dass automatisch App-Updates geladen werden. Damit ist das iPad und iPhone immer auf dem aktuellen Stand. Per Voreinstellung kann das auch unterwegs über die Mobilfunk-Verbindung erfolgen. Je nach Zahl der installierten Apps sorgt dies aber auch schnell für kurze Akkulaufzeiten.

Akkutausch

Über die Einstellung Batterie kann man ab iOS 11.3 den Batteriezustand abfragen. Auch nach mehreren Jahren Nutzung liegt die maximale Kapazität meist über 80 Prozent. Lohnenswert ist ein Akkutausch bei weniger als 80 Prozent, dann ist oft auch die Stabilität des Akkus betroffen. Tipp: Bis Ende 2018 bietet Apple einen vergünstigten Akkutausch für 29 Euro an. Das Angebot gilt ab dem iPhone 6, das iPhone darf aber keine weiteren Schäden aufweisen und muss in Deutschland erworben sein.

Batteriezustand prüfen

Mit 11.3 hat   Apple   wie versprochen sein Akku-Management flexibler gemacht, die so genannte Akkudrosselung ist vom Nutzer deaktivierbar. Wichtigste Neuerung: Unter Einstellungen > Batterie findet man unter iOS 11.3 jetzt den neuen Eintrag „Batteriezustand (Betaversion). Tippt man auf den Eintrag, erfährt man die maximale Kapazität seines Akkus und ob er "Höchstleistung" unterstützt. Unterstützt werden alle iPhone ab dem iPhone 6. Bei einem nagelneuen iPhone sollte hier 100 Prozent stehen, nach einigen Jahren sind es vermutlich um die 85 Prozent. Als problematisch gelten aber erst Werte unter 80 Prozent.

Höchstleistungsfähigkeit

Interessant ist vor allem die so genannte Höchstleistungsfähigkeit, also ob das iPhone dank gesundem Akku volle CPU-Leistung liefert. Im Normalfall steht hier „Derzeit unterstützt deine Batterie normale Höchstleistung.“ Ist der Akku zu schwach dazu, wird das iPhone automatisch  gedrosselt und die CPU-Leistung reduziert – es wird also deutlich langsamer. Man liest dann hier: „Dieses iPhone wurde plötzlich heruntergefahren, weil die Batterie nicht die erforderliche Höchstleistung erbringen konnte. Das Batterieleistungsmanagement wurde angepasst, um das in Zukunft zu vermeiden.“ Man kann dies aber deaktivieren, dazu muss man nur auf den blauen Text „Deaktivieren...“ tippen. Gibt es aber durch einen Fehler der Batterie ein erneutes plötzliches Ausschalten, aktiviert das System die Drosselung sofort wieder.
Bei Problem-Akkus gibt es aber noch zwei weitere wichtige Zustandsmeldungen: Bei falsch installiertem Akku oder Dritthersteller-Akkus liest man „Dieses iPhone kann den Batteriezustand nicht überprüfen. Ein von   Apple   autorisierter Servicepartner kann die Batterie warten.“ – Was man tun sollte.
Ist die Höchstleistungsfähigkeit nicht mehr gegeben und das iPhone gedrosselt, kann man es natürlich aus gedrosselt benutzen - bei Minusgraden muss man dann kein plötzliches Ausschalten befürchten. Nach Meinung von   Apple   ist ein Akkutausch nicht unbedingt erforderlich. Sinkt die Leistung aber stark ab, etwa die Kapazität auf einen Wert unter 80 Prozent, gibt es eine weitere Meldung: „Der Zustand deiner Batterie hat sich bedeutend verschlechtert. Ein von   Apple   autorisierter Servicepartner kann die Batterie austauschen, um die volle Leistung und Kapazität wiederherzustellen“. Man kann das iPhone zwar weiter benutzen, aber auch   Apple   empfiehlt dann den Austausch des Akku. Gut: Ab dem iPhone 8 soll das Problem kaum noch auftreten, dank verbesserter Elektronik.

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