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Spectre und Meltdown: Bremsen die Patches den Mac und das iPhone?

10.01.2018 | 15:02 Uhr |

Apple Sicherheitsupdates sorgen nicht für Performance-Verlust, allerdings kann Spotlight den Mac kurzzeitig ausbremsen.

Das gerade erschienene Sicherheitsupdate für Mac und iOS-Geräte vom 8. Januar schließt eine gefährliche Sicherheitslücke namens Spectre. Die Sicherheitslücke Meltdown hatte Apple bereits mit dem Update auf 10.13.2 im Dezember geschlossen. Die Sicherheitslücke hatten wir bereits ausführlich beschrieben , auch Windows und Linux sind betroffen.

Vor allem das Beheben der Sicherheitslücke Meltdown kann auch Auswirkungen auf die CPU-Leistung haben. Nur indirekt gilt dies dagegen für das jüngste Update Spectre. Dieses soll laut Apple nämlich ausschließlich Auswirkungen auf die Performance von Safari haben, laut Apples Messungen sinkt die Javascript-Performance um weniger als 2,5 Prozent.

Anfangs sprach Intel dagegen von Leistungsverlusten von 0 bis 30 Prozent, was wohl manchen Besitzer eines älteren Mac erschreckt hat. Ausführlichere Angaben machte Microsoft: Windows-10-Nutzer, die Skylake- oder Kabylake-CPUs von 2016 oder neuere Prozessoren haben, müssen laut Microsoft nur Verlangsamungen im einstelligen Prozentbereich hinnehmen. Wer Windows 10 im Einsatz hat und CPUs von 2015, etwa Haswell, oder CPUs nutzt, die noch älter sind, müsse sich eventuell auf spürbare Leistungseinbrüche einstellen. 

Laut unseren Messungen und Nutzerberichten scheinen Leistungsverluste am Mac nach dem Update aber kaum messbar zu sein. Zumindest bei Tests mit dem Benchmark Geekbench halten sich die Performance-Unterschiede im Bereich der Messtoleranz, ganz wie von Apple versprochen. So messen manche Nutzer sogar minimal höhere Performance-Werte als vor dem Update, was aber vermutlich Messfehler sind. Bei unserer eigenen Messung sanken die Geekbench-Werte eines Mac Mini von 2012 beispielsweise von 2935/5982 auf 2914/5782 (Singlecore/(Multiscore) - ein etwas niedrigerer Wert, der aber ebenfalls im Rahmen der Messungenauigkeit liegt. Auch bei iOS-Geräten konnten wir bisher keine Performance-Verluste feststellen.

Kurz nach dem Update kann Spotlight den Rechner deutlich ausbremsen - bis die Indizierung abgeschlossen ist.
Vergrößern Kurz nach dem Update kann Spotlight den Rechner deutlich ausbremsen - bis die Indizierung abgeschlossen ist.

Kurz nach dem Update kann der Mac aber durchaus lahm wirken: Es gibt nämlich mit Spotlight einen Hintergrundprozess, der nach den Sicherheitsupdates viele Macs ausbremst: Offenbar macht das Update bei vielen Rechnern eine komplette Neu-Indizierung nötig, was zu einer sehr hohen CPU-Last im Hintergrund führen kann. Auch ein Benchmark-Programm kann dadurch kurz nach dem Update viel zu niedrige Werte anzeigen, ebenso ein Festplatten-Benchmark wie Blackmagic Disk Speed.

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