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Spectrum: Schwarz-Weiß-Fotos farbig machen

05.09.2017 | 15:50 Uhr | Thomas Hartmann

So, wie es die Überschrift beschreibt, wirbt der Entwickler für seine App. Wir haben ausprobiert, wie gut das auf dem iPad funktioniert.

Die App ist äußerst simpel gehalten: Entweder aus dem Speicher der integrierten Apple Foto-App oder indem wir ein ganz frisches Bild knipsen, erhalten wir unsere Vorlage. Diese sollte den Zweck der App entsprechend schwarz-weiß sein. Daher wühlen wir in verstaubten Kisten von Speicher und Keller und kramen ein paar wirklich uralte Fotos aus. Bei denen man vielleicht noch nicht mal mehr so genau die Verwandtschaftsverhältnisse oder Ursprünge kennt. Doch egal, wir wollen sie ja nur in Farbe sehen. Ohne umständliche Umwege mit Photoshop & Co., bei denen wir markieren, maskieren und pinseln müssten. Mit Spectrum, das lässt sich gleich sagen, geht das deutlich einfacher.

Automatische Ausschnitte, schwache Farben

Prima ist, dass Spectrum automatisch die Ränder des Fotos erkennt und gleich beim Fotografieren ausschneidet. Aufnahmen sollten gleich im Hochformat erfolgen, unabhängig vom Bildformat, denn das Bearbeitungsfenster lässt sich auch nicht drehen. Sind wir zufrieden, geht es an die Arbeit. Ganz automatisch – knapp zwei Minuten benötigt Spectrum, um unsere Vorlage in ein buntes Bild zu verwandeln und uns dies mit der Unterteilung durch einen Schieberegler in Vorher und Nachher zu präsentieren. Simpler geht es wirklich nicht. Allein, das Ergebnis stimmt uns nicht besonders froh, und dies bei einer ganzen Reihe von Versuchen. Die Fotos werden viel zu bunt, die Farben wirken mal knallig oder blass und auf jeden Fall ist die Verteilung auf Gesichtshaut, Autolack oder Hausbeton überhaupt nicht natürlich oder überzeugend. Schade.

Schade auch, dass es keine weiteren Bildbearbeitungsoptionen gibt. Man muss akzeptieren, was man kriegt. Weder weiteres Zuschneiden, Korrekturen der Farben oder gar Ausbesserung von Kratzern und Ähnlichem gibt es schlichtweg nicht. Immerhin ganz nett die diversen Optionen, das Bild gleich zu teilen, sei es auf Facebook, über E-Mail und anderes mehr.

Albert Einstein koloriert statt farbig

Um sicher zu sein, dass nicht nur unsere eigenen Vorlagen ”schuld” sind am schwachen Ergebnis, versuchen wir es mit einem Beispiel, das der Entwickler im App Store selbst präsentiert: Albert Einstein mit gefalteten Händen in Schwarz-Weiß. Das Foto ist im Internet leicht gefunden und gespeichert sowie in die App geladen. Doch das Ergebnis ist wieder äußerst mäßig – wie der Entwickler es wie auf seinem im App Store gezeigten Foto mit der eigenen App so hinbekommen haben will, mit diesem doch recht satten Sepia, erschließt sich uns nicht. Das eigene blasse Ergebnis sieht man in der Bildergalerie. Leider wenig tauglich. Wir sind froh, für diese App nicht die regulären 22 Euro bezahlt, sondern eine kostenlose Wochenendaktion genutzt zu haben.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

Spectrum 1.4 gibt es im App Store   ab iOS 9.0, die App kostet normalerweise 22 Euro.

Fazit und Empfehlung

Was wäre dazu noch zu sagen? Unsere Beispiele sind alles andere als ermutigend, um dafür eine derart horrende Summe auszugeben. Wer einfach ein bisschen Farbe in seine Bilder bringen will, mag für Spectrum vielleicht Verwendung finden. Allen anderen empfehlen wir, sich lieber mit einer richtigen Bildbearbeitung anzufreunden, um auch gute Ergebnisse zu erhalten.

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