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Spheros Lightning Mcqueen – smartes Auto nicht nur für Kinder

03.08.2017 | 18:14 Uhr |

Seit dem Start von "Cars 3" in den Kinos kann der Hauptprotagonist Lightning Mcqueen auch als Spielzeug ins Wohnzimmer kommen.

Der Spielzeug-Hersteller Sphero war einer der ersten, der künstliche Intelligenz in seinen Spielzeugen verwendet hat. Mit BB-8 rollte ein schlauer Roboter durch die Flure. Seit kurzem arbeitet Sphero dabei mit Apple zusammen: BB-8 lässt sich nun mit Playgrounds programmieren

Sein Nachfolger in der Blockbuster-Linie ist Ultimate Lightning Mcqueen (ab 350€), das rote Rennauto aus den Pixar-Filmen "Cars". Was sich zunächst gewöhnlich anhört, entpuppt sich schnell als echte High-Tech auf vier Rädern. Denn neben der Hauptfunktion "Fahren" hat Lightning Mcqueen eine erstaunlich ausdrucksvolle Mimik drauf. So wie es sich eben für einen echten Protagonisten aus "Cars" gehört. Die Windschutzscheibe im smarten Auto wurde durch ein LCD-Display ersetzt. Darauf werden Augenbewegungen und Augenbrauen-Positionen eingeblendet. Auf der Stoßstange befindet sich ein Mund, der sich entsprechend der ausgesprochenen Worten bewegt.

Technische Ausstattung

Unter der Haube steckt ebenfalls viel Technik: Lightning Mcqueen hat einen Bluetooth-LE- und einen Wlan-Chip an Bord. Über den Bluetooth-Chip verbindet sich das Auto mit dem Smartphone und lässt sich dann damit steuern. Der Wlan-Chip ist für größere App-Updates gedacht: zwischen dem iPhone und dem Auto baut sich dann eine Ad-Hock-Verbindung auf. So ist bei uns vor dem ersten Start zum Beispiel die deutsche Lokalisierung heruntergeladen worden. Der Hauptprozessor im Auto steuert die Augenanimationen und Mundbewegungen. Lightning Mcqueen reagiert auch auf Berührungen: auf dem Dach, an den Seiten und an der Haube sind kapazitive Touch Panel angebracht. Im Auto stecken auch sechs Motoren, diese setzten nicht nur die Räder, sondern die Karosserie und den Mund in Bewegung. Der Beschleunigungssensor sorgt für die bessere Geschwindigkeitssteuerung. Der Hersteller gibt zwar keine Akku-Kapazität an, auf der Herstellerseite werden jedoch 40 Minuten Spielzeit nach einer vollen Ladung angegeben. Beim Testen sind wir keine vierzig Minuten am Stück mit dem Auto gefahren, haben es jedoch ab und zu mal für die kurze Zeit aktiviert und dann wieder im Standby stehen lassen, ohne es auszuschalten. Die Ladung reichte bei einem solchen Misch-Betrieb für mehrere Stunden. Ist der Akku komplett leer, so muss das Auto für mindestens eine Stunde an die Steckdose.

Mit der App starten

Falls Sie sich überlegen, einem Kind Lightning Mcqueen zu schenken, würden wir empfehlen, die App samt Updates auf das betreffende Smartphone zu laden. Denn das kann dauern … Nachdem die App auf unserem iPhone gelandet ist, mussten wir uns mit dem Ad-Hock-Wlan von dem Auto verbinden und sämtliche Update-Pakete laden. Dies kann locker eine halbe Stunde in Anspruch nehmen. Sind die Software-Pakete aktualisiert, kann man loslegen.

Spielsteuerung, Dialoge, Boxenstopps und Drehbücher

Wie auch bei handelsüblichen ferngesteuerten Autos reagiert Lightning Mcqueen auf den Befehl eines digitalen Joysticks. Dieser zeigt zwar vier Richtungen an, doch damit das Auto rückwärts fährt, muss man während der Fahrt noch die spezielle Schaltfläche für Rückwärtsfahren betätigen. Je weiter am Rand sich der Joystick befindet, desto schneller fährt Lightning, für einen zusätzlichen Geschwindigkeitsschub gibt es auch einen entsprechenden Knopf. Dazu kann das Auto beim Fahren noch die sogenannten "Donuts" drehen - also driften. An die Steuerung mit dem Software-Joystick muss man sich gewöhnen. Die ersten ein paar Male verhielt das Auto sich bei uns, als wäre der Fahre stark alkoholisiert und wollte partout nicht geradeaus fahren. Denn die beiden vorderen Räder reagieren auf die kleinste Verschiebung des Joystick nach rechts oder links, man muss hier buchstäblich die eigene Mitte finden.

Klappt das Fahren und die Steuerung besser, kommt der eigentliche Spielspaß. Das Auto reagiert präzise auf die Steuerbefehle, selbst wenn es sich unter ein Sofa oder einen Tisch verfährt und so aus dem Blick verschwindet, bricht die Verbindung nicht ab. Der Hersteller gibt als maximale Reichweite 30 Meter an . Lightning Mcqueen hat eine ansehnliche Mediathek an den Filmsprüchen, die er gemäß dem Fahrverhalten zum Besten gibt. Man kann sich auf die künstliche Intelligenz von Sphero verlassen. Alternativ kann man aber auch die eigene verwenden und für den Lightning Mcqueen ein sogenanntes Drehbuch zusammenstellen. Dies ist die Sammlung von Geräuschen und Sprüchen wie dem berühmten "Katschau!", die aus dem Film stammen. Das Prinzip ist einfach: Aus einer Liste der verfügbaren Sprüche kann man sich eine beliebige Abfolge zusammenstellen, in einem der Drehbücher speichern und dann beim Fahren abspielen lassen. Doch was nach einer leichten Aufgabe klingt, entpuppt sich als Benutzerführung aus den 90er-Jahren: Anfassen und Bewegen funktioniert nur über eine bestimmte, ziemlich kleine Stelle des Spruches. Ein Vorlage-Drehbuch wird nicht sofort eingeblendet bzw. lässt sich nicht sofort wählen, sondern erscheint erst nach der Betätigung des Speicher-Knopfes. Eine Änderung der Spruch-Abfolge geschieht nicht automatisch, sondern mit mindestens mit einer Bestätigung in zwei Schritten. Wir sind natürlich von iOS und macOS durch eine intuitive Oberfläche verwöhnt, aber auch die eigene Zielgruppe – Kinder und Jugendliche – sind nicht mehr an die unendlichen Fragen "Wollen Sie die Datei wirklich speichern?" gewöhnt.

Wem das Fahren mit dem Lightning nicht genügt, kann sich noch mit dem mitgelieferten Spiel "Boxenstopp" bespaßen. Im Spiel geht es darum, die ankommenden Autos während des Boxenstopps mit allem Nötigen zu versorgen. Je schneller sie die neuen Reifen, Sprit oder Öl bekommen, desto schneller können sie wieder auf die Piste. Alles in allem ein lustiges Geschicklichkeitsspiel als Bonus in der App.

Fazit

Ultimate Lightning Mcqueen ist ein cooles Spielzeug für kleine aber auch für große Autorenn-Fans. Aufgrund vieler Spezialfunktionen wie etwa den Drehbüchern hält der Spaß auch länger an. An die Steuerung muss man sich erst gewöhnen, denn Lightning Mcqueen reagiert auf die kleinste Bewegung des Joysticks und schwenkt sofort ab. Das Spielzeug-Auto ist mit 350 Euro außerdem sehr teurer - also eher etwas für die ganz harten „Cars“-Fans.

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