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Startvorgang nie abgeschlossen: macOS hat ein morbides Problem

30.04.2018 | 13:35 Uhr | Halyna Kubiv

Ein Horror-Szenario: Nach einem Update startet der Mac nie vollständig, kein Testläuf zeigt ein Hardware-Problem, alle guten Ratgeber bewirken nichts.

Die meisten Updates von Apple gehen problemlos von statten: Software heruntergeladen, Rechner neu gestartet, nach ein paar kurzen Bestätigungen kann man weiter arbeiten. Doch offenbar gibt es eine Kombination von Hardware und Software, die zu einem schwerwiegenden Bug führen kann: Plötzlich startet der Mac nicht mehr, der Ladebalken bleibt bei 100 Prozent hängen, es bewegt sich nichts mehr. So ist uns an diesem Wochenende passiert.

Ab hier greift man meistens zum funktionierenden iPhone und iPad und sucht nach gängigen Ratgebern wie unserem  " Der Mac startet nicht mehr – Das ist zu tun ". Spätestens nach zwei-drei ausprobierten Methoden kommen Zweifel auf: Das Festplattendienstprogramm auf der Wiederherstellungspartition meldet keine Fehler, mehr noch, wir können damit sogar die Ordner-Struktur auf der Festplatte einsehen. Das gleiche Tool im Single-User-Modus (Befehl "fsck -fy") zeigt ebenfalls keine Probleme. Der Hardware-Test ist schnell durchlaufen und meldet keine kaputte Festplatte oder andere fehlerhafte Software. Erst im Verbose-Modus (Command-V beim Einschalten des Macs) kommen erste Anzeichen unseres Problems: Nachdem der sogenannte "Early Boot" abgeschlossen wurde, meldet der Mac im Verbose-Modus eine unendliche Schleife von Abstürzen: "Process XY crashed: opendirectoryd. Too many corpses being created". Während man im ersten Impuls verstecke Leichen auf der Festplatte vermutet, ist die eigentliche Übersetzung wohl deutlich prosaischer: OpenDirektory verwaltet unter macOS alles , was Nutzer-Daten und Freigaben betrifft. Offenbar hat sich dabei irgendwelche Datenbank "verschluckt" und verursacht Fehler.

Dieses Problem ist offenbar nicht nur auf High Sierra beschränkt, sondern tritt seit mindestens El Capitan auf. Dazu scheint das Problem ziemlich verbreitet zu sein: Bei einem Beitrag in Apples Support Communities haben rund 1100 Menschen den Knopf betätigt " Ich habe das gleiche Problem ". Dieser Beitrag ist leider nicht der einzige: Hier , hier und hier fingen sich Nutzer mit den gleichen Problemen. Es gibt auch genügend Anleitungen, wie man das Problem behebt: Mal muss man alte Kext-Dateien löschen, mal eine Cache-Datenbank , in unserem Fall haben beide Anleitungen nichts gebracht. Bevor man jedoch zu dem letzten Mittel greift und macOS als Clean Install von einem externen USB-Stick installiert: Die Daten sind keineswegs verloren. Mit dem Terminal lassen sie sich auf eine externe Festplatte rüberkopieren. Dazu muss man den Mac von der Wiederherstellungspartion starten (Command-R) beim Starten. Aus der Menüleiste wählt man Dienstprogramme > Terminal. Wir hatten unseren gesamten Nutzerordner übertragen, dafür eignet sich der Befehl mv:

mv -v /Volumes/Macintosh\ HD/users/Username/. /Volumes/NameDerExternenFestplatte/ggf.Ordner

Das V im Befehl wird den Fortschritt des Kopiervorgangs anzeigen, der Punkt nach dem Benutzerordner wird auch die versteckten Dateien kopieren.

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