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Studie: Apples ResearchKit liefert zuverlässige Daten

14.03.2017 | 10:50 Uhr |

Eine Studie beweist, dass die mittels ResearchKit gewonnenen Daten ebenso akkurat sind wie die aus herkömmlichen Methoden.

Die Apple Watch und das iPhone als Gesundheitsgeräte, die Krankheiten vorhersagen und wertvolle Daten zu ihrer Behandlung liefern können, das ist mehr als nur eine Werbebotschaft des Herstellers, wie Mediziner des Mount Sinai Hospitals in einer Studie herausgefunden haben. Am konkreten Beispiel einer Asthma-App und des Apple ResearchKits konnten die Forscher zeigen, dass die vom Smartphone erhobenen Daten genau so akkurat sind wie jene in herkömmlichen Studien erhobenen. Durch die weite Verbreitung von Smartphones fallen wesentliche Hürden, um Teilnehmer für medizinische Studien zu finden, allein die Quantität der Datensätze sagt aber nichts über ihre Qualität aus. Doch haben die Mediziner nun in der Fachpublikation Nature Biotechnology gezeigt, dass auch per iPhone und Apple Watch gesammelte Daten weiter helfen, zumindest im speziellen Fall von Asthma.

Die App des Mount Sinai hatten 50.000 Personen heruntergeladen, 7600 davon hatten sich dazu verpflichtet, an der medizinischen Studie, die auf eine Laufzeit von einem halben Jahr angelegt war, teilzunehmen. Dabei gaben sie Informationen darüber, wie sie ihre Krankheit behandelten, die App sammelte zudem Daten über den Aufenthaltsort der Patienten und die dortige Qualität der Luft. Die Qualität der Datenerfassung überprüften Forscher anhand erwartbarer Korrelationen. So sollten Waldbrände im US-Bundesstaat Washington oder allgemeiner der Pollenflug die Symptome verstärken. Aus den Messwerten konnten die Wissenschaftler erkennen, dass ihre Probanden auf die äußeren Umstände reagierten – die Korrelation war damit erwiesen. Vorteile würden sich bei dem Vorgehen über ResearchKit vor allem darin zeigen, wenn man schnell und landesweit Studienteilnehmer suchen würde. Nachteile ergeben sich aber beim Duchhaltevermögen. So hätten zwar 90 Prozent mindestens eine Umfrage beendet, aber nur 30 Prozent seien über die kompletten sechs Monate mindestens zweimal sich daran beteiligt.

ResearchKit hatte Apple im Frühjahr 2015 vorgestellt, über das Framework sollen Forscher leichter an Studienteilnehmer gelangen, die über ihr iPhone Daten sammeln und weitergeben, Umfragen beantworten oder selbst Tests durchführen. Die App für die Untersuchungen des Mount Sinai zu Asthma hatte Apple mit vier weiteren bereits zum Start von ResearchKit veröffentlicht, mit der Zeit sind weitere Apps zur Forschung an Autismus, Epilepsie und Hautkrebs hinzugekommen, T-Systems unterstützt indes ein Spiel, das für der Demenzforschung dient.

Von einer weiteren Forschung b erichten die Kollegen der Computerworld : Mediziner der Universität von Kalifornien in San Francisco (UCSF) haben zusammen mit den Machern des Herzfrequenzmonitors Cardiogr.am Daten von über 66.000 Teilnehmern gesichert, die mit Hilfe selbst lernender Algorithmen schneller gefährliche Anomalien im Puls entdecken und rechtzeitig warnen sollen. Ein interessantes Nebenergebnis der Studie: Obwohl 30 Prozent der Amerikaner behaupten, das Mindestmaß an Bewegung und Training zu erreichen, sind es tatsächlich nur fünf Prozent, mit Nutzung der Apple Watch würden sich die Leute dann aber mehr bewegen.

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