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Studie: Großraumbüros lassen Mitarbeiter verstummen

11.07.2018 | 14:27 Uhr |

Großraumbüros sorgen dafür, dass Mitarbeiter auf Online-Kommunikation ausweichen und weniger miteinander reden.

Offen angelegte Großraumbüros sollen eigentlich die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern fördern. Schließlich sitzt nicht jeder Angestellte in einem eigenen Büro und jeder Mitarbeiter kann mit dem Kollegen zwei Tische weiter sprechen.

Eine Studie der Harvard University zeigt indes, dass dieser Ansatz nicht aufgeht. Großraumbüros sorgen eher für eine sinkende Kommunikation unter den Mitarbeitern. Die Forscher haben sich dazu die Kommunikation in zwei US-Unternehmen angeschaut, zwei Wochen vor und zwei Wochen nach dem Umzug in ein offenes Großraumbüro.

Aus der Auswertung von E-Mails, Messengern und Messgeräten am Arbeitsplatz ergab sich dabei, dass sich die direkten Gespräche nach dem Umzug in das Großraumbüro um 70 Prozent verringerten.

Ihrem Rededrang gaben die Mitarbeiter anderswo nach: Die Kommunikation über E-Mails und Messenger stieg um bis zu 50 Prozent an, die Nachrichten und Mails wurden zudem deutlich länger. Aus den 5,8 Stunden, die die Angestellten vor dem Umzug pro Tag miteinander sprachen, wurden 1,7 Stunden.

Nach Ansicht der Wissenschaftler führt der fehlende Rückzugsraum in Großraumbüros dazu, dass neue Formen der Privatheit gesucht werden. Diese finden die Angestellten in Chats mit anderen Menschen. Teilweise sei sogar ein Abwehrreflex unter den Mitarbeitern auszumachen, der die direkte Kommunikation hemmt.

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