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Suunto Spartan Ultra: GPS-Uhr für Abenteurer und Sportler mit einfacher Bedienung

16.11.2017 | 13:56 Uhr |

Wem die Apple Watch für das Training nicht ausreicht, setzt auf dezidierte Sport-Uhren. Die Suunto Spartan Ultra im Langzeittest.

Die Funktionen einer modernen Uhr für Sportler mit GPS-Unterstützung lesen sich meist wie eine riesige Ausstattungsliste bei einem Fahrzeug der Luxusklasse. Sie sollen den Spagat schaffen zwischen Alltag und Sport, als Erweiterung des Smartphones dienen, aber auch ohne Smartphone ihren Dienst nicht versagen. Da passen Schlagworte wie: „Die GPS-Uhr für Sportler und Multisport-Abenteurer“ ganz gut. Wie viel von dieser Aussage bei der Suunto Spartan Ultra – dem Spitzenmodell der Spartan-Reihe – übrigbleibt, wollten wir in einem Langzeitversuch herausfinden.

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Die Spartan-Reihe von Suunto zeichnet sich durch Ihr elegantes Design und ihrer sehr guten Bedienbarkeit aus. Das von uns getestete Topmodell Spartan Ultra ist dank Saphirglas perfekt für Outdoor-Abenteuer und -Sport.
Vergrößern Die Spartan-Reihe von Suunto zeichnet sich durch Ihr elegantes Design und ihrer sehr guten Bedienbarkeit aus. Das von uns getestete Topmodell Spartan Ultra ist dank Saphirglas perfekt für Outdoor-Abenteuer und -Sport.
© Suunto

Ausstattung für viele Sportarten

Zunächst liest sich die Ausstattungsliste nach einer perfekten Outdoor-Uhr:

·       Wasserdicht bis 100 m

·       GPS-/GLONASS-Tracking und Routennavigation

·       GPS- und barometrische Höhenmessung

·       Digitaler Kompass mit Neigungsausgleich

·       Stahllünette und Saphirglas

·       Outdoor-erprobter Farb-Touchscreen

Mehr als 80 Sportarten werden mit Renn- und Intervallmodi unterstützt. So kommen nicht nur Läufer, Radfahrer und Schwimmer auf ihre Kosten, sondern auch Vertreter exotischerer Sportarten wie Nordic Walking, Floorball oder Cheerleading.

Eine umfangreiche Ausstattungsliste ist toll für ein Werbeprospekt oder das Kartenquartett, aber als Nutzer muss man das auch noch bedient bekommen. Hier hat Suunto einen guten Job gemacht. Die Ersteinrichtung und Konfiguration können sowohl direkt an der Uhr als auch über eine Software am Mac oder die Smartphone-App erfolgen. Systemupdates sind nur über die Software am Rechner machbar. Das ist nicht verkehrt, weil durch die Direktverbindung mit dem USB-Ladekabel die Verbindung stabiler und schneller ist als über Bluetooth. Die Verbindung des Ladekabels zur Uhr erfolgt über vier Kontakte an der Unterseite der Uhr. Ein Magnet sorgt dafür, dass das Ladekabel nicht verrutscht. Eine sehr einfache und zuverlässige Methode.

Für das Ziffernblatt stehen derzeit sieben Designs in neun Farben zur Auswahl. Für unseren Kanada-Trip haben wir die Variante mit einer zweiten Zeitzone gewählt. Damit wussten wir immer ohne zu rechnen, wie viel Uhr es in Deutschland ist.
Vergrößern Für das Ziffernblatt stehen derzeit sieben Designs in neun Farben zur Auswahl. Für unseren Kanada-Trip haben wir die Variante mit einer zweiten Zeitzone gewählt. Damit wussten wir immer ohne zu rechnen, wie viel Uhr es in Deutschland ist.
© Thomas Bergbold

Gut gelungen ist die Bedienung der Uhr über die drei Tasten auf der rechten Seite, da benötigt man eigentlich den Touchscreen nicht. Mit der oberen Taste gelangt man in der Ansicht und dem Menü nach oben, mit der unteren Taste hinunter. Die mittlere Taste ist für die Auswahl beziehungsweise, wenn man sie länger drückt, für die Einstellungen. Die Menüstruktur ist nach dem ersten Ausprobieren verständlich, da helfen die große Schrift und die aufgeräumte Gestaltung. Kein Schnickschnack, nichts, was verwirrt. Eine deutsche Bedienungsanleitung bietet Suunto auf der Homepage zum Download.

Movescount zur Trainingsanalyse

Ein aufgezeichnetes Training kann man direkt aus dem Logbuch der Uhr anschauen oder nach der Synchronisierung mit Movescount. Movescount ist nicht nur der Name der Smartphone-App, sondern auch eines Servers von Suunto, der alle Daten und Trainings der Uhr sammelt.

Schöne große Symbole und eine einfache Nutzerführung machen es dem Nutzer einfach sich zurecht zu finden. Das klappt sogar für Träger einer Lesebrille, ohne diese.
Vergrößern Schöne große Symbole und eine einfache Nutzerführung machen es dem Nutzer einfach sich zurecht zu finden. Das klappt sogar für Träger einer Lesebrille, ohne diese.
© Thomas Bergbold

Während die Movescount-App auf dem Smartphone in erster Linie der Synchronisierung und der übersichtlichen Anzeige der Trainingsergebnisse dient, ist die movescount.com Seite auch zur Konfiguration und Personalisierung der Uhr gedacht. Neben der Anpassung der Anzeige der Sportarten ist zum Beispiel auch das Erstellen von Routen für ein Training oder der Navigation hier recht leicht möglich.

Frei konfigurierbare Zusammenfassungen über den aktuellen Stand des Trainings überzeugen in der Praxis.
Vergrößern Frei konfigurierbare Zusammenfassungen über den aktuellen Stand des Trainings überzeugen in der Praxis.
© Thomas Bergbold

Nutzt man beim aufgezeichneten Training GPS, wird eine Karte eingeblendet. Der Track lässt sich in fünf verschiedenen Formaten (KML, GPX, XLSX, FIT und TCX) für die Weiterverarbeitung exportieren.

Da movescount.com auch zum Austausch mit anderen Sportlern gedacht ist, kann man hierüber auch Routen der Mitglieder anschauen und für ein eigenes Training nutzen. Der Beitritt in diese Sport-Community ist freiwillig, und man kann seine eigenen Daten auf privat stellen, so dass kein anderer Nutzer sie sehen kann.

Die Konfiguration erfolgt über Movescount.com, wo man auch eine angepasste neue Sportart hinzufügen kann.
Vergrößern Die Konfiguration erfolgt über Movescount.com, wo man auch eine angepasste neue Sportart hinzufügen kann.

Im Einsatz als Multisport-Uhr

Multisport ist bei über 80 Sportarten wirklich wörtlich zu nehmen. Das Schöne ist aber, dass diese Funktionsfülle auch noch sehr gut bedienbar bleibt. Möchte man sein Training aufzeichnen, wechselt man mit wenigen Tastendrücken oder mit Wischen zum Trainingsmenü, wählt dort die entsprechende Sportart aus und startet die Aufzeichnung.

Eine große Schrift und keine großen Verschachtelungen machen das sehr übersichtlich. Dafür wählt man bei der Ersteinrichtung beziehungsweise der Konfiguration über movescout.com seine Lieblingssportarten. Und genau diese werden dann auch nur angezeigt. Das ist sehr einfach und effektiv.

Große Symbole mit klaren Anweisungen ziehen sich durch die gesamte Bedienung. Wie hier nach dem Abschluss des Trainings zum Speichern.
Vergrößern Große Symbole mit klaren Anweisungen ziehen sich durch die gesamte Bedienung. Wie hier nach dem Abschluss des Trainings zum Speichern.
© Thomas Bergbold

Je nach Sportart gibt es wichtige Werte, die man gerne im Blick haben möchte, zum Beispiel Distanz, Höhe oder Dauer. Welche das sind und wie sie aussehen, lässt sich ebenso über movescout.com konfigurieren. Ebenso kann man angepasste Sportarten festlegen, einen eigenen Namen kann man ihnen jedoch nicht geben.

Eine sehr übersichtliche Zusammenfassung des Trainings erhält man nach der Synchronisierung in der Movescout-App oder auf movescout.com - dank GPS auch mit Karte.

Nach dem Synchronisieren mit der Movescount-App, steht eine sehr übersichtliche Anzeige der Trainingsdaten zur Verfügung.
Vergrößern Nach dem Synchronisieren mit der Movescount-App, steht eine sehr übersichtliche Anzeige der Trainingsdaten zur Verfügung.

Die GPS-Funktion ist aber nicht nur praktisch bei der Aufzeichnung eines Trainings, sondern auch für die Navigation. Hierbei gibt es zwei grundlegende Möglichkeiten: Navigation mit und ohne Trainingsaufzeichnung. Je nachdem erfolgt der Start im Menü "Navigation" oder im Menü "Training".

Die Route oder das Ziel für die Navigation plant man zuvor auf movescout.com. Das ist sehr einfach umgesetzt und recht leicht zu verstehen. Dafür aber auch nicht so umfangreich wie Garmins Basecamp. Auf Wunsch kann man aber auch eine Route importieren. Diese Route kann dann beim Training in einem unbekannten Terrain sehr gut zur Navigation dienen. Die auf das Nötigste reduzierte Anzeige sorgt dafür, dass man auch in der Bewegung die Richtung einhalten kann. Was wir vermisst haben, ist ein akustisches oder ein Vibrations-Signal, wenn man einen Wegepunkt erreicht hat. So müsste man bei einer Abzweigung nur dann auf die Anzeige schauen, wenn man auch abbiegen muss. Einen kurzen Einblick in das Thema "Navigation" gibt Suunto auf seiner Seite.

Das klare Design ist schnörkellos und sogar an eine Karte hat hier Suunto gedacht.
Vergrößern Das klare Design ist schnörkellos und sogar an eine Karte hat hier Suunto gedacht.

Optional gibt es die Funktion "Autostopp", bei der die Trainingsaufzeichnung beim Stehenbleiben unterbrochen wird und bei der Wiederaufnahme weitergeht. Dieses an sich sehr sinnvolle Feature lässt sich als Option bei jeder Sportart separat ein- oder ausschalten. Bei uns im Test klappte das nur sehr unzuverlässig. Das Stoppen wurde meist erkannt im Gegensatz zum Weiterlaufen. Gut, dass man das Training auch mit einem Tastendruck pausieren kann. Von diesem Mangel abgesehen konnte uns die Spartan als Sportuhr voll überzeugen.

Wer die Wahl hat ...

Ist einem das Modell Ultra zu teuer, so hat Suunto noch weitere Modelle in der Spartan- Reihe zu bieten. Bei 279,- Euro geht es los. Erfreulicherweise geht der Rotstift nicht zu Lasten der Grundfunktionen. So bietet auch das Einsteigermodell Spartan Trainer Navigation. Die Hauptunterschiede liegen in den eingesetzten Materialien und dem Akku. Während die Ultra maximal 140 Stunden im Navigationsmodus durchhält, sind es beim Trainer nur noch 30 Stunden. Auch gibt es den barometrischen Höhenmesser nur bei der Ultra und der Kompass fehlt nur im Modell Trainer.

Sucht man einfach nur eine Uhr für den Sport, so kann man auch bei den günstigeren Modellen Spartan Sport und Spartan Trainer fündig werden. Wahlweise mit eingebautem Herzfrequenzmesser oder mit Brustgurt. Für Bergwanderer und alle, denen die Robustheit wichtig ist, sollten zur Ultra mit Saphirglas greifen.

Im Einsatz als täglicher Begleiter

Eine Uhr haben viele von uns täglich an, warum nicht eine Sportuhr. Da hilft die klare Designsprache der Spartan-Serie, die nicht so protzig und technisch verspielt, sondern eher unauffällig wirkt. Je nach gewähltem Modell sind die Akzente in der Lünette zu finden, die neben unserem Modell aus Stahl auch aus Titan sowie in einigen wenigen Farben erhältlich ist. Sehr bunt scheinen es die Finnen nicht zu mögen, so findet sich beispielsweise kein rotes Armband als Zubehör.

Auf der Internetseite movescount.com bekommt man einen sehr schönen Überblick über seine aufgezeichneten Trainings. Neben einer Übersicht nach Monaten, wie hier zu sehen ...
Vergrößern Auf der Internetseite movescount.com bekommt man einen sehr schönen Überblick über seine aufgezeichneten Trainings. Neben einer Übersicht nach Monaten, wie hier zu sehen ...
... gibt es auch eine komplette Zusammenfassung einzelner Tranings (Moves) inklusive Karte. Der Weg lässt sich zur Weiterverarbeitung in verschiedenen Formaten exportieren.
Vergrößern ... gibt es auch eine komplette Zusammenfassung einzelner Tranings (Moves) inklusive Karte. Der Weg lässt sich zur Weiterverarbeitung in verschiedenen Formaten exportieren.

Design ist natürlich Geschmackssache, für eine Uhr zählen Robustheit und Ausdauer. Bei beiden kann die Spartan Ultra punkten. 14 Tage hat der Akku locker ausgehalten. Je weniger lange Trainings mit GPS-Nutzung dabei waren, umso länger war es. Dank Stromspareinstellung wie GPS-Genauigkeit und Displaybeleuchtung muss man sich weniger Gedanken um die nächste Steckdose machen wie bei so manch anderen Mitbewerbern. Speziell unser Modell mit Saphirglas punktete auch beim Thema Robustheit. So mancher Fels hatte beim Test das Glas gestreift und doch keine Spuren hinterlassen. In Sachen Individualität kann man sich beim Ziffernblatt austoben. Derzeit stehen sieben Designs in neun Farben zur Auswahl.

Dank GPS kann man jederzeit Koordinaten speichern und diese für die Navigation nutzen.
Vergrößern Dank GPS kann man jederzeit Koordinaten speichern und diese für die Navigation nutzen.
© Thomas Bergbold

Fazit

Wir haben die Spartan Ultra täglich über viele Wochen getestet. Sie hat uns nicht nur beim Sport, beim Wandern und Navigieren überzeugt, sondern erst recht als ganz normale Uhr bzw. Smartwatch. Die Anzeige ist auch bei Sonnenlicht sehr gut zu lesen. Und was als Uhr besonders wichtig ist: Der Akku hält sehr lange. Zwei Wochen waren kein Problem. Bei einer fleißigen Nutzung von GPS waren es immer noch fast fünf Tage. Das hängt aber sehr stark von der Nutzung ab. Alles in allem sehr überzeugend.

Neben einem Kompass für die Navigation, gibt es die Anzeige eines Pfades. Das ist reduziert aber in der Praxis einfach und meist ausreichend.
Vergrößern Neben einem Kompass für die Navigation, gibt es die Anzeige eines Pfades. Das ist reduziert aber in der Praxis einfach und meist ausreichend.
© Thomas Bergbold

Bei Fototrips in die Berge und nach Kanada bewies sie, dass sie auch als robuste Uhr durchgeht – dem Saphirglas sei Dank. Ebenfalls praktisch und vor allem recht einfach umgesetzt ist die Navigationsfunktion. Beim Sport kann man sich so durch unbekanntes Terrain navigieren lassen. Hilfreich ist hier auch die sehr einfache Routenplanung über movescout.com, die auch der Übersicht dient. Die gleichnamige App ist hier nur auf das Nötigste reduziert und dient nur zur Anzeige der Trainingsdaten. Dass es keine Schnittstelle zu Apple Health gibt, ist ein wenig schade, die sehr einfache Bedienbarkeit und der Funktionsumfang machen das aber wieder wett.

Suunto Spartan Ultra

Hersteller:

Suunto

Preis:

€ 699,-

Note:

1,3 Sehr gut

Vorzüge:

robustes Gehäuse, sehr gute Laufzeit, einfache Bedienung, übersichtliche Anzeige der Trainingsergebnisse auf Movescout, viele Ausstattungsvariante auch zu niedrigeren Preisen

Nachteile:

kein Apple Health, Autstopp beim Training derzeit unzuverlässig

Alternativen

Garmin fenix5

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