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Mac-Bremse erklärt: Wenn „kernel_task“ das System bremst

27.09.2018 | 08:39 Uhr |

In der Aktivitätsanzeige sorgt der Prozess „kernel_task“ oft für hohe CPU-Last. Dafür hat er aber einen guten Grund.

Ist der Mac plötzlich unerwartet langsam und läuft wie mit angezogener Handbremse, starten erfahrene Anwender die Aktivitätsanzeige. Unter „CPU“ sieht man dann sofort, welcher Prozess bzw. welches Programm den Mac verlangsamt. Meist ist es Safari, da eine mies programmierte Seite die CPU komplett auslastet. Manchmal handelt es sich aber um den Prozess „kernel_task“ der unerwartet vielleicht 400 Prozent CPU-Last einfordert. Selbst unter erfahrenen Anwendern hat dieser Prozess „kernel_task“ schon oft für Missverständnisse und irreführende Erklärungen gesorgt.

So wundert sich ein Cutter im Apple-Supportforum, dass der Prozess während seiner Arbeit plötzlich fast alle CPU-Kerne blockiert – obwohl er gerade mitten in der Arbeit ist. Aber auch Besitzer eines Macbook Pro, das per Thunderbolt mit einem Monitor oder RAID verbunden, werden gelegentlich durch den Prozess „kernel_task“ ausgebremst. Fälschlicherweise vermuten nun viele Anwender, es gebe ein Problem mit dem System und der Prozess würde Amok laufen. Der Prozess „kernel_task“ ist ja der tiefste „Kern“ des Betriebssystems und beinhaltet eine Vielzahl an Systemprozesses. Zu dem Prozess „kernel_task“ gehören Hardware-Treiber wie eine Kernel-Extension für den WLAN-USB-Stick oder eine Systemerweiterung eines Virenscanners. Diese verursachen auch oft Ärger, meist handelt es sich dann aber darum, dass der Mac einfriert oder abstürzt. So kursieren Tipps im Web, man müsste bestimmte Systemdateien löschen oder Wartungsaufgaben durchführen. Das ist aber falsch und die Suche nach fehlerhaften Treibern müßig. Bremst aber „kernel_task“ die CPU aus, ist in vielen Fällen in Wirklichkeit Überhitzung die Ursache.

Bei hohen Temperaturen oder bei Anschluss eines 4K-Monitors per Thunderbolt werden die CPU und andere Bauteile des Rechners warm, was das System dank eingebauter Sensoren registriert. Kann der Lüfter aber die Temperatur nicht reduzieren und auch das Heruntertakten der CPU hilft nicht, schaltet sich unter Umständen der Prozess „kernel_task“ ein und blockiert die CPU – ein wenig wie ein Bremsfallschirm. Unerwarteterweise wird die Bremse aber offensichtlich auch bei überhitzten Thunderbolt-Schnittstellen aktiv. Bekannt ist das Problem vor allem bei Nutzern eines älteren Macbook Pro Retina, dessen Thunderbolt-Schnittstelle zur Überhitzung neigt. Aber auch bei Problemen mit dem Lüfter kann das Problem auftreten. Mittelbar ist in vielen Fällen zwar dann eine Software die Ursache, etwa wenn ein Flash-Banner im  Hintergrund hohe Systemlast erzeugt oder wenn man ein 4K-Video in ein anderes Format umwandelt. Tiefere Ursache ist aber ein Problem mit der Kühlung. Bei einem älteren Macbook kann dann durchaus der Lüfter defekt sein oder verdreckt, was bei einem Macbook Air vermutlich kaum auffällt. Ein Test des Rechners mit dem Hardware-Test ist in solchen Fällen aber immer eine gute Idee. Ob der Lüfter überhaupt arbeitet, kann man mit einem Tool wie Macs Fan Control ausprobieren und damit den Lüfter kurz auf einen maximalen Wert stellen.

Seinen Lüfter kann man mit Macs Fan Control testen.
Vergrößern Seinen Lüfter kann man mit Macs Fan Control testen.

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