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Taugt VR nicht für Filme? Facebook macht Oculus Story Studio dicht

05.05.2017 | 13:17 Uhr |

Als Abspielgerät für Filme ist die Virtual Reality-Lösung Oculus Rift anscheinend ein Flop, Facebook schließt das ambitionierte Filmstudio Oculus Story Studio.

Bei den beiden neuen Technologien Augmented Reality und Virtual Reality suchen Anwender noch nach geeigneten Anwendungsgebiete, so könnte das von Apple favorisierte AR sich zukünftig etwa gut für Navigations-Aufgaben eignen. Bei der ähnlichen Technologie Virtual Reality scheint sich dagegen langsam Gaming als Hauptanwendung durchzusetzen - zumindest bei Privatanwendern. So hat gerade Facebook angekündigt, sein VR-Studio Oculus Story Studio zu schließen. Das 2014 gegründete Filmstudio hatte unter anderem Mitarbeiter von Pixar angeworben und einige VR-Kurzfilme produziert, die viel Aufmerksamkeit erregten. Filme wie „Lost“ „Henry“ und „Dear Angelica“ sollten eine neue Form des „real-time storytelling“ begründen, „Henry“ gewann etwa einen Emmy. An mangelndem Interesse kann es also nicht liegen, wir vermuten mangelnden finanziellen Erfolg. Vor allem das jüngste Projekt war sehr ambitioniert: Der auf Illustrationen basierende Film „ Dear Angelica “ handelt über ein junges Mädchen, das sich an seine verstorbene Mutter erinnert. Da der Film mit einem VR-Headset produziert wurde, kann der Zuseher die Entstehung des Zeichnungen verfolgen, Interaktionen sind möglich.

Der Film "Dear Angelica" wurde per Oculus Rift erstellt.
Vergrößern Der Film "Dear Angelica" wurde per Oculus Rift erstellt.

Für den Kurzfilm wurde eigens die Software Quill entwickelt, ungünstigerweise parallel zur Entstehung des Films. Statt einem eigenen Studio will Facebook zukünftig externe Projekte fördern, wie der zuständige Jason Rubin in einem Blogeintrag schreibt . Allerdings gehören zu den geförderten Projekten bisher vor allem Spiele. 50 Millionen sollen aber ausschließlich der Förderung von experimentellen VR-Inhalten und nicht Spielen dienen.

Facebook hatte die Herstellerfirma des Headset Oculus Rift vor drei Jahren für zwei Milliarden Dollar gekauft. Laut Markbeobachtern ist der Konzern aber weniger erfolgreich als seine direkten Konkurrenten Sony und HTC, die sich auf Spieleanwendungen konzentrieren. Im Unterschied zur Oculus Rift, das an einen eigenen Store gebunden ist, ist etwa das Headset Vive von HTC eine offene Plattform. Laut Epic-Gründer Tim Sweeney soll sie sich etwa doppelt so gut wie die Oculus Rift verkaufen. Die Lösung von Sony profitiert mit der Kompatibilität mit der Playstation 4, die Konkurrenten erfordern sehr leistungsfähige Rechner. So gibt es bisher auch keine Mac-Versionen, was laut Oculus-Mitarbeitern am hohen Aufwand liege.

Spiele-VR-Titel sind relativ erfolgreich.
Vergrößern Spiele-VR-Titel sind relativ erfolgreich.

Apple setzt statt auf Virtual Reality auf die Schwester-Technologie Augmented Reality, Firmenchef Tim Cook hatte dies bereits öfter öffentlich bekräftigt. Einen längeren Einführungsartikel zum Thema Augmented Reality finden Sie hier .

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