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Test: MusicMan Karaoke-Mikrofon BT-X31

12.06.2017 | 14:04 Uhr |

Beim Karaoke kommt es nicht auf das schöne Singen an. Ein bisschen mehr Qualität hätten wir uns dann doch erhofft.

Wer beim Karaoke schön singt, hat das Prinzip des Freizeitspaßes nicht verstanden und sollte sich besser nach einem Live-Club in der Stadt umsehen, die regelmäßig eine offene Bühne bieten. Da ist dann der Sound in allen Belangen besser.

Nein, Karoke ist meist für Möchtegernsänger, die selten den richtigen Ton treffen und auch mit dem Rhythmus und dem Text Schwierigkeiten haben, also genau für unsereins. Wobei: Das Karaoke-Mikro von Technaxx klingt schon bescheiden, ehe wir nur auch einen Ton gesungen haben.

Via Bluetooth verbindet man das MusicMan BT-X31 mit seinen Stereolautsprechern und dem 3-Watt-Verstärker mit dem iPhone, iPad oder Mac, optional lässt sich ein Musikabspielgerät auch per Aux verbinden oder ein FAT32-formatierter UBS-Stick mit Mitsingmusik  in den Formaten MP3 und WAV anschließen. So weit so gut. Fünf Regler stehen zur Verfügung: Einer mischt die Lautstärke von Musikquelle und Gesang, zwei sind für Bässe und Höhen zuständig, aber eigentlich eher nur so da, denn einen Unterschied erkennen wir kaum, wenn wir an den Reglern schieben. Ein weiterer steuert einen furchtbaren Echoeffekt zu eigenen Stimme hinzu, der letzte schließlich ist für die Gesamtlautstärke verantwortlich. Die Regler sehen wie On/Off-Schalter aus, lassen sich aber nicht nur an zwei Enden einrasten, sondern kontinuierlich verschieben. Das aber lediglich über zwei Zentimeter, sie sind also nicht wirklich fein justierbar.

Rauschen und Knistern

Die Bluetooth-Paarung geschieht schnell und unkompliziert, aber schon sofort nach dem Einschalten ließ das Mikro ein hässliches Rauschen vernehmen. Das wird nicht besser, wenn wir die Musik darauf ausgeben, "blechern" ist das erste Adjektiv das uns zur Beschreibung des Klangs in den Sinn kam.

Zur Ehrenrettung des BT-X3l sei gesagt, dass die schrägsten Töne aber immer noch der Testsänger produzierte, da ist dessen Halsentzündung und die Stimmlage im Bassbariton nur unzureichende Entschuldigung. Die Richtcharakteristik des goldfarbenen Mikros lässt zudem zu wünschen übrig, der Akku hält 2000 mAh Stunden bereit, das soll je nach Lautstärke für 3,5 bis 6 Stunden ausreichen.

Was uns aber nachhaltig irritierte: Es gibt keine App für das Karaoke-Mikro. Genau hier hätte der Hersteller den Unterschied machen und wenigstens eine für iOS oder Android oder macOS oder Windows empfehlen oder als branded Version herausgeben können. Allenfalls auf die bekannten App Stores und Youtube stehen Hinweise auf Quellen für den Karaoke-Spaß. Technaxx postuliert das jedoch  als großen Vorteil, man sei nicht auf eine bestimmte Karaoke-Maschine und ihr Songangebot angewiesen, was große Freiheit bei der Party bedeute. Mit einer vernünftigen App im Paket würde das Mikro aber deutlich mehr Spaß machen.

Mitsingmusik im App Store und bei Youtube

Wir stöbern durch den (Mac) App Store und finden tatsächlich auch das ein oder andere Angebot mit wenigstens ein paar kostenlosen Songs, leider nicht in unserer Stimmlage - siehe oben. Das würden wir zum Beispiel von einem klugen Karaoke-System erwarten: Eine Software, in der wir die Tonlage der Begleitung an unsere Bedürfnisse anpassen könnten. Dann würden wir auch über Unzulänglichkeiten der Hardware hinwegsehen, denn beim Karaoke soll es ja nicht zu sauber klingen. Aber so können wir leider keine Empfehlung für das Karaoke-Mikrofon ausgeben. In der Generation Musica.ly dürfte das Mikro hingegen bestens ankommen. Aus dem Karaoke-Alter sind jedoch wir anscheinend schon raus. Der Preis: 37 Euro .

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