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Test: Noch mehr Vielfalt in PDF Pen Pro 10

05.06.2018 | 15:56 Uhr | Thomas Hartmann

Zum vergleichsweise günstigen Preis bietet PDFpenPro 10 jede Menge Funktionen für professionelle Gestaltung und Komfort mit PDF-Dateien.

Schon seit vielen Jahren ist PDF Pen Pro 10 eine im Vergleich zu Platzhirschen wie Adobe Acrobat, für das der Entwickler inzwischen knapp 18 Euro monatlich im Abo aufruft, günstige Alternative. Die Software von Smile bietet sicherlich nicht denselben ”Industriestandard” wie die Mutter aller PDF-Tools. Doch für viele Zwecke ist PDF Pen Pro 10 bei einem Preis von 130 Euro völlig ausreichend.

Vielfältig…

Die Vielfalt an Tools und Möglichkeiten ist inzwischen fast erschlagend. Man sollte sich schon sehr genau mit den Menüs und am besten den PDF-Tutorials   (freilich nur in englischer Sprache) beschäftigen, um einen Überblick zu erhalten. Auch die integrierte Mac-Hilfe fürs Programm ist eine wichtige Unterstützung.

Gewohnt sind von diesem Tool schon Werkzeuge wie das Erstellen von eigenen Formularen samt Auswahlfeldern und Radiobuttons und anderem. PDFs lassen sich in durchsuchbare Dokumente verwandeln (OCR), und mit verschiedenen Tools können wir Texte korrigieren, verändern oder schwärzen oder gleich den einem Layout unterliegenden Text als eigene OCR-Ebene anzeigen und bearbeiten zu können. Man kann sogar PDFs in ausfüllbare Formulare konvertieren, oder über die URL ganze Websites in archivierbare PDF-Dokumente zu verwandeln. Die eigene Unterschrift in einen Text zu ergänzen, entweder indem man direkt in einem Feld unterschreibt oder aus seiner Bibliothek die eingescannte Unterschrift hinüber zieht, ist ebenfalls schon lange ein praktisches Feature.

Zu den vielen Option ist nun in PDF Pen Pro 10 noch hinzugekommen, dass man Wasserzeichen in PDFs einfügen kann, beispielsweise aus eigenen Bildern. Hier lässt sich in diskreten Stufen (leider nicht stufenlos!) die Transparenz einstellen, die Wasserzeichen lassen sich auch drehen und auf bestimmte oder alle Seiten anwenden. Beeindruckend ist die neue Stapelverarbeitung, mit der sich auf einen Schlag beliebig viele PDFs auswählen lassen, um diese durch die programmeigene OCR laufen zu lassen. Sehr begrüßenswert finden wir auch die Möglichkeit, nun Fuß- und Kopfzeilen sowie dort Seitenzahlen oder weiteren Text hinzuzufügen. Und vieles andere mehr.

…aber auch Macken

Doch auch die Schwächen von PDFpenPro 10 sind geblieben. So ist nicht alles ganz intuitiv zu bedienen, beispielsweise Auswahlfelder auf einer Seite zu ergänzen, macht uns immer wieder Kopfzerbrechen. Bei unserem Versuch, ein Wasserzeichen zu einer älteren Macwelt-PDF Ausgabe hinzuzufügen, gelingt dies prinzipiell, aber aus irgendeinem Grund steht dieses Wasserzeichen auf der ersten Seite auf dem Kopf, um auf den anderen dann aber richtig herum zu erscheinen. Das lässt sich auch nicht nachträglich verändern, wie man überhaupt für weitere Anpassungen das Wasserzeichen erst komplett wieder löschen muss, um es dann neu einzufügen. Was wir nun als äußerst umständlich bewerten können. Und hinter manchen Textblöcken im PDF verschwindet das Wasserzeichen einfach zum Teil. Das ist alles nicht sehr schön und wirkt unprofessionell. Dass PDF Pen Pro 10 nach mehreren Versuchen dann einfach sang- und klanglos abstürzt, ist ebenfalls nicht erfreulich.

Auch der Ersatz oder das gekonnte Einfügen von anderen Text klappt nicht immer so wie gewünscht, und die OCR-Ebene ist ebenfalls nicht immer so leicht zu bearbeiten, die vom Entwickler versprochen. Doch in vielen Fällen sind alle diese Möglichkeiten sehr hilfreich, es kommt irgendwie wohl darauf an, wie die Vorlage sich dem Zugriff von PDF Pen Pro 10 fügen will. Vermutlich hängt es auch damit zusammen, welches Ursprungsprogramm ein PDF erzeugt hat.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

Direkt von der Entwicklersite von Smile Software   gibt es eine kostenlose Testversion und den Kaufpreis von 130 Euro (125 US-Dollar) für PDF Pen Pro 10.1. Im Mac App Store  zahlt man dafür 140 Euro . Funktionsunterschiede sind nicht zu erkennen. Vorausgesetzt wird mindestens macOS 10.12. Smile Software bietet eine abgespeckte Mac-Version namens PDF Pen für 80 Euro ( Mac App Store  ebenfalls 80 Euro ). Dieser fehlt beispielsweise die Möglichkeit, ganze Webseiten in PDFs zu verwandeln, der Export zu Microsoft Excel, PowerPoint und PDF/A und anderes mehr, ein genauer Vergleich findet sich hier . Dort sieht man auch, dass Smile Software vergleichbare Tools für iPad und iPhone sowie eine eigene iOS-Scan-App anbietet.

Fazit und Empfehlung

Wer auf den genannten ”Industriestandard” setzt oder setzen muss, ist mit dem freilich deutlich teureren Adobe Acrobat in den meisten Fällen immer noch auf der sicheren Seite. Wer dagegen mit gewissen Einschränkungen, aber einem dafür dramatisch günstigeren Preis leben kann, hat mit PDF Pen Pro 10.1 und PDF Pen 10.1 eine gute Wahl, um in vielen Fällen PDFs kreativ zu erstellen oder zu verarbeiten. Wenn der Entwickler einige Macken in den Griff bekommt, ist unsere Empfehlung für das Tool mit vielen guten Werkzeugen und Optionen noch eindeutiger.

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