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Tim Cook plaudert über AR, Programmieren und seine Anfänge bei Appe

13.10.2017 | 10:18 Uhr |

Tim Cook wirbt auf seiner Europareise vorwiegend für die neue Technologie AR, gibt aber weitere Einblicke in das Innenleben Apples.

In einem Loft im Londoner Stadtteil Soho hat Apple-CEO Tim Cook dem Modemagazin Vogue UK anhand für die Modebranche wichtiger Beispiele erklärt, dass die AR-Technik an keiner Industrie vorbei gehen werden. Denn es werde nicht mehr besonders lang dauern, bis man etwa sein iPhone auf die Trägerin eines interessanten neuen Mantels richten könne und dieses dann erkenne, wer das Kleidungsstück gestaltet habe und wo es dies zu welchem Preis zu kaufen gebe. Modeschauen könnten damit auch ein deutlich breiteres Publikum erreichen als bisher, das die vorgeführten Teile virtuell von allen Seiten betrachten könne. Ein erster Modekonzern, der AR in seiner App nutzt, ist Burberry – von dem Apple vor ein paar Jahren die CEO Angela Ahrendts als Retail Chefin abgeworben hat. Derartige Features werden laut Tim Cook in Zukunft für Hersteller so wichtig wie schon heute die eigene Website. Apple werde die Entwickler mit Tools wie dem ARKit dabei unterstützen, hege aber keine Pläne, eine derartige Modedatenbank selbst aufzubauen.

Paris oder London, Hauptsache Schweden

Apple-CEO Tim Cook setzt nach Stationen in Paris – wo er mit Präsident Macron unter anderem über Steuern sprach – und London seine Europatour in Schweden fort und hat sich für kurze Zeit zu einem Besuch des Apple-Büros in Stockholm begeben. Dort gab er nur dem Magazin Feber ein Interview, in dem er vorherige Aussagen bekräftigte. So betonte er etwa die Wichtigkeit von AR-Anwendungen und sagte, dass jeder Schüler und Student programmieren lernen sollte. Das Ziel einer derartigen Bildung sei aber nicht, dass auch jeder Entwickler werde, das Erlernen von Programmiersprachen schule aber den Geist und lehre kritisches Denken, zudem eröffneten derartige Fähigkeiten neuartige Kommunikationskanäle zu anderen Menschen. Dabei solle man sich für die "Kunst des Machbaren" öffnen und nicht überlegen, was man alles nicht erreichen könne.

Noch auf seiner Station in London hatte Cook in einem Interview mit dem Independent den Gerüchten um eine AR-Brille Apples den Wind aus den Segeln genommen. Auch wenn AR großes Potential habe, für ein Headset sei es noch zu früh. Große Herausforderungen bestünden nicht nur in der Technologie der Displays, sondern auch darin, "ausreichend Zeug in das Gesicht zu bekommen", welches den Computer in der Brille ausmache. Noch könne man also keine AR-Headsets in der gewünschten Qualität bauen.

In Oxford plauderte Cook schließlich aus dem Nähkästchen über seine Anfänge bei Apple. Der gerade zu seiner Gründung zurückgekehrte Steve Jobs räumte seinerzeit vor 20 Jahren massiv auf und baute um, auch und vor allem beim Personal. Tim Cook hatte Steve Jobs vor der Abwerbung von Compaq niemals getroffen und hegte Zweifel, ob ihm ein Wechsel gut tun würde. Denn Cook hatte gerade eine vielversprechende Karriere bei der damaligen Nummer eins des Computermarktes begonnen, während Apple kurz vor dem Abgrund stand. Noch heute schüttelt Cook den Kopf über die hämische Empfehlung des Konkurrenten Michael Dell, Jobs möge seinen Laden besser schließen und den Aktionären das Geld zurück geben. Cooks entschied sich jedoch dafür, ins Ungewisse aufzubrechen – und musste dies nicht bereuen. Compaq ist Geschichte, Dell hat den Aktionären ihr Geld zurückgegeben und seine Firma wieder von der Börse genommen, wenn auch nicht geschlossen. Bleibt nur die Frage, wo Compaq heute wäre, hätte sich Cook seinerzeit für den Verbleib entschieden.

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