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Tim Cook erklärt sich zu seinem Auftritt in China

07.12.2017 | 10:39 Uhr |

Kritik an seinem Auftreten in China lässt Apple-CEO Tim Cook an sich abperlen – in der Sache erklärt er sich aber doch.

Auf die harsche Kritik über seine Eröffnungs-Keynote der World Internet Conference in China hat Tim Cook nun in einer weiteren öffentlichen Rede reagiert – ebenfalls in China, genauer gesagt auf der Fortune Global Conference in Guanghzou. Cook schüttelte die Kritik vor allem ab und meinte, er käme zu gar keiner Rede mehr, wenn er sich darum sorgen würde, dass die Leute darüber denken könnten und was Kritiker sagen würden. Es gebe in der Gesellschaft offenbar zu wenige Leute, die bereit sind, zuzuhören und zu lernen, führt der Apple-CEO weiter aus: "Ich werde für jede Teilnahme an einem Meeting kritisiert, auch in den USA. Am Ende des Tages ist mir das egal."

In der Sache der Kritik erklärte sich Cook ein wenig ausweichend. Denn in seiner Eröffnungsrede hatte er letzten Sonntag erklärt, dass Apple das Thema der Konferenz unterstütze, eine digitale Wirtschaft für Offenheit und Vorteile für alle zu entwickeln. Das mag ein wenig missverständlich wirken, wenn der Apple-Chef derartige Thesen in einem Land vorträgt, das den Zugang zum Internet stark reglementiert und vor allem zensiert – außer in den Tagen der Konferenz für deren Teilnehmer . Cook merkt gegenüber Fortune jedoch an, dass sich Apple – und auch andere, die in China Geschäfte machen wollen – stets an die Regeln und Gesetze eines Landes halten müsse, das man neu betrete.

Als Amerikaner würde er stark an Freiheit glauben und darüber gebe es keine Zweifel. Er wisse aber, dass jedes Land in der Welt selbst über seine Gesetze und Regulierungen entscheide. So habe schließlich auch jedes Unternehmen die Entscheidungsfreiheit, an einem solchen Markt teilzunehmen oder draußen zu bleiben. Frei nach Theodore Roosevelt sei es in jedem Fall aber besser, die Arena zu betreten, denn nur dort könne man Änderungen bewirken. Was in der Arena passiere, entscheide sich nicht von außerhalb der Seitenlinien. Die zuletzt aus dem App Store entfernten VPN-Apps könnten so auch wieder zurück kehren, gibt sich Cook zudem optimistisch . Wandel durch Annäherung, so klingt das ein wenig. Fragt sich nur, wer sich schneller wandelt: Apple oder China.

Das Vorgehen Apples gefällt ihm nicht und die Antwort Cooks wird ihm nicht genügen. Der Senator Patrick Leahy (Demokraten, Vermont) hat gegenüber CNBC Apple eine "moralische Verpflichtung" auferlegt, in China für Meinungsfreiheit einzustehen. "US-Unternehmen sind führende Helden in Sachen freier Meinungsäußerung geworden. Dieses Engagement sollte nicht an unseren Landesgrenzen enden," sagte der Senator konkret. Firmen wie Apple hätten nicht nur die Verpflichtung, sondern auch die Möglichkeit für Freiheit und Menschenrechte in Ländern einzustehen, welche diese Werte verneinen würden.

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