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Tim Cook gegen Donald Trump: ”Hass ist wie Krebs”

17.08.2017 | 10:14 Uhr |

Apple-CEO Tim Cook nimmt nach Charlottesville in einer E-Mail an seine Belegschaft klar Stellung gegen den US-Präsidenten und verspricht großzügige Spenden.

An das Team von Apple gerichtet, schreibt Tim Cook in deutlichen Worten, Gleichheit aller Menschen sei für ihn der Kern seines Glaubens und Wertevorstellungen. Dem stünden in erschreckender und trauriger Weise die Ereignisse der letzten Tage in Charlottesville entgegen. So etwas habe kein Platz in ”unserem Land. Hass ist wie Krebs, und wenn man ihn unbeachtet lässt, zerstört er alles auf seinem Weg.” Es gehe hier nicht um links oder rechts, konservativ oder liberal, sondern um menschlichen Anstand und Moralität. Ausdrücklich stellt sich Cook dem Präsidenten und anderen entgegen, die glauben, es gebe einen moralischen Gleichstand zwischen Nazis und denen, die andere Menschen als (rassisch) geringfügiger einschätzen, sowie auf der anderen Seite denen, die sich ihnen entgegenstellen und für Menschenrechte eintreten. Beide gleichzustellen, widerspreche allen Idealen eines Amerikaners.

Apple soll auch in der Zukunft, unabhängig von persönlichen politischen Meinungen, einheitlich gegen Rassenwahn und dafür einstehen, dass alle Menschen gleich sind.

Großzügige Spenden an Anti-Diskriminierungs-Organisationen

Tim Cook belässt es nicht bei Worten, sondern verspricht jeweils 1 Million US-Dollar als Spende für das Southern Poverty Law Center sowie die Anti-Defamation League. Weiterhin werde Apple jede Spende aus eigener Tasche verdoppeln, die Mitarbeiter des Konzerns an das Southern Poverty Law Center überweisen. Auf iTunes soll bald ein einfacher Weg aufgezeigt werden, wie man das SPLC direkt unterstützen könne. Zuletzt zitiert Cook Martin Luther King und meint: ”Dies waren dunkle Tage, aber ich bleibe so optimistisch wie zuvor, dass die Zukunft wieder hell scheinen wird. Apple kann und wird dabei eine wichtige Rolle spielen, um positiven Wechsel zu unterstützen.”

Apple Pay nicht auf Neo-Nazi-Seiten

Bereits vor dem Brief an alle Angestellten hat Apple den Stecker für Apple Pay gezogen, nämlich auf allen Webseiten, die Kleidung und Zubehör mit der Neo-Nazi-Symbolik verkauft haben. Eine Apple Sprecherin hat die Tatsache gegenüber Buzzfeed bestätigt und sich auf die Richtlinien von Apple Pay berufen. Demnach bleibt Apple Pay für Seiten ausgeschlossen, die Hass, Gewalt und Intoleranz verbreiten.

Donald Trump ist wegen seiner unklaren bis mit Sympathien für die rechtsextremen Gewalttäter in Charlottesville unterlegten Äußerungen in den USA unter heftigen Beschuss gekommen. Nicht nur Wirtschaftsberater wenden sich von ihm ab, auch republikanische Mitglieder seiner eigenen Partei wollen sich nach einem Bericht der Welt nicht einmal beim rechtskonservativen US-Sender Fox News, trotz hartnäckiger Versuche der Redaktion, hinter den Präsidenten stellen. Und selbst die früheren republikanischen US-Präsidenten George H.W. und George W. Bush sowie die Oberbefehlshaber der vier Zweige des US-Militärs zeigen sich offen besorgt über die jüngste Diskussion. Amerika müsse sich gegen rassischen Fanatismus, Antisemitismus und Hass in jeder Form stellen.

Hier der Brief von Tim Cook in voller Länge:

Tim Cook's letter to employees re: Charlottesville from apple
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