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IBM unterstützt Apple in Kritik an Facebook

27.03.2018 | 10:40 Uhr | Peter Müller

Apple-CEO TIm Cook nimmt auf seiner Geschäftsreise kein Blatt vor den Mund. Aber auch die IBM-Chefin findet klare Worte.

Update vom 27.3.2018: Auf seiner Chinareise hatte Apple-CEO Tim Cook am Wochenende bereits eine bessere Regulierung für Facebook als Folge des Datenskandals mit Cambridge Analytica gefordert, nun unterstützt ihn auch seine Kollegin Ginni Rometty, CEO von IBM . "Wenn man diese Technologie nutzt, muss man das den Leuten auch so sagen, diese sollten nie überrascht sein," fordert Rometty. Man müsse den Leuten die Wahl lassen, ob man ihre Daten weiter nutzen dürfe oder nicht und es müsse immer klar sein, dass die Daten auch den Ersteller gehören. Auf dem China Development Forum meldete sich auch der Bidu-Chef Robin Li zu Wort: "China ist sich immer mehr des Problems bewusst geworden und setzt die entsprechenden Gesetze [zum Datenschutz] immer konsequenter durch."

Meldung vom 26.3.2018: Tim Cook hat bei einer Rede auf seiner aktuellen China-Reise den Datenskandal von Facebook und Cambridge Analytica kommentiert. Ohne die Firmen beim Namen zu  nennen , erklärte der Apple-CEO, die Situation sei "furchtbar" und erfordere eine Regulierung. Niemand dürfte so viele Datenmengen über Einzelne sammeln und horten und wissen, welche Seiten diese vor Jahren besucht hatten, wer ihre Kontakte sind und was ihnen gefällt oder nicht gefällt. Apple habe schon vor Jahren davor gewarnt, dass die Leute allzu sorglos mit ihren Daten umgingen und es ihnen teilweise nicht bewusst sei, was damit passiere. Eines Tages würde etwas passieren, was die Internetnutzer und ihre Rechte verletze - genau das sei nun eingetreten. Apple verfolgt ein anderes Geschäftsmodell als Facebook und Google und legt keine Nutzerprofile zu Werbezwecken an. Die von den Nutzern gesammelten Daten sind anonymisiert und randomisiert und dienen laut Apple lediglich dazu, seine Services verbessern zu können. Apple weiß also nach eigenen Angaben nicht, was einzelne seiner Kunden mit den Produkten des Konzerns erledigen, aber was die Gesamtheit der Kunden nutzt und schätzt.

Auf der gleichen Reise forderte Tim Cook die Führungen Chinas und der USA auf, einen drohenden Handelskrieg zu vermeiden. Die USA haben in dieser Woche Strafzölle und Höhe von 60 Milliarden US-Dollar auf Stahl- und Aluminium aus China verhängt, das Reich der Mitte reagiert mit höheren Einfuhrzöllen für Schweinefleisch, Äpfel und rostfreie Stahlröhren aus den USA. Auf dem China Development Business Forum warb Tim Cook für den Freihandel. Seine Erfahrung zeige ihm, dass Länder, die eine offene Wirtschaftspolitik betrieben, zu Wohlstand geraten seien und Länder, die sich abschotteten, eben nicht. Dieses Thema verfolge er mit Leidenschaft und er sei der Ansicht, dass Firmen, die in bestimmten Ländern Geschäfte betrieben, sich mit den dortigen Regierungen verständigen sollen, ob sie deren Praktiken nun zustimmten oder nicht.

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