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Tim Cook lobt Globalisierung in China

23.03.2017 | 10:40 Uhr |

Seit Januar scheint China mehr an Globalisierung gelegen zu sein als den USA. Tim Cook stößt aber nicht nur auf offene Türen.

Update vom 23.3. : "Wir sind gekommen um zu bleiben,"  erklärt Apple-CEO Tim Cook In einem ausführlichen Interview mit der Publikation Caixin das Investment des Unternehmens in China. Man betrachte das Land nicht einfach nur als weiteren Absatzmarkt, sondern habe tiefe Wurzeln geschlagen und vor Ort etwa fünf Millionen Arbeitsplätze geschaffen. Im letzten Jahr hat Apple sich mit einer Milliarde US-Dollar am lokalen Uber-Konkurrenten Didi Chuxing beteiligt, noch nie zuvor habe man einen Entwickler unterstützt. Didi sei aber so eindrucksvoll gewesen, das Management und die Unternehmensidee "so großartig". Man wolle den globalen Erfolg des Unternehmens daher fördern. Cook räumte zudem in Bezug auf seine früheren Äußerungen (siehe Original-Meldung) ein, dass die Globalisierung zwar dazu geführt habe, hunderte Millionen von Menschen aus der Armut zu heben, aber eben nicht jedem geholfen und manchem sogar geschadet habe. Es sei Aufgabe der Politik, die Folgen für die Verlierer der Globalisierung abzumildern.

Original vom 20.3 .: Apple CEO Tim Cook hat anlässlich der Eröffnung zweier neuer Entwicklungszentren in China erstmals auf dem China Development Forum gesprochen. In seiner gut einstündigen Rede lobte er vor allem Globalisierung und Freihandel als Segen, benannte aber ungleiche Verteilung der damit generierten Reichtümer in den einzelnen Ländern als Problem. Gleichwohl sei die gegenläufige Bewegung der Abschottung und Nationalisierung nicht der richtige Weg. Cook wörtlich: "Ich, denke, das schlimmste wäre - weil es nicht jedem geholfen hat - zu sagen, dass es schlecht sei und wir weniger in der Richtung unternehmen. Ich denke, die Realität, die sich weltweit beobachten lässt ist die: Wenn sich Länder isolieren, ist das nicht gut für die Menschen dort." China müsse sich auf der anderen Seite der Welt weiter öffnen: "Ich denke, es ist wichtig, dass China sich weiter öffnet und - wenn man so sagen will - die Tür weiter aufmacht."

Ebenso nahm das Thema Datenschutz einen großen Raum in seiner Ansprache ein. Die von Apple angebotene Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schütze vor "Hackern und so weiter", ein Individuum müsse in der Lage sein, seine Daten zu schützen und zu kontrollieren. Was Cook mit "und so weiter" gemeint hat, dürfte noch Thema eines Vieraugengesprächs mit Chinas obersten Internetregulator Xu Lin gewesen sein, das Cook im Anschluss hinter verschlossenen Türen führte.

Apple profitiert wie kaum ein zweites Unternehmen von der Globalisierung, Rohstoffe und Vorprodukte haben insgesamt eine Reise so weit wie bis zum Mond und zurück hinter sich, wenn das fertige iPhone in den Handel kommt. "Designed in California, assembled in China" ist dabei nur ein wenn auch großer Teil der Wahrheit. Gleichzeitig ist Apple auf freien Handel mit China angewiesen, das Land ist als Absatzmarkt der wichtigste außerhalb der USA geworden. Zuletzt verlor Apple jedoch Marktanteile an lokale Smartphonehersteller.

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