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Tim Cook: Sieben Jahre CEO, die Köpfe dahinter

24.08.2018 | 11:00 Uhr | Peter Müller

Tim Cook ist heute seit sieben Jahren Apple-CEO. Ein Feiertag mag das für ihn nicht sein, das hat nahe liegende Gründe.

"Unglücklicherweise ist dieser Tag gekommen", erklärte Steve Jobs dem Apple-Aufsichtsrat am 24. August 2011 seinen Rücktritt als Apple-CEO. Im Verwaltungsrat werde er verbleiben, die Pflichten des Tagesgeschäftes könne er aber nun endgültig nicht mehr wahrnehmen, weswegen er seinen CEO-Stellvertreter Tim Cook, bisher als COO die Nummer zwei im Unternehmen, als Nachfolger vorschlage. Die im Jahr 2003 diagnostizierte und 2004 erstmals operativ behandelte Krankheit hatte Jobs seither zu mehreren, teils monatelangen Auszeiten gezwungen, in denen er völlig von der Bildfläche verschwunden war (die Lebertransplantation 2009) oder immer wieder für einzelne Auftritte aus dem Krankenstand zurück kehrte: Vorstellung von iPad und iPad 2, WWDC-Keynotes und der allerletzte öffentliche Auftritt bei der Präsentation des heute Apple Park genannten neuen Bürogebäudes für den Stadtrat von Cupertino.

So markiert der 24. August ein Jubiläum für Cook, vermutlich ist ihm aber nicht zum Feiern. Was an den Umständen der Übernahme liegt, denn stets betont der heutige Apple-CEO, wie er seinen Vorgänger als Freund und Mentor vermisse. Cook muss sein Licht aber nicht unter den Scheffel stellen, was Skeptiker und Nostalgiker damals nicht für möglich hielten: Apple geht es heute so gut wie nie zuvor. Viele der Produkte, auf denen Apples Wert aufbaut, mögen noch von Steve Jobs angestoßen worden sein, doch hat sich das Unternehmen längst von seinem Gründer emanzipiert und neue Wege beschritten. Das Wachstum der letzten Jahre war enorm, mit einer weit größeren Anwenderschaft wuchsen aber auch die Probleme. Es ist also wohlfeil, zu behaupten, unter Jobs wäre dieses und jenes nicht passiert und bei Apple müssen sie den Gedanken "Was würde Steve tun?" in die Hinterköpfe verbannen.

Was sich Tim Cook aber in den nächsten Jahren überlegen wird: Was kommt nach ihm? Er scheint bei bester Gesundheit zu sein und wird am 1. November auch erst 58 Jahre alt, aber irgendwann wird die Zeit der Staffelübergabe kommen. Diese ordentlich zu absolvieren, sei eines seiner wichtigsten Ziele, hat Cook auch stets betont.

Bloomberg hat sich Gedanken gemacht, wer auf Cook im Falle eines Falles oder in Form einer regulären Übergabe folgen könnte. Da wäre natürlich die offensichtliche Lösung, die heutige Nummer zwei, COO Jeff Williams zum CEO zu befördern. Doch auch Marketingchef Phil Schiller hätte gewiss das Zeug dazu, Software-Chef Craig Federighi, Chip-Vorstand John Srouij, Hardware-Boss Danny Riccio oder der allseits beliebte Chief Design Offiver Jonathan Ive, der in letzter Zeit aber ein wenig in den Hintergrund getreten ist. Oder Bob Mansfield, der eigentlich schon in Ruhestand getreten war und jetzt das "Project Titan" beaufsichtigt? Angela Ahrendts war schon einmal CEO, wenn auch bei einer sehr viel kleineren Firma, Burberry – wobei die meisten Firmen gegenüber Apple sehr viel kleiner sind.

Doch Bloomberg nennt noch weitere Kandidaten aus der Riege der (Senior) Vice Presidents und stellt sie näher vor , etwa Greg Joswiak, Susan Prescott oder Mike Fenger. Bis zur Staffelübergabe kann noch einiges an Zeit verstreichen - und womöglich arbeitet der kommende CEO noch gar nicht für Apple.

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