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Tracking-Schutz in Safari 11 schadet Werbeindustrie

10.01.2018 | 08:56 Uhr |

Die neue Version 11 von Safari schützt vor Tracking durch Werbetreibende, diese müssen Umsatzrückgänge bilanzieren

Update vom 10. Januar 2018: Apples Entscheidung, in Safari eine Intelligente Tracking Prevention (ITP) einzubauen, hat vielen Internetnutzern gefallen, die sich nun nicht mehr quer über alle Seiten von bestimmten Werbeformaten für bestimmte Produkte verfolgt sehen. Das Geschäftsmodell der Werbefirmen hat jedoch bereits nach einem guten Vierteljahr Schaden genommen, der sich in die hunderte von Millionen US-Dollar beziffern lässt. Das Unternehmen Criteo hat etwa einen Fünftel seines Umsatzes gegenüber der Zeit vor Einführung von ITP verloren, berichtet The Guardian . Im Jahr 2016 hatte Criteo noch einen Umsatz von 730 Millionen US-Dollar erzielt. Auch andere Werbenetze werden entsprechende Einbuße erleiden, erklärt Dennis Buchheim vom Interactive Advertising Bureau's Tech Lab. Apple werde an ITP nicht nur festhalten, sondern die Technik sogar verbessern. Erste Lücken im System hat Apple bereits geschlossen.

Artikel vom 13. Oktober 2017: Die neue Version Safari 11 unterstützt jetzt nicht nur sogenannte Adblocker, unter High Sierra gibt es sogar einen neuen selbstlernenden Tracking-Blocker, auch ITP genannt . Bei der Werbeindustrie hatten diese neuen Funktionen für wenig Freude gesorgt, vor allem Google hat schon Gegenwehr angekündigt und per E-Mail an seine Kunden jetzt auch offiziell kommuniziert.

Der Hintergrund: Tracking-Cookies werden unter High Sierra anhand einer Reihe von Merkmalen erkannt, etwa weil sie auf eine andere Webseite verweisen. Ruft man eine Webseite auf, sind alle Cookies von Werbetreibenden von dieser Seite aktiv. 24 Stunden nach dem letzten Zugriff auf eine Webseite wird aber die Nutzung des Cookies durch Dritte und damit das Ad-Retargeting verhindert. Nach 30 Tagen wird ein solcher verdächtiger Cookie außerdem automatisch gelöscht. Mehr dazu lesen Sie in unserem ausführlichen Ratgeber " Safari 11: Tracking und Sicherheit ".

Wie Google in einer E-Mail an die Nutzer seines Dienstes AdWord ankündigt, wird es deshalb eine kleine Änderung geben, die auch weiterhin das Tracking ermöglichen soll.

Google setzt dabei auf das Analysesystem Google Analytics, das auf vielleicht 50 Prozent aller kommerziellen Seiten aktiv es. Es ist als Javascript in eine Webseite eingebettet und lädt mehre Cookies auf den Rechner des Nutzers. Diese sind der Seite des Google-Kunden zugewiesen, gelten also als sogenannte First-Party-Coookies, die ITP nicht löscht. Google Analytics lädt aber nun einen zusätzlichen Cookie mit dem Suffix _gac, der auch Ad-Click-Daten sammelt. Dies ist eigentlich die Aufgabe eines eigenen Cookies, der aber auf die Seite Googleadservices.com verweist und von Safari wohl gefiltert wird. Zu erkennen ist der neue Cookie offenbar am Suffix _gac, wie der Vorgänger sammelt er Ad-Click-Daten. Voraussetzung ist allerdings, dass AdWords und Google Analytics verknüpft sind, was bei den meisten Kunden aber anscheinend sowieso der Fall ist und der Kunde muss das sogenannte Auto-Tagging aktivieren. Zusätzlich soll aber AdWord außerdem statistische Modelle nutzen, um die sogenannten Conversions zu erfassen.

Unsere Meinung: Ausgerechnet der größte Datensammler im Web wird von Safaris Tracking-Schutz offenbar nicht erkannt. Wir sind gespannt, ob Apple darauf reagiert, hält sich doch Google strikt an die Vorgaben von Apples ITP für Webseitenbetreiber.  Etwas unfair ist dies außerdem gegenüber Konkurrenten von Google, die mangels Marktmacht bzw. Google Analytics keine Gegenmaßnahmen ergreifen können.

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