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Trend 2018: Das bietet Apple fürs Wohnzimmer

05.01.2018 | 12:00 Uhr |

Ein Apple eigener Streaming-Dienst für Filme und Serien, eigene Serien, mehr Auswahl an Streaming-Diensten auf dem Apple TV: 2018 wird in den Wohnzimmern von Apple-Fans viel Neues bringen.

Apple, Amazon, Google oder Netflix: Wer macht das Rennen um die Entertainment-Hoheit im Wohnzimmer? Die Antwort wird wohl sein: Keiner. Denn es herrscht zunehmend ein Gleichgewicht der Kräfte. Um nicht in das Hintertreffen zu geraten, ist der einzige Weg für Apple wie für die Konkurrenz, mehr Inhalte und vor allem exklusive Inhalte anzubieten. Und genau das hat Apple 2018 vor: Wie Netflix und Amazon es bereits machen, möchte auch Cupertino eigene Serien produzieren. Auch Apple Music erhält weitere Inhalte in Form von Hörbüchern. So macht Apple zunehmend Audible und Co Konkurrenz.

Eigene Serien von Apple

Netflix und Amazon haben es vorgemacht und produzieren eigene sehr erfolgreiche und exklusive Serien für ihre Streaming-Angebote, darunter beispielsweise " Hous of Cards" von Netflix oder "The Grand Tour" von Amazon .

Apple wird dem ab 2018 einen eigenen Streaming-Dienst für Filme und Serien entgegensetzen. Eine Milliarde US-Dollar möchte Apple zunächst für zehn geplante Serien ausgeben. Auch wenn diese Summe zunächst hoch erscheint: Netflix investiert sechsmal so viel pro Jahr und Amazon hat sich 2017 die Produktion von Serien 4,5 Milliarden US-Dollar kosten lassen. Ob Apple den Streaming-Dienst Apple Music mit seinem kommenden Video-Streaming-Dienst kombinieren wird, lässt sich derzeit zwar nicht sagen. Aber dieser Schritt ist durchaus denkbar.

Mehr Hörbücher in Apple Music

Während man in Apple Music bereits Hörspiele finden konnte, sind nun auch Hörbücher wesentlicher Teil des Angebots.  Nicht nur die kleine Änderung des Kategorienamens „Hörspiele“ in „Hörspiele und Hörbücher" deutet darauf hin. Bisher sind seit November 2017 bereits rund tausend neue Titel dazugekommen, unter anderem Kindertitel wie „Die drei ???“ oder „Bibi und Tina“, aber auch Inhalte für Erwachsene wie die Hörbuchfassung des neuen Dan-Brown-Romans „Origin“. Das Angebot wird 2018 sicherlich weiter ausgebaut. Hörbücher lassen sich wie Musik zur Offline-Nutzung auf das Endgerät laden. Hier scheint sich Apple ein Beispiel an Amazon zu nehmen, das für seine Echo-Geräte eine überraschend hohe Nachfrage nach Hörbüchern und Hörspielen festgestellt hat und bereits eigene Inhalte produziert.

Zentrale für Filme und Serien

Eine intelligente Auswahl der Medieninhalte ist die Zukunft. Dabei wird es für den Anwender bald keine große Rolle spielen, ob die Angebote nun von Apple oder einem anderen Anbieter kommt. Der Schlüssel dazu ist die TV-App , die seit dem jüngsten tvOS-Update auch in Deutschland verfügbar ist. Das Wechseln zwischen den Apps der Streaming-Anbieter kann man sich so sparen – zumindest in der Theorie. Denn die TV-App startet hierzulande – wie auch in vielen anderen Ländern – noch bescheiden. Gerade einmal fünf Dienste werden unterstützt, über 60 sind es in den USA. Aber 2018 werden sicherlich weitere Dienste dazukommen.

Die TV App für das AppleTV erleichtert die Auswahl von Medienhalten unterschiedlicher Quellen
Vergrößern Die TV App für das AppleTV erleichtert die Auswahl von Medienhalten unterschiedlicher Quellen

Die freie Wahl der Streaming-Dienste ist derzeit der große Vorteil des Apple TV, spätestens, seit im Dezember 2017 nun auch endlich Amazon Prime Video direkt für das Apple TV erhältlich ist und der Google-Dienst Youtube für das Fire TV von Amazon gekappt wurde. Auf einem Google Chromecast lässt sich übrigens Amazon Prime Video nur über Umwege wiedergeben und Apples Medieninhalte findet man auf keinem der Konkurrenten. Diesen Vorsprung würde Apple halten, wenn es den kommenden Video-Streaming-Dienst wie die aktuellen iTunes-Angebote nicht für andere Streaming-Boxen gibt.

TV-App auf dem Apple TV
Vergrößern TV-App auf dem Apple TV

Apple TV 4K versus Fire TV und Google Chromecast

Technisch kann das Apple TV 4K sich kaum von der starken Konkurrenz abheben. Denn die 4K-Auflösung bieten bereits lange vor dem Apple TV das Amazon Fire TV und das Google Chromecast. Auch eine Sprachsteuerung mit Siri ist kein Alleinstellungsmerkmal der Apple-Streamingbox. Das Amazon Fire TV und das Google Chromecast lassen sich ebenfalls recht komfortabel per Sprache steuern, wenn auch nicht ganz so umfassend wie das Apple TV. So ist das Apple TV 4K zwar nett, aber nicht so wirklich sexy. Hier herrscht also ein Paradigmen-Wechsel: Apple sollte man nicht mehr hauptsächlich als Hersteller cooler Hardware wahrnehmen, sondern vielmehr als Anbieter umfassender Streaming-Dienste für Musik, Filme und Serien. Die Hardware sorgt dabei für eine zeitgemäße und bequeme Möglichkeit, die Dienste auf dem Fernseher wiederzugeben.

Siri-Lautsprecher ein Rohrkrepierer?

Andere Anbieter haben längst Video-Streamingdienste im Portfolio – nur Apple nicht. Genauso verhält es sich auch mit den smarten Lautsprechern. Apple konnte seinen HomePod Ende 2017 nicht wie im Juni angekündigt liefern ( siehe Macwelt-Artikel ). Wann denn nun endlich die Wunder-Klangtüte mit Siri-Steuerung aus Cupertino auf den Markt kommen soll, verrät der Hersteller nicht, nennt nur das Frühjahr 2018 als Zeitraum. Die Konkurrenz ist da schon sehr viel weiter: Vor allem das Amazon Echo und Echo Dot erfreut sich sehr großer Beliebtheit und die Sprachsteuerung mit Alexa funktioniert ausgezeichnet. Außerdem lassen sich eine ganze Reihe von Lautsprechern per Alexa steuern, beispielsweise Sonos One, Teufel Raumfeld One M oder Bose SoundLink Mini Bluetooth Speaker II. Diese Lautsprecher dürften klanglich dem Apple HomePod in nichts nachstehen und diesen womöglich sogar überflügeln. Auch Google drängt mit seiner Sprachsteuerung in den Markt.

Das HomePod ist laut Apple erst ab Frühjahr 2018 lieferbar, ursprünglich sollte es schon im Dezember 2017 in den Läden stehen.
Vergrößern Das HomePod ist laut Apple erst ab Frühjahr 2018 lieferbar, ursprünglich sollte es schon im Dezember 2017 in den Läden stehen.
© Apple

Apple läuft also Gefahr, den Anschluss im Bereich der sprachgesteuerten Lautsprecher vollends zu verpassen. Bis jetzt hat Cupertino der Konkurrenz nichts entgegenzusetzen. Ein logischer Schritt wäre es, die Integration von Siri auch ausgewählten Herstellern von Lautsprechern zu ermöglichen, ganz so wie mit dem Airplay-Standard. Doch zunächst muss Apple seine eigenen Hausaufgaben machen und außerdem ist es sehr fraglich, ob dies auch zur Produktpolitik passt.

Fazit: Was Apple 2018 für das Wohnzimmer bringt

Es scheint, als hinke Apples Hardware in allen Bereichen der Heimunterhaltung der Konkurrenz hinterher: Streamingbox mit 4K-Auflösung: Amazon und Google waren schneller. Lautsprecher mit Sprachsteuerung: Haben die anderen längst, Apple immer noch nicht (Stand: Dezember 2017). Eigene Fernsehserien: Netflix und Amazon sind hier weiter. Lediglich mit der Heimautomatisation kann Apple wirklich punkten, denn das HomeKit ist eine gute Plattform für das SmartHome. Doch Apple holt auf und muss beweisen, dass sie sehr wohl so attraktive Produkte in die Wohnzimmer bringen, die das Zeug haben, sich deutlich von der Konkurrenz abzuheben.

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