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Börsenwert: Microsoft setzt zum Überholen an

29.11.2018 | 10:30 Uhr |

Nach herben Kursverlusten in den letzten Wochen und Monaten war Apple kurz nicht mehr das wertvollste Unternehmen der Welt. An die Spitze will ein alter Bekannter klettern.

Update vom 29. November 2018: Das Kopf-an-Kopf-Rennen geht weiter: Microsoft hat Apple erneut kurzfristig in Sachen Börsenwert überholt. Doch der Konzern aus Redmond hat nun solide Chancen, seine Führungsposition wieder dauerhaft zu halten und das wertvollste Unternehmen der Welt zu bleiben. Spiegel Online nennt die Gründe , warum Microsoft nach jahrelanger Krise wieder stabil da steht: Die Konzentration auf Cloud-Lösungen, Windows 10, Office im Mietmodell und nicht zuletzt die Trennung von Nokia haben der Firma unter dem Regiment von Satya Nadella wieder auf die Beine verholfen, während Apple Sorgen um ein schwächelndes iPhone ertragen muss. Zuletzt hatte die Apple-Aktie wieder gut vier Prozent zugelegt und steht kurz nach 10 Uhr am 29.11. auf 180,94 US-Dollar, die Marktkapitalisierung beträgt 858,6 Milliarden US-Dollar. Microsoft ist derzeit 853 Milliarden US-Dollar wert. Amazon und Google folgen mit 820 respektive 757 Milliarden US-Dollar auf den Plätzen.

Update vom 26. November 2018 :  Microsoft war lange das wertvollste Unternehmen der Welt, wurde dann auf hintere Plätze zurück gereicht, ohne aber je den Anschluss an die Spitze völlig zu verlieren. An der stand zuletzt Apple, das sich im Sommer auch als erste "Trillion-Dollar-Company" bezeichnen konnte, mit einem virtuellen Wert von bis zu 1,09 Billionen US-Dollar zu Anfang Oktober. Ende November ist der iPhone-Hersteller nach den herben Kursverlusten der letzten Wochen am Freitag nur noch 746 Milliarden US-Dollar wert und auf Platz zwei zurückgefallen, neuer Spitzenreiter war am Wochenende - Tusch! - Microsoft mit einer Marktkapitalisierung von 753 Milliarden US-Dollar. Der Überholvorgang stockt aber ein wenig, derzeit steht die Apple-Aktie bei 172,29 US-Dollar, der Börsenwert beträgt wieder 817,5 Milliarden US-Dollar. Microsoft ist virtuell gerade 791 Milliarden US-Dollar wert.

Artikel vom 11. November 2018: Alle Geschichten über den Niedergang Apples sind stark übertrieben - oder zumindest verfrüht. Aber was aufsteigt, wird auch einmal fallen und der gesättigte Smartphonemarkt hat Apple schon jetzt dazu getrieben, die Preise zu steigern, um letztlich noch im Umsatz zu wachsen, wenn das nicht mehr in Stückzahlen möglich sein sollte. Zur Zeit häufen sich Berichte über angebliche Produktionsrückgänge und das Ende des Wachstums, das hat Auswirkungen auf den Aktienkurs und damit den Börsenwert des Unternehmens.

Denn Anlegern, vor allem institutionellen, zählen hauptsächlich die mittel- bis langfristigen Aussichten, die Börsen reagieren schon nervös, wenn Apple in seinem Ausblick auf das nächste Quartal nur ein dezentes Plus gegenüber Vorjahr in Aussicht stellt. So läuft das Spiel an der Wall Street nun einmal. Wie Business Insider vorrechnet , hat Apple in den letzten fünf Wochen 190 Milliarden US-Dollar an virtuellem Wert verloren, die erste "Trillion-Dollar-Company" ist derzeit keine mehr. Aktueller Stand von AAPL: 169,51 US-Dollar, was einem Börsenwert von 912,21 Milliarden US-Dollar entspricht. Das reicht weiter für den Titel als wertvollstes Unternehmen der Welt, auf Platz zwei liegt derzeit Microsoft mit 820 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Amazon mit 793  Milliarden US-Dollar und Alphabet mit 724 Milliarden US-Dollar.

Aber Schockschwerenot: Um einen Börsenwert von 190 Milliarden US-Dollar überhaupt zu erreichen, musste Apple 30 Jahre lang existieren und nur fünf Wochen brauchte es für die Vernichtung eines solchen Wertes. Aber wie gesagt: Derartige Berichte über den Niedergang Apples sind stark übertrieben - in den Börsenwert geht immer recht viel Phantasie ein, da er gewissermaßen mehr eine Wette auf die Zukunft ist als ein Abbild der Gegenwart. Zudem haben auch andere Börsenschwergewichte zuletzt Verluste einstecken müssen - von wegen Börsenrallye.

Dass der Smartphonemarkt immer gesättigter ist und die Kunden immer länger auf ein Upgrade warten, ist indes eine Tatsache. Wie Bloomberg anmerkt, hat Apple dafür auch einen Plan B. Dieser besteht laut Bloomberg darin, für die Smartphones einen höheren Preis zu verlangen und auch mehr Geld für Services wie Musikabos oder Datenhosting aus den Kunden zu ziehen. Für die Zulieferer der Industrie bestehen derartige Alternativen aber nicht weswegen Firmen wie Japan Display Inc seine Umsatzprognosen deutlich senken müssen - der Zulieferer generiert mehr als die Hälfte seiner Umsätze durch Aufträge von Apple. Auch Lumentum Holdings, das Technik für die Gesichtserkennung liefert, stellt sich auf Auftragsrückgänge ein.

Der Verkauf von iPhones stagniert an sich schon seit zwei Jahren, betrachtet man nur die Stückzahlen. Der durchschnittliche Erlös pro iPhone ist zuletzt aber stark gestiegen, weswegen Apple auch ein Umsatzplus vermelden kann. Ab dem laufenden ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 2018/19 wird Apple nur noch Umsätze für die einzelnen Sparten nennen und keine Stückzahlen mehr. Das könnte Panikatta

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