2356912

Apple Watch vom Strafzoll ausgenommen

19.09.2018 | 11:10 Uhr |

Die Apple Watch ist mit der Series 4 bereits teurer geworden, weitere Gründe zur Preiserhöhung entfallen.

Update vom 19. September 2018:

Man muss offenbar nur laut genug plärren, um seinen Willen zu bekommen. Das gilt nicht nur für den derzeitigen US-Präsidenten, sondern auch für Unternehmen, die ein Risiko in seiner Wirtschaftspolitik sehen. So hat Trump nun Produkte von Apple und Fitbit von den jüngst erhobenen neuen Strafzöllen gegen China ausgenommen , Apple hatte zuletzt darüber geklagt, im Falle des Falles unweigerlich seine Preise erhöhen zu müssen – bei ohnehin schon heftigen Preisen für Apple Watch und iPhone XS (Max). Die Gefahr noch teurerer iPhones ist aber nach wie vor nicht gebannt, denn konkret bezieht sich die Ausnahme von den Strafzöllen auf die Apple Watch und andere Bluetooth-Geräte wie die AirPods. Zunächst werden seit dem 14. September zehn Prozent auf Importe aus China erhoben, zum Ende des Jahres soll die Rate auf 25 Prozent steigen. Apple, das praktisch sein gesamtes Produktportfolio in chinesischen Fabriken zusammenbauen lässt, wäre aber auch bei Verkäufen in und nach China betroffen, von den Gegenreaktionen der Volksrepublik.

Update vom 10. September 2018:

Scheinlösung : Apple hat in einem Schreiben an die US Trade Representative dargelegt, wie die von US-Präsident Trump angekündigten Strafzölle für China Produkte wie iPhones und iPads verteuern würden. Die Produktionskosten würden aufgrund der Zölle steigen, diese Teuerung müsste man an die Verbraucher weiterleiten. Das "stabile Genie" (Eigenauskunft) im Weißen Haus hat via Twitter (wie sonst?) aber eine Lösung für Apple parat: Soll der Konzern doch neue Fabriken in Amerika errichten und dort seine Telefone und Tablets bauen. Mal ganz davon abgesehen, dass Apple in der Heimat wohl kaum kurzfristig hunderttausende Fabrikarbeiter finden würde, die deutlich höheren Lohnkosten würden die Produktion dann weiter verteuern …

Update vom 25. Juli 2018:

Eskalation: Apple hatte noch gehofft, dem von US-Präsident Trump angezettelten Handelskrieg zu entgehen, doch ein neuer Bericht des "Wall Street Journal" legt dar, dass diese Hoffnung fehl am Platz sein könnte. Denn Trump wolle auf praktisch alle aus China importieren Waren Strafzölle erheben, also auch auf in Kalifornien gestaltete und in China produzierte iPhones. Apple werde gewissermaßen doppelt bestraft, denn als Reaktion werde die chinesische Regierung Zölle und Steuern auf amerikanische Marken wie eben Apple erheben. Diese zusätzlichen Kosten wird Apple aller Voraussicht nach an die Kunden weitergeben, iPhones könnten somit deutlich teurer werden. Vor allem in China, Apples zweitwichtigsten Absatzmarkt.

Update vom 20. Juni 2018:

Keine Ausnahme: Von einer Ausnahme für Apple im beginnenden Handelskrieg mit China will der Wirtschaftsberater der US-Regierung Peter Navarro laut Bloomberg nichts wissen. China könne auch außer Zöllen etwas unternehmen, um US-Unternehmen zu schaden, das würde weitere Konsequenzen nach sich ziehen, droht Navarro. Wie Bloomberg spekuliert, könnte Trump jedoch seine Entscheidung bezüglich möglicher Ausnahmen für Apple seinem Team einfach noch nicht kommuniziert haben. Apple wollte sich zu dem Thema nicht äußern. Dass der iPhone-Hersteller aber vom aufziehenden Handelskrieg besonders betroffen sein wird, legt CNBC mit Zahlen dar . Denn Apple lässt nicht nur iPhones für alle Welt im Perlflussdelta fertigen, sondern hat sich in China auch einen bedeutenden Absatzmarkt geschaffen. Etwa 20 Prozent seiner Umsätze erwirtschaftete Apple im letzten Jahr dort, was über 40 Milliarden US-Dollar entspricht.

Ursprüngliche Meldung vom 19. Juni 2018:

Die US-Regierung will massive Straf- oder Schutzzölle auf chinesische Importwaren erheben, doch in China produzierte iPhones sollen davon ausgenommen haben. Dies soll Präsident Trump dem Apple-CEO Tim Cook zugesagt haben, berichtete die " New York Times ". Wann das genau geschah, geht aus dem Bericht nicht hervor. Im April hatte Tim Cook bei einem Besuch im Weißen Haus vor einem Handelskrieg mit China gewarnt.

Mit dem Verzicht auf Zölle für das iPhone ist Apple aber noch lange nicht aus dem Schneider. Denn das Unternehmen muss die Reaktionen der chinesischen Behörden fürchten. Diese könnten die Lieferkette blockieren oder die Produkte stärker überprüfen und somit Verzögerungen verursachen. Der Automobilhersteller Ford klagt bereits über derartige Verzögerungen in chinesischen Häfen.

Derweil eskaliert der Handelskrieg zwischen den USA und China . Beide Länder beschuldigen einander unlautere Handelspraktiken anzuwenden, China hat als Antwort auf die Strafzölle der USA ähnliche Sanktionen angekündigt. Das chinesische Wirtschaftsministerium hat die aktuellen Entscheidungen aus den USA gar als "Erpressung" bezeichnet.

Da China für Apple mittlerweile zu dem zweitgrößten Absatzmarkt für Geräte, aber auch für Software und Dienste geworden ist, wird das Unternehmen so oder so in die Mitleidenschaft gezogen, egal ob die iPhones in die USA ohne Strafzölle importiert werden dürfen oder nicht.

Macwelt Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2356912