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Undercover bei Cambridge Analytica: Spionage, Erpressung, Prostitution

20.03.2018 | 09:59 Uhr |

Cambridge Analytica macht gerade negative Schlagzeilen, nachdem die Firma anscheinend die US-Wahl entscheidend beeinflusst hat.

Nicht ganz sauber: Wer die Methoden von Cambridge Analytica verharmlost und für Wahlkämpfe weltweit legitim hält, sollte die Reportage des britischen Kanals Channel 4 noch mal genauer ansehen. Darin zeigt der Chef des Unternehmens gegenüber einem Undercover-Reporter, der sich als Kunde ausgab, um für seinen Kandidaten eine Wahl in Sri Lanka zu gewinnen, das wahre Gesicht des manipulativen Unternehmens. In das Angebot zur Diskreditierung des Gegenkandidaten gingen laut der Reportage auch Vorschläge ein, diesen der Bestechlichkeit zu überführen oder in eine "Honig-Falle" zu locken, mit ukrainischen Mädchen, denn diese seien "sehr schön, und das funktioniert sehr gut." Cambridge Analytica tarne seine Mitarbeiter im Ausland auch gerne als Touristen und Studenten und setze Fake-Niederlassungen auf. Ein anderer Manager von Cambridge Analytica erklärt, wie man den Feuersturm der Desinformation in sozialen Netzen erzeuge, ihn wachsen lasse und ihn nur hin und wieder ein wenig mehr Brennmaterial geben müsse. Das Unternehmen dementiert den Bericht und behauptet, niemals Fallen dieser Art einzusetzen, man mach das möglichen Kunden in ausführlichen Vorgesprächen auch klar. Hört sich bei Channel 4 nur etwas anders an.

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