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US-Mobilfunkprovider verkaufen Ortungsdaten

15.05.2018 | 16:27 Uhr |

Mobilprovider aus den USA verkaufen offenbar Echtzeit-Standortdaten ihrer Kunden an private Unternehmen.

Nach der Anfrage eines US-Senators an die Federal Communications Commission (FCC) sollte geklärt werden, warum das auf Gefängnistechnologie spezialisierte Unternehmen Securus innerhalb von Sekunden jedes Mobiltelefon lokalisieren kann. Der Grund ist einfach und erschreckend zugleich: Die US-Mobilfunkprovider AT&T, Verizon, T-Mobile und Sprint verkaufen offenbar Standortdaten in Echtzeit an private Unternehmen, beispielsweise LocationSmart.

Aufgeflogen war dieses Geschäftsverhalten, als ein ehemaliger Polizist ohne Ermächtigung ein Smartphone lokalisierte. Das für die Datenerfassung verantwortliche Unternehmen LocationSmart kann offenbar Millionen Smartphones in Echtzeit lokalisieren. Der 1986 erlassene Electronic Communications Privacy Act schränkt die Provider zwar ein. Er gibt jedoch nur vor, welche Daten die Provider mit Regierungsorganisationen teilen müssen, nicht aber, ob sie diese Daten privaten Unternehmen zur Verfügung stellen. LocationSmart  erfasst den Standort der Smartphones über ihre Nähe zu Funktürmen. Dieses Verfahren sei zwar nicht so genau wie eine GPS-Ortung, aber der Nutzer muss hierfür nicht über eine spezielle App verfügen – von der Ortung bekommt er gar nichts mit. Da LocationSmart mit Providern kooperiert, die 95 Prozent aller US-Bürger mit Mobilfunk versorgen, erscheint der Verkauf der Standortdaten als riesige Schwachstelle im Recht auf Privatsphäre.

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