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Apple-Kritik: Höhere Löhne statt Aktienrückkauf

13.08.2018 | 10:53 Uhr | Peter Müller

Apple gibt 100 Milliarden US-Dollar zurück – an die falschen Leute, meint der Ex-Präsidentschaftskandidat der amerikanischen Grünen, Ralph Nader.

Update vom 13. August 2018:

Nachgelegt: Der Politiker und Aktivist Ralph Nader hat erneut Apple dafür kritisiert, wie der Konzern sein Geld ausgibt. Anstatt hunderte Millionen in Aktienrückkäufe zu investieren, hätte Apple auch mehr Mitarbeiter einstellen oder die Löhne von Fabrikarbeitern erhöhen können. Obwohl Apple bereits viel für das Recycling seiner Produkte getan habe, erwartet Nader auch in diesem Bereich mehr Anstrengungen. Zudem lässt er sich dazu verleiten, das iPhone als "überteuert" zu bezeichnen, das "wenig produktiv" sei. Gleichzeitig räumt er ein, keinerlei Apple-Geräte zu nutzen.

Ursprüngliche Meldung vom 14. Mai 2018:

Nicht jedem gefällt Apples Ankündigung, in den nächsten Jahren weitere 100 Milliarden US-Dollar in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an die Anteilseigner zurück zu geben. Der Politiker der US-Grünen, Ralph Nader, schlägt in einem offenen Brief an Tim Cook andere Maßnahmen vor.

Von nur zwei Prozent der geplanten Summe könnte man etwa den 350.000 bei Foxconn beschäftigten Arbeitern einen Bonus in Höhe ihres Jahresgehalts spendieren. Das würde wirtschaftliche Nöte lindern und zu einer gestiegenen Zufriedenheit führen. Einen weiteren Teil könnte Apple in Forschung und Entwicklung investieren, um seine lange Lieferkette von den Minen in Afrika bis zum Endverbraucher und darüber hinaus sicherer und umweltfreundlicher zu gestalten.

Hier verschweigt Nader aber jüngste Entwicklungen wie Apples Recycling-Roboter Daisy , der eben genau die geforderte Verringerung der Umweltbelastung zur Folge haben will. Die Forderung nach mehr Forschungsgeldern bei Apple scheint ebenfalls etwas unbegründet: Momentan gibt Apple pro Monat rund eine Milliarde US-Dollar für diese Zwecke aus .

Eine weitere Forderung, die auch bereits aus anderen Ecken kam: Apple sollte in verbesserten Jugendschutz investieren, denn das iPhone mache süchtig. Nicht zuletzt könnte Apple aber seine Preise senken und so auch den Verbrauchern entgegenkommen, die die Firma erst so groß gemacht hätten. Aber auch Apples eigene Mitarbeiter könnten Lohnerhöhungen vertragen, meint der ehemalige Präsidentschaftskandidat.

Nader zweifelt Maßnahmen wie Aktienrückkäufe zur Stützung des Aktienkurses auch prinzipiell an. Im Jahre 2000 habe der Netzwerkausrüster Cisco mit immensen Rückkäufen ähnliches versucht, das Unternehmen ist heute aber an der Börse nur noch die Hälfte wert. Nader verschweigt aber, dass Apple in den letzten fünf Jahren bereits 300 Milliarden US-Dollar an seine Aktionäre zurück gezahlt hat, der Kurs von AAPL hat in der Zeit alles andere als gelitten. Nader kritisiert jedoch auch, dass Tim Cook und seine Mitstreiter an der Unternehmensspitze diese Maßnahme ohne Beteiligung der Anteilseigner als die beste Option entschieden hätten.

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