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US-Polizei: Fingerabdrücke von Toten entsperren iPhones

23.03.2018 | 16:05 Uhr | Denise Bergert

Um Beweismittel schneller sichern zu können, entsperrt die US-Polizei iPhones von Verstorbenen mit deren Fingerabdrücken.

Wie das Wirtschaftsmagazin "Forbes" berichtet , nutzt die US-Polizei zunehmend die Fingerabdrücke von Toten, um deren Smartphones zu entsperren. Bei einem Mord oder einem Amoklauf wollen die Behörden schnell Beweismittel sichern. Wichtige Hinweise zur Motivation eines Täters oder zu den Beziehungen der Opfer finden sich meist auf deren Smartphones. Da die Geräte jedoch immer häufiger mit einem Fingerabdrucksensor vor fremden Zugriffen gesichert sind, kommt die Polizei nicht mehr ohne weiteres an die darauf gespeicherten Daten.

Firmen wie Cellebrite oder Graykey bieten zwar passende Entsperrsystem an, die mit Hilfe von entdeckten Sicherheitslücken den Schutz der mobilen Betriebssyteme Android und iOS umgehen können, pro entsperrtem Smartphone werden hier jedoch schnell Gebühren in vierstelliger Höhe fällig. Vor zwei Jahren griff die US-Polizei aus diesem Grund auf eine einfachere Methode zurück. Sie nahm kurzerhand den Fingerabdruck des verstorbenen Attentäters Abdul Razak Ali Artan, um dessen Smartphone zu entsperren. Wenn auch moralisch fragwürdig ist diese Vorgehensweise in den USA rechtlich gedeckt. Neben verstorbenen Mördern wurde die Technik auch bereits bei Mordopfern angewendet. Die US-Polizei will künftig auch die Gesichter von Toten benutzen, um deren iPhones per Face ID zu entsperren.

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