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US-Steuerreform: Apple profitiert weniger als versprochen

22.12.2017 | 08:23 Uhr |

Die Steuerreform ist beschlossen, Apple und andere Unternehmen profitieren davon. Die Sache hat aber einen Haken.

Update vom 22.12.17: Aus Sicht Apples ist die US-Steuerreform auf der einen Seite natürlich ein Gewinn. Die Unternehmenssteuer sinkt von 35 auf 21 Prozent, will Apple im Ausland verdientes und angelegtes Geld zurück in die USA holen, wird eine deutlich geringere Steuer als bisher fällig. Doch hat das vom Kongress verabschiedete Gesetz auch eine Kehrseite, von der zuvor niemand sprach und die auch erst in der letzten Fassung in den Text kam. Denn auf Gewinne von im Ausland gewährten Patenten werden nun mehr Abgaben nötig, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters . Patente und Markenrechte versteuert Apple in der Regel in Ländern mit einer niedrigen Steuerrate, etwa in Irland, und verlangt von anderen Niederlassungen in Hochsteuerländern Gebühren, die etwa in die Europazentrale nach Cork fließen. Eine Strategie der Steuerreduzierung, die auch andere international agierende Konzerne anwenden und die nun nicht mehr so ohne weiteres funktionieren soll. Der Steuersatz auf im Ausland gehaltene Patente soll mindestens 13 Prozent betragen, immerhin soll auch die Besteuerung von Patenten in den USA nicht unter den allgemeinen Unternehmenssteuersatz fallen, sondern auch nur 13 Prozent betragen. So soll es keine Rolle mehr spielen, wo genau die Patente angemeldet sind.

Meldung vom 18.12.17: Die Steuerreform des US-Präsidenten schont nicht nur die Kassen der reichsten Privatleute und Unternehmer, während in der Mittelschicht und darunter kaum etwas ankommen dürfte, auch global agierende Konzerne wie Apple sollen mit niedrigeren Steuersätzen dazu verlockt werden, im Ausland verdientes, versteuertes und angelegtes Geld zurück in die USA zu führen. Bisher war für derart repatriierte Finanzen der volle Unternehmenssteuersatz von 35 Prozent fällig, Apple nähme daher für die Ausgabe von Dividenden und den Rückkauf von Aktien niedrig verzinste Anleihen auf, das kam günstiger. Die Regierung hatte einen Steuersatz von um die zehn Prozent für in das Land zurückgeführte Gelder versprochen, im letzten Entwurf der Republikaner für die Steuerreform fällt dieser nun deutlich höher aus, Bloomberg berichtet von 15,5 Prozent , die zu zahlen wären. Immer noch deutlich weniger als bisher, aber vielleicht überlegen Apple und andere Unternehmen es sich nun doch wieder, die Gelder im Ausland zu belassen respektive dort zu investieren.

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