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USB-C am iPad Pro: Pro und Contra

12.09.2018 | 11:36 Uhr |

Es ist auf jeden Fall ein dünner Grat: Entscheidet sich Apple aber für USB-C anstatt Lightning am iPad Pro hat das Vorzüge und Nachteile, die einander sogar ähneln.

Nur wenige Stunden vor Apples Special Event "Gather round" entließ der bekannte Apple-Insider Ming-Chi Kuo am Montag ein saftiges Gerücht in die Öffentlichkeit: Nach Angaben des Analysten wird Apple den Port des kommende iPad Pro von Lightning auf USB-C umstellen.

Das wäre eine bedeutende Änderung. Wir erwarten (für später im Herbst) bereits ein deutliches Redesign des iPad Pro mit superdünnen Rahmen, ohne Home Button und ohne Kopfhöreranschluss, dafür aber mit FaceID – aber die Meldung über USB-C statt Lightning übertrifft das alles. Die Umstellung auf USB-C als Haupt-I/O-Port auf dem iPad Pro wäre eine monumentale Veränderung für das Tablett und würde sicherlich viele Gefühle bei Apple-Kunden und -Fans hervorrufen. Doch wird es die eine Gruppe gut finden und die andere schlecht. Hier sind die Gründe:

Vier Gründe, warum USB-C auf dem iPad fantastisch wäre:

1. Ein Kabel weniger zum Tragen

Jeder Android-Benutzer wird Ihnen von den Freuden des Ladens via USB-C erzählen. Es geht nicht nur um die Geschwindigkeit, es geht auch um den Komfort. Alles, was Sie benötigen, ist ein einziges Kabel und Sie können Ihr Telefon, Tablett und manchmal sogar Ihren PC aufladen, wann immer sie es brauchen. Aber wenn Sie ein iPad Pro und ein Android-Handy haben (was häufiger ist, als Sie denken), benötigen Sie bisher zwei verschiedene Kabel. Ein Wechsel von Lightning zu USB-C würde es Android-Nutzern ermöglichen, mindestens ein Netzkabel zu Hause zu lassen, so dass es viel einfacher ist, es bei Bedarf anzuschließen.

2. Mehr Kompatibilität mit Zubehör

Während es immer noch bei weitem nicht so allgegenwärtig ist wie USB-A, entwickelt sich USB-C schnell zum neuen Standard für Laufwerke, Docks und anderes PC-Zubehör. Die Schnittstelle in das iPad Pro einzubauen, würde diesen Übergang beschleunigen und das iPad Pro für eine ganze Welt von Zubehör öffnen, das derzeit nicht verfügbar ist. Schließen Sie Ihr iPad an eine 500-GB-SSD an und arbeiten Sie an Ihren 4K-Videobearbeitungen, ohne riesige Dateien über iCloud übertragen zu müssen. Mit USB-C kann das passieren.

USB-C auf dem iPad Pro kann das Tablett für eine Vielzahl von Zubehör öffnen, das es bisher nur für das Macbook (Pro) gab.
Vergrößern USB-C auf dem iPad Pro kann das Tablett für eine Vielzahl von Zubehör öffnen, das es bisher nur für das Macbook (Pro) gab.
© Belkin

3. Weniger Adapter

Seitdem Apple die Kopfhörerbuchse aus dem iPhone und die USB-A-Anschlüsse aus dem Macbook (Pro) entfernt hat, leben Apple-Anwender in einer Welt voller Adapter, etwa Lightning auf 3,5-mm-Buchse oder USB-C auf USB-A, Apple verkauft Millionen davon. Wenn Apple auf dem iPad auf USB-C umsteigt, würde das jedes Jahr weitere rund 40 Millionen USB-C-Geräte in die Welt bringen und den Übergang in eine adapterfreie Welt beschleunigen.

4. Fantastisch für Power-User

Apple treibt das iPad seit einiger Zeit als Ersatz oder Nachfolger von Laptop- und gar Desktop-Computern voran. Es fehlt vielen aber noch die Phantasie, diese Vision zu teilen, was mit dem Mangel an Peripheriegeräten und Erweiterbarkeit zusammenhängt. Das könnte sich mit USB-C stark ändern. Es würde nicht nur das iPad für eine Reihe von Laufwerken, MIDI-Geräten und Hubs öffnen, es könnte auch den Weg für die volle Thunderbolt-3-Unterstützung auf dem iPad ebnen, was es zu einer echten Profi-Maschine machen würde, möglicherweise sogar eines Tages, indem es Unterstützung für eine eGPU bietet. Das ist sicher noch ein Hirngespinst, aber USB-C macht es zumindest theoretisch möglich.

Vier Gründe, warum USB-C am iPad nerven würde

1. Ein weiteres Kabel zum Tragen

Wenn Sie ein iPhone und ein iPad mit sich herumtragen, benötigen Sie nur ein einziges Kabel für das Wiederaufladen des Geräts mitzunehmen. Wenn das iPad Pro jedoch auf USB-C umsteigt, benötigen Sie zwei Kabel: Eines für das iPad und eines für das iPhone. Das ist ärgerlich.

2. Weniger Kompatibilität mit Zubehör

Seit dem Modell der 4. Generation im Jahr 2012 verfügt das iPad über einen Lightning-Port unter dem Home-Bildschirm. Das ist eine lange Zeit, und in der ist eine Menge Zubehör für den Port erschienen. Wir sprechen von Adaptern, Lesegeräten, Uhren, Laufwerken, sogar von Wärmebildgeräten. Viele von ihnen werden nicht mehr funktionieren, wenn das iPad auf USB-C setzt. Und was passiert mit dem Apple Pencil? Apple hat eine große Sache aus seiner seltsamen Lademethode gemacht (die erfordert, dass Sie das Ende des Stifts in den Lightning-Port des iPad stecken). Kommt da eine Variante mit USB-C? Oder gibt Apple zu, dass der Plan schon von Anfang an verrückt war? Das wirft viele Fragen auf und keine der Lösungen ist besonders elegant.

Wenn Sie Dongles mögen, werden Sie USB-C auf dem iPad Pro lieben.
Vergrößern Wenn Sie Dongles mögen, werden Sie USB-C auf dem iPad Pro lieben.
© Leif Johnson/IDG

3. Mehr Adapter

Mit neuem Zubehör kommen neue Adapter. Neben dem USB-C-Gerücht hören wir auch, dass Apple die Kopfhörerbuchse auch beim neuen iPad Pro entfernen wird. Das bedeutet eines von drei Dingen: Bluetooth-Kopfhörer, USB-C-Kopfhörer oder ein USB-C-zu-3,5-mm-Adapter. Und wenn Sie Musik hören und gleichzeitig laden wollen, brauchen Sie einen weiteren Adapter. Oder wenn Sie eines Ihrer alten Lightning-Geräte anschließen möchten? Genau: ein weiterer Dongle. Schon bald wird Apple einen separaten Shop eröffnen müssen …

4. Schrecklich für normale Benutzer

Das iPad mag Pro in seinem Namen haben, aber viele Leute kaufen es aus entschieden anderen Gründen: Sie mögen den Bildschirm, sie bevorzugen die Größe, sie wollen eine Tastatur anschließen und mehr. Durch die Umstellung von Lightning auf USB-C wird Apple das unnötig verwirrend machen.

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