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Verbatim M-Disc: Daten für die Ewigkeit sichern und brennen

08.12.2017 | 13:37 Uhr |

Nicht nur Fotografen fragen sich: Wie sichere ich meine Daten langfristig? Die Verbatim M-Disc im Kurzcheck.

In den Anfangstagen der CD-R hat man sich wenig Gedanken um die Haltbarkeit von Datenträger gemacht. Die Rohlinge waren erschwinglich und versprachen, ein ideales Archivierungsmedium zu sein. Die 640 MB Fassungsvermögen reichten sogar für so manches Projekt eines Mediengestalters, erst recht die späteren DVD-Rohlinge mit ihren 4,7 GB Kapazität. So wurden massenhaft Rohlinge in Agenturen und bei Fotografen gebrannt, in dem Glauben, die Daten seien sicher archiviert.

Doch recht schnell kamen Zweifel auf. Aus eigener Erfahrung kenne ich das Gefühl beim Anblick eines Rohlings, der sich optisch verändert hatte. Einen Monat zuvor gebrannt, lag er einfach nur auf dem Schreibtisch in der Agentur. Aber jetzt sah er irgendwie anders aus. Und nach einem kurzen Check in einem Laufwerk wurde es schnell klar: Die Daten waren futsch.

Ohje, was bedeutet das für meine Projektsicherung, dachte nicht nur ich. Viele Labors nahmen sich der Sache an und machten Alterungstests, die Ergebnisse sind legendär und vernichtend.

Doch die Tests zeigten auch: Es gab sie, die Rohlinge, die länger hielten als andere. Nur es wurde für den Kunden komplizierter, im Handel am Regal konnte man die Langlebigkeit nicht erkennen.

Bis zu 1000 Jahre Haltbarkeit

Wie sichere ich aber als Fotograf meine Fotos dauerhaft? Eine Möglichkeit sind optische Medien, die in hochwertigen Varianten bis zu 100 Jahre halten können.

Noch besser ist die eigens für Archivierungszwecke entwickelte M-Disc von Verbatim. Der Hersteller verspricht eine Haltbarkeit von 1000 Jahren bei 25 Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent. Eine patentierte steinharte Spezialschicht macht es möglich. Diese Schicht ist wärme- und lichtbeständig und kann nicht einmal magnetisch gelöscht werden.

Für das Beschreiben ist ein spezieller Brenner zum Eingravieren der Daten in die M-Disc nötig. Die M-Disc gibt es sowohl als DVD mit 4,7 GB , als auch als Bluray mit 25 GB bzw. 100 GB . Das Praktische an der M-Disc ist nicht nur die lange Haltbarkeit, sondern auch, dass sie von jedem Bluray-Laufwerk für Computer gelesen werden können.

Mit Maximal 100 GB gibt es die M-Disc. Da lassen sich sehr gut kleine Bildbestände oder ganze Projekte komplett ablegen.
Vergrößern Mit Maximal 100 GB gibt es die M-Disc. Da lassen sich sehr gut kleine Bildbestände oder ganze Projekte komplett ablegen.
© Verbatim

Verbatim listet 87 DVD-kompatible Brenner auf. Für die 100 GB Bluray – auch BDXL genannt – benötigt man einen speziellen Bluray-Brenner, hier werden 41 Modelle aufgeführt.

Die M-Disc im Praxischeck

Um die M-Disc testen zu können, musste ein neuer Brenner her. Die Wahl fiel auf einen externen Bluray-Brenner von Verbatim, dem External Slimline USB 3.0-Bluray-Brenner.

Das nur 11 mm niedrige Gehäuse beherbergt einen Brenner von Pioneer mit maximal 8facher Brenngeschwindigkeit bei DVDs und 6facher bei BD-Rs. Den Anschluss findet der Brenner über USB 3.0, ein passendes Kabel liegt bei.

Wenn die Stromversorgung über den USB-Anschluss des Rechners nicht reicht, kann ein externes Netzteil angeschlossen werden. Oder das als Y-Kabel ausgelegte Anschlusskabel, wird mit einem zweiten USB-Anschluss am Rechner verbunden. Wir hatten in unserem Test keine Probleme mit unseren Testrechnern. Ein Mac Pro (late 2013) und ein Macbook Pro Retina lieferten genug Strom. Ein aktuelles Macbook Pro mit USB-C Anschluss betrieben wir sowohl mit einem Adapter als auch mit einem speziellen USB-C Kabel.

In unserem Test zeigte sich der External Slimline USB 3.0-Blu-ray-Brenner von Verbatim als zuverlässiger Brenner. Auf dem Papier ist er zwar nicht der Schnellste, da die M-Disc aber mit niedrigerer Geschwindigkeit gebrannt wird, fällt das nicht ins Gewicht.
Vergrößern In unserem Test zeigte sich der External Slimline USB 3.0-Blu-ray-Brenner von Verbatim als zuverlässiger Brenner. Auf dem Papier ist er zwar nicht der Schnellste, da die M-Disc aber mit niedrigerer Geschwindigkeit gebrannt wird, fällt das nicht ins Gewicht.
© Thomas Bergbold

Leider verzichtet Verbatim auf die Beigabe einer Mac-Software, der Klassiker Toast wäre professioneller als die Brennfunktion des Mac-Betriebssystems. Trotzdem verrichtet macOS seine Sache sehr gut mit dem Verbatim-Brenner. Wir hatten keine Fehlbrände und sehnten uns nur dann nach Toast, wenn der Daten zu viele waren und wir sie auf mehrere Rohlinge verteilen mussten.

Wer seine Bildbestände sichern möchte, wird über die DVD mit ihren 4,7 GB nur müde lächeln und eher zur BD mit 25 GB greifen. Es geht aber mit 100 GB noch größer bei der BDXL. Da passt wie in meinem Fall schon der Bildbestand eines kompletten Jahres drauf.

Von den Preisen her geben sich die M-Disc BDs nicht viel. Ob BDXL oder normale BD, der Preis pro GB liegt bei rund 16 Cent. Die DVD ist hingegen mit knapp 50 Cent um einiges teurer. Im Vergleich hierzu sind normale BDs mit rund 3,5 Cent um einiges günstiger.

Wer Datenraten von USB-Sticks und Festplatten gewohnt ist, wird bei einer BDXL viel Zeit mitbringen dürfen. Mit unserem Verbatim-Brenner benötigt so eine BDXL rund 4 Stunden.

Auf einer empfindlichen Schreibtischoberfläche stört es, das der Verbatim Brenner keine Gummifüße hat. Das lässt sich mit kleinen Möbelgleitern sehr gut beheben.
Vergrößern Auf einer empfindlichen Schreibtischoberfläche stört es, das der Verbatim Brenner keine Gummifüße hat. Das lässt sich mit kleinen Möbelgleitern sehr gut beheben.
© Thomas Bergbold

Das ist zugegebener Maßen eine lange Zeit und die Bremse ist hier nicht einmal der Brenner, sondern der Rohling. Die M-Disc wird mit konservativer 4facher Geschwindigkeit gebrannt. Das verlängert zwar die Brennzeit, erhöht aber die Garantie eines fehlerfreien Ergebnisses. Eine niedrigere Brenngeschwindigkeit war schon immer der Garant hierfür.

Empfehlung

Zunächst müssen wir einräumen, dass wir die Herstellerangaben zur Haltbarkeit von 1000 Jahren nicht nachprüfen können. Aber selbst wenn in ungünstigsten Fällen nur 10 Prozent davon übrigbleiben, können viele Medienschaffende in Agenturen und Fotostudios zufrieden sein.

Hier sind dann vor allem auch die Praxiseigenschaften von Bedeutung. Auch wenn der von uns getestete Brenner nicht der Schnellste ist, kann er doch gut seine Aufgabe erfüllen. Alternativ gibt es auch Brenner im klassischen Format, zum Beispiel von LG und Pioneer.

Doch Datensicherung ist ein Job, der idealerweise in einer Pause oder nach der Arbeit erledigt wird. Da fallen die Brennzeiten von rund vier Stunden für 100 GB nicht so sehr ins Gewicht.

Bei der Softwarebeigabe denkt Verbatim leider nicht an uns Mac-User und legt nur ein Programm für Windows bei. Auch wenn macOS eine zuverlässige Lösung mitbringt, wäre der Klassiker Toast doch besser geeignet gewesen.

Nach vielen gebrannten M-Discs bleibt die Erkenntnis, dass man jetzt als Medienschaffender wieder eine Möglichkeit hat, seine Daten langfristig zu sichern. Vielleicht sogar für die nachkommende Generation.

Ein Grundproblem bleibt jedoch: Wie kann ich überprüfen, ob meine Daten in vielen Jahrzehnten noch lesbar sind? Möchte man den Herstellern hier nicht vertrauen, hilft nur regelmäßiges Umkopieren oder so wie ich es mache: Jedes Jahr ein komplettes Neubackup aller Daten.

External Slimline USB 3.0-Bluray-Brenner

Hersteller:

Verbatim www.verbatim.de

Preis:

€ 115,-

Vorzüge:

sehr kompaktes Gehäuse, keine extra Stromversorgung nötig, Laufwerksschlitten

Nachteile:

keine Mac-Software im Lieferumfang, keine Gummifüße

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