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Vorbereitung auf den Homepod – Was Sie wissen müssen

13.02.2018 | 09:55 Uhr |

Der Homepod kommt erst in einigen Wochen nach Deutschland. Doch schon jetzt können Sie einige Vorbereitungen treffen.

Während Kunden in den USA, UK und Australien ihr erstes Wochenende mit dem Homepod bereits verbracht haben, ist hierzulande weiterhin Warten angesagt. Noch in diesem Frühjahr will Apple seinen schlauen Lautsprecher nach Frankreich und Deutschland bringen, das kann also schon in wenigen Wochen der Fall sein. So schadet es nicht, sich darauf vorzubereiten, wenn man wirklich 350 Euro für den Siri-Lautsprecher auszugeben bereit ist. Das ist im Einzelnen zu tun:

1. Stellplatz finden

Der Homepod benötigt eine Steckdose in Reichweite seines etwa zwei Meter langen Netzkabels, das fest mit dem Lautsprecher verbunden ist. Zwar ist Apple schlauer Lautsprecher kaum größer als ein Batterie betriebener 360-Grad-Bluetooth-Lautsprecher, doch ist der Homepod vollgestopft mit einem Subwoffer, sechs Tweetern und fünf Mikrophonen, die auf das Kommando "Hey Siri!" hören. Der Energieverbrauch des Lautsprechers ist nicht ohne, mit Akku wäre er deutlich größer und wuchtiger geworden – womöglich hätten dann auch die Klangeingenschaften gelitten. Ansonsten sollte es dem Homepod an sich egal sein, wo er platziert, der Sound strahlt rundum ab und die eingebauten Mikrophone vermessen anhand der empfangenen Reflexionen die Raumakustik und passen den Output entsprechend dynamisch an.

Homepod-Test: Klang exzellent, Siri enttäuschend

2. iCloud-Account auswählen

Anders als die Geräte von Google oder Amazon funktioniert der Homepod immer nur mit einem iCloud-Account, bis Sie ihn zurücksetzen und neu einrichten. Wohnen Sie allein, ist das kein Problem, in Wohngemeinschaften und Familien sollte man aber entscheiden, auf wessen Konto der Homepod läuft. Das ist nicht nur eine Frage der Musik, denn der Homepod erstellt auf Sprachkommando auch Notizen oder Erinnerungen – für das verknüpfte iCloud-Konto. Unterschiedliche Stimmen erkennt das Gerät nicht, es kann also jeder im Raum mit "Hey Siri!" den Homepod zu einer Aktion veranlassen.

3. 2FA einschalten

Mal abgesehen davon, dass diese Sicherheitsvorkehrung auch sonst wichtig ist: Schalten Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung ein , bevor Sie den Homepod auspacken und einrichten. Zwar genügt für das Einrichten auch ein aktiver iCloud-Schlüsselbund, wenn Sie aber schon all Ihre Passworte über iCloud über Ihre Geräte verteilen, sollten Sie Ihre Apple ID vernünftig absichern. Beim Einrichten sendet der Homepod einen Ton an ein in der Nähe gehaltenes iPhone oder nennt einen Code, den man darauf eingeben muss. Dann überträgt die Software alle wesentlichen iCloud-Einstellungen und auch die Informationen über das WiFi-Netz an den Lautsprecher. Das kennt man so oder so ähnlich schon von den AirPods, die Einrichtung ist flott erledigt.

4. Update auf iOS 11.2.5 installieren

Auch das haben Sie vermutlich schon erledigt. Aber vielleicht planen Sie ja, den Homepod mit einem Zweitgerät einzurichten, iPhone, iPad oder iPod Touch. Egal, für welches Gerät Sie sich entscheiden, iOS 11.2.5 sollte darauf installiert sein, sonst wird es mit der Einrichtung nichts.

5. Apple Music abonnieren

Kritiker bemängeln die starre Bindung des Homepod an Apples Universum, für langjährige Kunden des Unternehmens ist das aber wenig überraschend. So kann man keinerlei Musik von Spotify, Amazon Music Unlimited oder anderen Diensten abspielen, es sei denn, man streamt diese Inhalte per Airplay an den Homepod – aber dazu bräuchte man ihn nicht. Auch ohne Apple Music kann man den Homepod freilich nutzen, er spielt alles ab, was man in seiner iTunes-Mediathek vorhält und über Music Match abgleicht. Gerippte CDs, im iTunes Store gekaufte Songs oder auch diejenigen MP3s, die man aus anderen Quellen hat und über sein iCloud-Konto an alle angeschlossenen Geräte verteilt. Den meisten Nutzen hat man freilich, wenn man Apple Music abonniert, der im Homepod sitzende DJ namens Siri hat dann Zugriff auf 40 Millionen Titel und spielt auf Zuruf, was man will: Titel, Alben, Interpreten, Genres. Siri verspricht, immer die am besten zum Geschmack des Nutzers passende Musik auszuwählen. Das bleibt abzuwarten und etwa im Vergleich mit Amazons Service zu testen. Wenn Sie aber ohnehin schon über Jahre hinweg Ihre Musik in iTunes gepflegt haben, kennt Siri Ihren Geschmack schon ganz gut und kann Ihnen mehr Musik präsentieren, die Ihnen gefallen dürfte. Apple Music ist die ersten drei Monate kostenlos und kostet dann 10 Euro im Monat für Einzelnutzer. Das entspricht in etwa einem digitalen Album pro Monat – Musikliebhaber haben sich vor Apple Music in der Regel deutlich mehr gekauft. Wenn Sie aber mit ihren 100.000 Titeln vollkommen zurecht kommen und in den restlichen 39,9 Millionen vermutlich nichts Neues mehr für Sie finden, dann genügt ein Abo von iTunes Match vollauf, dieses kostet 25 Euro im Jahr.

6. Wiedergabeliste erstellen

Klar, nach dem ersten Einschalten werden Sie Siri einfach nur sagen, sie solle auf dem Homepod Musik spielen – auch wir sind gespannt, welchen Sender, basierend auf unsere Bibliothek, die künstliche Intelligenz finden wird. Sie können aber auch gleich mal Ihre Lieblingstitel abspielen lassen, oder eine Wiedergabeliste mit besonderen Stücken, an denen Sie für sich erkennen, wie gut der Homepod wirklich ist. Vielen mag für diesen Zweck ein Album wie "Dark Side of the Moon" genügen, aber Sie haben vielleicht noch andere Teststücke parat. Also: Ran an die Wiedergabelisten, Sie haben ja noch ein paar Wochen Zeit für deren Optimierung.

7. Adapter nicht vergessen

Kein Geduld, bis Apple hierzulande endlich in die Pötte kommt, dafür aber Bekannte, Verwandte, Freunde oder Kollegen in UK, USA oder Australien, die für Sie einen Homepod besorgen könnten und Ihnen zuschicken? Bedenken Sie: Das Kabel ist fest verbunden – und der daran hängende Stecker für die Steckdosen in USA, UK und Australien gebaut. Besorgen Sie sich also rechtzeitig einen Adapter – dann sollten Sie schon ein paar Wochen vor allen anderen Ihren Homepod einrichten können.

Nur für iPhone, iPad, iPod Touch

Was wir hier stillschweigend vorausgesetzt haben: Sie müssen sich kein iPhone, iPad oder iPod Touch kaufen, das Sie bereits Apple-Kunde sind. Mit Geräten von außerhalb des Apple-Universums kann man mit dem Homepod nichts anfangen, merkt "The Verge" korrekter Weise an . Zwar hat der Homepod auch eine Bluetooth-Schnittstelle an Bord, diese dient aber lediglich dem Pairing mit dem iOS-Gerät und lässt sich nicht zum Streamenverweden. Airplay ist ohnehin proprietär und einen Eingang für ein Audiokabel suchen Sie vergebens.

Wenn man bisher als iPhone- oder Mac-Nutzer dachte, man wäre an Apple festgekettet, so hänge der Homepod schlussendlich noch die schwere Kugel an – verlassen könne man die Produktwelt aus Cupertino eigentlich nicht mehr, wenn man 350 US-Dollar für einen Lautsprecher ausgegeben habe, kritisiert "The Verge". Zwar habe Apple schon immer darauf geachtet, Software, Hardware und Services perfekt aufeinander abzustimmen, aber Mac und iPhone könne man auch prima nutzen, ohne neben dem jeweiligen Betriebssystem nennenswert Programme und Dienste von Apple zu verwenden. Da der Homepod sich aber nicht einmal per Bluetooth ansprechen lässt, ist hier die Kopplung gewissermaßen unauflösbar, der Lautsprecher will gewissermaßen garantieren, dass seine Besitzer auch tatsächlich beim iPhone bleiben - oder sich eines anschaffen. Gleichwohl muss diese starre Verbindung nicht für alle Ewigkeiten halten, Apple hatte auch den ersten iPod exklusiv an den Mac angeschlossen, erst die zweite Generation konnte sich auch mit Windwos-PCs über iTunes synchronisieren.

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