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Vulkan vs. Metal: Verpasst Apple wieder seine Chance?

27.02.2018 | 14:32 Uhr | Stephan Wiesend

MoltenVK ermöglicht Entwicklern von Spielern, den OpenGL-Nachfolger Vulkan für iOS und macOS-Anwendungen zu nutzen.

Für Spielefans mit einem Apple-Rechner besteht offenbar Hoffung: Mit den jetzt als Open Source vorgestellten Entwicklerwerkzeugen MoltenVK wird es deutlich einfacher, Vulkan-Anwendungen auf macOS und iOS zu portieren . Ein erstes Beispiel ist das Spiel "Dota 2", das der Vulkan-Nutzer Valve auf macOS portiert hat. Gegenüber der OpenGL-Version soll die neue Vulkan-Version ganze 50 Prozent höhere Frameraten bieten, das Update soll in Kürze veröffentlicht werden.

Hat man eine Anwendung mit Vulkan entwickelt, kann man das Spiel oder Programm sowohl unter Windows, Linux und anderen Plattformen verwenden. Unter macOS und iOS fehlte bisher die Unterstützung, MoltenVK nutzt für die Portierung deshalb Apples Framework Metal. Hinter dem Grafik-API Vulkan, das man auch als Weiterentwicklung von OpenGL bezeichnen kann, steht die Khronos Group. Der wohl prominenteste Unterstützer ist der Steam-Betreiber Valve, die eigenen Source-2-Engine nutzt Vulkan. Aber auch die Entwicklungsumgebung Unity kann Vulkan verwenden.

Aktuell steht das plattformunabhängige Vulkan in Konkurrenz zu Apples Grafik-API Metal und Microsofts neuen Standard DirectX 12.

Zumindest Google hat sich für Vulkan entschieden, Android unterstützt das API neben Open GL ES nativ.

Nach Wechsel von Open GL zu Vulkan läuft das Spiel deutlich schneller.
Vergrößern Nach Wechsel von Open GL zu Vulkan läuft das Spiel deutlich schneller.

Unsere Meinung : Auf den ersten Blick ist es eine gute Nachricht, dass ein Vulkan-Entwickler seine Apps und Spiele einfach auf iOS und macOS umsetzen kann. Vulkan ist sicher eine deutliche Verbesserung zu Open GL, das immer noch Grundlage der meisten iOS-Spiele ist. Noch einfacher wäre es für Entwickler allerdings, würde Apple Vulkan nativ unterstützen, wie es bei Open GL der Fall war.

Für Spieleentwickler wäre es wohl zu schön gewesen: Ein Spiel entwickeln, und dieses dann einfach für Windows, Mac, Linux, Konsolen, Android und iOS veröffentlichen...

Offensichtlich will Apple aber, dass Entwickler die eigene proprietäre Mac und iOS-Schnittstelle Metal verwenden – und Anwendungen exklusiv für iOS oder macOS erscheinen. Dank hoher Umsätze im iOS-Store hat Apple damit wohl auch Erfolg. Mit dieser Haltung ist Apple ja nicht allein, auch Microsoft will die eigene API DirectX 12 durchsetzen. So wird von den neueren Grafikkarten zwar unter Windows Vulkan nativ unterstützt, Apps im Microsoft Appe Store dürfen aber nur DirectX verwenden. Zwischen diesen beiden Konkurrenten stehen Vulkan wohl harte Zeiten bevor.

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