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Wahlwerbung: Facebook setzt Postkarten für Authentifizierung ein

20.02.2018 | 10:27 Uhr |

Facebook will Wahlwerbung nur von US-Adressen aus zulassen. Eine alte Technik soll bei der Umsetzung helfen.

 Man wird vermutlich nie genau sagen können, wie sehr eine Troll-Fabrik aus Sankt Petersburg die letzten US-Präsidentschaftswahlen beeinflusst hat oder überhaupt die Beteiligung ausländischer Mächte die Meinungsbildung beeinflussen konnte. Laut eines Berichts der Nachrichtenagentur Reuters will Facebook aber bei den nächsten Wahlen eine Beeinflussung von außen zu verhindern versuchen. Dabei wolle sich die Plattform einer tradierten Technik bedienen: Der Briefpost. Denn wer eine Werbung für einen zur Wahl stehenden Kandidaten auf Facebook buchen möchte, muss seine US-Adresse bestätigen: Mittels einer Postkarte, die Facebook an die angegebene Adresse schickt. Dies erklärte Katie Habarth, Facebooks Direktorin für globale Policy-Programme auf einer Konferenz der National Association of Secretaries of State an diesem Wochenende. Die Authentifizierungsmaßnahme werde immer dann aktiv, wenn in einer Facebook-Anzeige ein Kandidat für ein Bundesmandat erwähnt werde.

Bis zum November dieses Jahres, wenn die sogenannten Mid-Term-Elections eine neue Zusammensetzung von Seant und Repräsentantenhaus bestimmen, sollen die Verfahren etabliert sein. Dies werde nicht alle Probleme mit möglicher Wahlmanipulation lösen, räumt Harbath ein, doch würde eine derartige Maßnahme fremden Mächten den Eingriff erschweren.

Ob diese Methode sicher ist, bleibt zu bezweifeln, denn in ihrer Anklageschrift hat die US-Generalstaatsanwaltschaft auch Vorfälle geschildert, bei denen die angeklagten russischen Bürger in den USA mit gefälschten Unterlagen agierten, auch haben die Mitarbeiter der Troll-Fabrik Mittelsmänner vor Ort angeheuert, damit diese stellvertretend auf den von Russen organisierten Demos auftraten.

Mittlerweile räumt auch der von meinungsbildenden Eingriffen aus Russland mutmaßlich Begünstigte ein, dass es solche Beeinflussung gegeben hat: In einem Tweet anlässlich des gestrigen President's Day beschimpft POTUS 45 seinen Vorgänger Barack Obama , dieser habe nichts gegen "russische Einmischung" im Vorfeld der Wahlen von 2016 unternommen.

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