2353064

Warum 5 GB iCloud-Speicher 2018 zu klein sind

01.06.2018 | 14:31 Uhr | Halyna Kubiv

Dauerrenner bei den Leser-Wünschen für das kommende mobile System ist Jahr für Jahr mehr iCloud-Speicher.

Wir haben letzte Woche gefragt, was denn die Macwelt-Leser sich von dem kommenden iOS 12 am Montagabend wünschen. Die Ergebnisse konnte man jedoch bereits beim Erstellen der Umfrage erraten: Als eine der verfügbaren Optionen hatten wir nämlich "10 GB an freiem iCloud-Speicher" eingetragen – ab da konnte man sicher sein, dass rund 40 Prozent aller Teilnehmer dafür ihre Stimme geben. Der Rest wird sich dann danach verteilen, ob wir die restlichen gewünschten Funktionen realitätsnah oder recht fantasievoll gestaltet haben. Auch im letzten Jahr waren die Ergebnisse einer vergleichbaren Umfrage fast identisch: Die Mehrheit hat für mehr iCloud-Speicher abgestimmt, obwohl auf der Liste ein neuer Video-Streamingdienst, Mehrbenutzer am iPad etc. standen.

Warum ist das so? Nun, der digitale Speicher von Apple quillt mittlerweile über, Nutzer mit  knapp bemessenem iPhone-Speicher sind hier übrigens noch im Vorteil, da das iCloud-Backup automatisch kleiner ausfällt als bei den iPhones und iPads mit Hunderten an Gigabytes.

Man muss hier noch berücksichtigen, dass iCloud schon vor sieben Jahren für alle iOS- und macOS-Nutzer freigegeben wurde! Zum Vergleich: Das gleichaltrige iPhone 4S hatte damals Speichervarianten von 8, 16, 32 und 64 GB zur Auswahl, die Rückkamera löste nur mit 8 Megapixel aus. Mittlerweile gibt es in Apples mobilen iOS-Portfolio nichts, was weniger als 32 GB an Speicherplatz bietet, selbst der lang vergessene iPod Touch startet heute erst ab 32 GB, iPhone X sogar ab 64 GB Speicher. Auch iPhone-Kameras haben in diesen sieben Jahren fast schon Lichtjahre an Entwicklung durchgemacht: Von 8 Megapixels mit passablen Fotos und Videos zu 12 MP Doppelkamera und 4K-Videoaufzeichnung mit optischen Stabilisierung, HDR und (Fast-)Profiqualität. Diese zwei Bereiche – das iCloud-Backup des iPhones und Fotos – beanspruchen für sich bereits den Großteil des iCloud-Kuchens. Und während sich die Hardware in diesen sieben Jahren stets entwickelt hat, wurden die Datenmengen fast gleichermaßen größer. iCloud bliebt rein mathematisch gesehen aber an fast gleicher Stelle stehen. Ok, Apple hat beispielsweise im letzten Sommer das Angebot etwas aktualisiert und bietet nun 2 Terabyte iCloud-Speicher für zehn Euro im Monat, aber selbst hier wird die Schieflage dieser Konstellation deutlich: 5 GB kostenlos, dann der Sprung auf 50 GB für knapp einen Euro, dann folgen 200 GB für drei Euro pro Monat. Es gibt auch ein paar Dienste, die über iCloud synchronisiert werden, aber nicht dazu mitgerechnet werden beispielsweise Mail Drop.

Das Schlimme dabei: Als iOS-Nutzer hat man gar keine Wahl, ob man iCloud nutzen will oder nicht. Der Online-Dienst ist mittlerweile in allen Ecken des Systems allgegenwärtig, zuletzt konnte man eigene iMessages in iCloud verlegen. Wir wollen hier an der Stelle keinen Vergleich mit Google und seinem unbegrenzten Fotospeicher für Pixel-Nutzer machen, wird hier doch nicht mit dem Cloud-Speicher, sondern mit den digitalen Identitäten der Nutzer gehandelt. Das ist aber auch kein echter Ausweg aus dem iCloud-Korsett. Kurzum, in den Zeiten von 32- und 64-iPhones sind 5 GB an freiem iCloud-Speicher einfach nicht mehr zeitgemäß: Apps, App-Daten, Fotos, Videos, ja iOS selbst werden immer größer, da muss auch iCloud mithalten können.

iCloud-Speicher voll? So räumen Sie auf!

Für wen sich das iCloud-Abo lohnt

Macwelt Marktplatz

2353064