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Warum Apple nach jeder Keynote blöd ist

06.06.2017 | 17:32 Uhr |

Wie nach jeder Apple-Keynote gibt es im Netz diverse Reaktionen der Nutzer auf die vorgestellten Neuerungen. Wir fassen sie zusammen.

Wenn sich jemand über die gestrige WWDC-Keynote beschweren darf, dann sind es wir als Berichterstatter: Nicht nur hat die Keynote die Zwei-Stunden-Grenze locker durchbrochen, zudem war sie so dicht mit Neuerungen gepackt, dass wir wohl über die nächsten Tage gut beschäftigt sind. Die Apple-Producer hatten das Marketing-Gerede auf das Nötigste reduziert, Witze fast komplett gestrichen, selbst Jony Ive durfte nicht in seinem prächtigen british Englisch vor weißem Hintergrund parlieren. Die Präsenter trugen ihre Neuigkeiten in einem Tempo vor wie Drittklässler das auswendig gelernte Gedicht vor der ganzen Klasse – und durften wieder auf ihrem Platz verschwinden. In diesem Hip-Hop-Tempo hat Apple so viele Aktualisierungen hineingequetscht wie lange nicht mehr: fast das gesamte Macbook-Portfolio, die iPad-Linie, neue Desktop-Recher und ein komplett neues Produkt – das HomePod. Eigentlich, hatten wir gedacht, gibt es keinen Grund für einen hartgesottenen Apple-Fan sich zu beschweren. Eigentlich...

Zugegeben, die Kritik an Apple im letzten halben Jahr war mehr als berechtigt: Das Macbook mit Touch ID wurde für den Profi-Einsatz vermarktet, Video-Spezialisten sowie Entwickler fühlten sich vernachlässigt, weil die Maschine ihren Anforderungen nicht genügte, die Journaille bemängelte die fehlende Unterstützung von Innovationstechnologien wie VR oder AR. Das Jammern war so laut , dass Apple im April eine extra Pressekonferenz mit ausgewählten Journalisten veranstaltete und einen neuen Mac Pro für 2018 und einen iMac gegen Ende 2017 versprach. Auf der WWDC wurde zumindest ein Teil dieses Versprechens eingehalten: ein iMac Pro kommt im Dezember in den Stores, mit bis zu 18 Kernen im Intel Xeon-Prozessor, mit schnellem Arbeitsspeicher, der sich bis zu 128 GB RAM upgraden lässt. Selbst den Adapter-Kritikern ist hier der Wind aus den Segeln genommen: USB 3, Ethernet, Speicherkarten-Steckplatz, ja selbst die Klinkenbuchse ist dabei. Apropos, Ethernet – der neue iMac Pro wird den Durchsatz von 10 Gbit unterstützen, die hiesigen Endbenutzer-Netze sind mit einem Schlag veraltet oder zu langsam, nur Geschäftskunden können sich die Geschwindigkeit erlauben.

Und schon wieder regt sich unter den Kommentatoren der Unmut: Wer braucht das schon? Derjenige, der sich die Frage stellt, wird den Rechner nie im Leben benötigen, aber in der Kreativen-Branche wird sich der eine oder der andere finden, der sich vorstellen kann, mit dem iMac Pro zu arbeiten. "Die Maschine ist komplett überteuert" – klar, fünf Tausend US-Dollar oder knapp 6500 Euro für ein Einstiegsmodell sind nicht gerade wenig. Ein argumentierter Vergleich wird aber nur dann möglich, wenn vergleichbare Rechner von Dell und Konsorten auf dem Markt erscheinen. Wie die bisherigen Vergleiche zwischen beispielsweise einem Surface und einem Macbook zeigen, wird für Qualitätshardware ein gewisser Preis verlangt, egal ob auf dem Deckel der Apfel oder vier Vierecke drauf sind.

Wer gerade im Netz nach den neuen Infos zum HomePod sucht, wird wohl über einen oder anderen Witz stoßen: mit einer Klorolle oder einem Garnknäuel wird das neue Gerät verglichen. Das gleiche hat man im letzten Herbst mit den neuen AirPods durchexerziert: Zunächst Spott und Häme, weil man angeblich die Kopfhörer sehr leicht verliert, dann durften wir uns in der Schlange um die neuen drahtlosen Kopfhörer mit den anderen prügeln, dann kamen Berichte über Marktanteile und Kundenzufriedenheit. Mit dem neuen HomePod dürfte das gleiche Prozedere Ende des Jahres bzw. 2018 ablaufen. Hauptsache hier – eine gescheite Siri-Integration.

Ganz klar, Apple ist nicht unfehlbar und eine argumentierte Kritik ist mehr als angebracht. So finden wir die Neuerungen im App Store eine Verschlimmbesserung, vor allem für die kleinen Entwickler, weil sie noch mehr Mühe haben werden, ins Blickfeld der Nutzer zu geraten. Aber mittlerweile lassen sich die Wünsche der Nutzer an einem Mac oder Macbook Pro zusammen fassen als Top-Hardware, gerade auf der Computec vorgestellt, darf aber im dreistelligen Bereich kosten, schick und dünn, aber am besten noch mit einem VGA-Anschluss. Wie das aussehen kann, hat im letzten Sommer Joy of Tech an Hand von Kunden-Wünschen an das künftige iPhone 7 zusammengefasst:

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