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Warum noch ein Macbook Air? 10 Fragen als Erklärung

12.03.2018 | 15:58 Uhr |

Eigentlich ist das Macbook Air völlig veraltet, Käufer des Macbook Air haben dafür aber einige sehr gute Gründe.

Aus Sicht des technikbegeisterten Apple-Fans ist es eigentlich unverständlich, dass Apple das Macbook Air nicht schon längst in Rente geschickt hat. Auch bei der laut Gerüchten angekündigten neuen Version wird Apple wohl wenig ändern – vermutlich die CPU und Grafikkarte aktualisieren.  Dabei das Konzept doch schon fast zehn Jahre alt und Macbook Pro und Macbook sind moderner, schneller und schicker! Wie kann also ein Verkaufsgespräch so misslingen, dass der Kunde doch zum alten Modell greift? Wir stellen uns das Gespräch mit einem informierten aber neutralen Berater so vor:

Die günstigste Version des Macbook Pro kostet also 1300 Euro?

Der Preis ist natürlich ein Argument für das Macbook Air. Mit dem Macbook Pro 13-Zoll mit 128 GB hat Apple allerdings ein neues Einstiegsmodell für 1300 Euro im Angebot. Zugegeben: 128 GB sind nicht viel und als Angebot ist das Macbook Air aktuell für unter 900 Euro zu haben. Der Preisunterschied von knapp 400 Euro ist schon beeindruckend. Leider ist auch das Macbook mit 12-Zoll-Display deutlich teurer. Vor allem beim Design und der Technologie führt aber kein Weg am aktuellen Macbook Pro vorbei.

Das alte Design gefällt mir eigentlich. Das neue Macbook Pro ist aber sicher doppelt so schnell?

Nicht ganz: Trotz uralter CPU ist das Macbook Air eigentlich keine lahme Ente. Sehen Sie hier: Laut Geekbench erzielt die alte i5-Broadwell-CPU des 1,8-GHz-Modells immerhin 3411 Punkte im Single-Threading Test, das Einstiegs-Macbook Pro 3594 Punkte. Zwar sind integrierte Grafikkarte und auch die SSD ebenfalls schneller, die Unterschiede sind aber in der Praxis vielleicht nicht so gut spürbar. Das 12-Zoll-Macbook ist allerdings noch lahmer als das Air. Will man etwa für 4K-Videoschnitt ein wirklich schnelles Macbook, sollte man besser zum 15-Zoll-Modell greifen. Gut, das ist größer und etwas teurer...

Aber diese neue Touch Bar wäre doch für 1300 Euro mit dabei?

Das Alleinstellungsmerkmal des Macbook Pro ist natürlich die Touchbar, die zusätzliche Bedienmöglichkeiten ermöglicht. Leider bleibt diese Funktion den teureren Macbook-Pro-Modellen vorbehalten und der Preis beginnt im Apple Store bei 2000 Euro.

Macbook Air 128 GB bei diversen Anbietern

Gravis: 999 Euro

Amazon: 950 Euro

Conrad: 899 Euro

Dafür ist die Akku-Laufzeit beim neuen Gerät sicher besser?

Leider ist die Akku-Laufzeit der neuen Macbook Pro etwas kürzer als beim Macbook Air, vermutlich verbraucht das Display mehr Energie. Laut Apple hält das Macbook Pro beim Surfen 10 Stunden durch, das Macbook Air zwei Stunden länger.

Die neuen Macbook Pro sind zumindest leichter und flacher?

Nein. Hier gibt es eigentlich wenig Unterschiede: Das keilförmige Macbook Air ist an seiner dicksten Stelle mit 1,7 cm etwas höher als das Macbook Pro mit 1,49 cm. Dafür ist es mit 1,35 kg sogar einen Hauch leichter als das Macbook Pro. Will man ein wirklich kleines Macbook, muss man schon zum Macbook greifen.

Ein 13-Zoll-Display ist doch nicht größer als ein 13-Zoll-Display? Ist man mit dem Retina-Display denn produktiver?

Schon. Sieht man die Bildschirme des Macbook Air und Macbook Pro nebeneinander, wird aber der Qualitätsunterschied sofort deutlich. Es ist aber nicht so, dass Sie in Excel mehr Zellen oder in Safari mehr Inhalte sehen würde. Die Inhalte sehen dafür aber viel besser aus und Schrift sieht aus wie gedruckt.

Was ist denn aber nun der Vorteil dieses Retina-Display in der Praxis?

Neben einer viel höheren Auflösung und besserer Farbdarstellung ist das Retina-Display auch für grafische Anwendungen besser geeignet. Bei einem seitlichen Blick auf das Display sieht man keine Farbverschiebung, was etwa bei der Bildbearbeitung stört. Die Bildqualität ist deutlich besser. Wenn natürlich die Bildqualität des Macbook Air-Bildschirms reicht...

Aha. Und wie schließe ich nun Monitor und Drucker an und wo ist der Ethernet-Port für das Firmen-Netzwerk?

Ja, das ist ein Nachteil. Das neue Macbook hat nur eine USB-C-Schnittstelle, das Einstiegs-Macbook-Pro zwei Thunderbolt/USB-C-Schnittstellen, das teure Macbook Pro 13-Zoll immerhin vier. Im Prinzip braucht man deshalb einen Hub oder mehrere Adapter.  Etwas problematisch sind aber eigentlich nur Monitor-Adapter, hier sollte man auf gute Qualität achten.

Schade, dass auch die Speicherkarten-Schnittstelle eingespart wurde, die war auch als Speichererweiterung nützlich. Thunderbolt 3 ist zwar eine moderne und sehr schnelle Schnittstelle, ohne Thunderbolt-Peripherie bringt dies aber natürlich wenig. Langfristig ist aber USB-C einfach die Zukunft.

Also braucht jeder einen USB-C-Hub?

Ja, und beim Kauf des Hubs sollte man nicht zu geizig sein, billige Hubs sorgen schnell für kleinere lästige Probleme.

Hubs machen nur Ärger. War da nicht auch noch was mit dem Magsafe-Port und dem optischen Audioausgang?

Eigentlich schade drum. Der Magsafe-Port war immer ein guter Schutz gegen Stürze, wenn jemand etwa am Stromkabel hängen blieb. Die Stromversorgung erfolgt aber jetzt über den USB-C-Port und der kommt ohne Abzieh-Sicherung. Es gibt zwar Nachrüst-Lösungen für USB-C... Tja, das Thema Audioausgang ist eigentlich kaum bekannt. Beim Macbook Air kann man noch den Audioausgang als digitalen Ausgang verwenden, etwa um eine hochklassige Stereoanlage digital anzuschließen. Das geht bei den neuen Modellen nur noch analog.

Ist die Tastatur der neuen Geräte nicht etwas zu flach? Ich muss sehr viel tippen...

Das Macbook Air hat natürlich die gleiche Tastatur wie Generationen von Macbooks vor ihm. Apple verwendet bei Macbook und Macbook Pro dagegen eine neue flache Schmetterlingstastatur, die für Blindtipper und Vielschreiber schon einige Umgewöhnung verlangt. Vor allem in den ersten Generationen der kleinen Macbooks gab es offenbar auch kleinere Probleme mit hängenden Tasten. Bei den aktuellen Modellen hat Apple die Tastatur aber verbessert und die meisten sind doch bald zufrieden mit der Tastatur.

Fazit:

Persönlich würden wir uns kein Macbook Air mehr kaufen, steht doch eine neue Generation vor der Tür. Offensichtlich ist das alte Air aber für viele Anwender keine schlechte Wahl und dies liegt nicht nur am Preis. Heute spielt ja auch der Mac längst nicht mehr die wichtige Rolle, die er einmal hatte.

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