2338239

Was das Apple-Event am 27. März so besonders macht

20.03.2018 | 13:25 Uhr |

Nächste Woche will Apple in Chicago etwas Neues präsentieren, doch das Event wird sich von den herkömmlichen Keynotes unterscheiden.

Frühling, ja du bist's … Dich hab' ich vernommen! Es ist Früh.., nein, ist es nicht wirklich. Sprechen wir lieber vom Frühjahrsäquinoktium, also jenem Zeitpunkt eher gegen Anfang eines Kalenderjahres, an denen Tag und Nacht gleich lang sind. Auf ihrer scheinbaren Bahn steht die Sonne heute erstmals wieder von Süden kommend am Äquator im Zenit, jedoch erst um 17.15 Uhr. Das ist also etwa fünf Zeitzonen westlich von hier, im Norden Brasiliens mithin. Muss nur noch das Wetter mitziehen, damit man diesen Tag auch als " Weltglückstag " begreift – Sie wissen schon, Fausts Osterspaziergang "Im Tale grünet Hoffnungsglück". Aber das wird schon noch, gegen Ende der Woche setzt sich mildere Luft durch, bis Ostern wird das Wetter vielleicht endlich so, wie man sich einen Frühling vorstellt.

Wie man sich ein Apple Event vorstellt, so wird der Termin nächsten Dienstag eher nicht. Also keine abgedunkelte Bühne, auf die ein einsamer, dunkel gekleideter Apple-CEO klettert und im Licht der Scheinwerfer und unterstützt von einer riesigen Leinwand im Hintergrund eine Reihe neuer weltbewegender Produkte zelebriert, die die Leute sofort kaufen können und vor allem sollen. Aller Voraussicht nach wird Apple schon vorher einige neue Produkte ankündigen und in seine Stores bringen, ein neues iPhone SE etwa und neue Armbänder für die Apple Watch. Denn diese kann man sich kaum in einem Zusammenhang einer Feldstudie vorstellen oder als neue wertvolle Werkzeuge für Lehrer und Professoren. Darum soll es aber kommenden Dienstag gehen. Vielleicht teilt sich Apple die Produktneuheiten für das Frühjahr 2018 ja auf: Diese Woche noch unspektakulär per Ankündigungen die Frühjahrsmode für Uhren und das Einsteigersmartphone, nächste Woche dann ein neues iPad mit einem neuen Apple Pencil und vor allem Software und Services für Schüler und Universitäten.

Apple hat den Veranstaltungsort Lane Tech College Prep in Chicago nicht von ungefähr gewählt, an der High School will Apple zeigen, wie sich das Unternehmen um den Bildungsbereich kümmert. Es ist bei weitem nicht Apples erster Ansatz, die Bildungschancen von Schülern und Studenten zu verbessern und seine eigene Vormacht zu stärken. Schon in den frühen Achtzigern wollte Cupertino einer jeden High School in Kalifornien einen Apple II schenken, das scheiterte aber aus steuerlichen Gründen. Unvergessen der eMate, ein vom Newton abgeleitetes kompaktes Notebook für Schüler und Studenten. Der eMac schließlich kam ein wenig wie ein klobig und blass geratener großer Bruder des iMac daher, verblieb aber noch Jahre nach dem Umstieg auf Flachbildschirme in Apples Angebot. Dort steht jetzt ein iMac, der vor Neid auf den großen Bruder iMac Pro erblassen würde, wenn er eh nicht schon in hellem Aluminium gehalten wäre, sein Grundpreis von 1300 Euro passt aber eher zu den schmalen Budgets von Bildungseinrichtungen.

Denn hieran ist auch bisher der Plan gescheitert, mit dem iPad alle Schulbücher überflüssig zu machen, weil man auf das Tablet alle Materialien in digitaler Form bekommt: Schulen und Schulbehörden müssten die Geräte anschaffen, sie warten und reparieren und vor allem alle paar Jahre austauschen, weitaus öfter als die langlebigen unter den Schulbüchern. Man darf gespannt sein, was Apple nun auf dem Plan für das noch laufende Schuljahr und die Zeit danach stehen hat. Da beginnt nächste Woche in jedem Fall eine spannende Feldstudie.

Macwelt Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2338239