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Was ein Macbook mit ARM-Chip bringen würde

05.04.2018 | 11:11 Uhr |

Der nächste Plattformwechsel wird für Apple deutlich komplizierter als die der Vergangenheit. Fraglich ist, ob Apple überhaupt alle Macs auf ARM umstellen würde.

Update vom 5. April 2018: Apple steht laut eines Bloomberg-Berichts vor dem nächsten Wechsel seiner Prozessorplattform. Bis ins Jahr 2020 soll Apple mit eigenen Chips fertig sein, die in Macs nicht nur als Coprozessoren für Touchbar oder Secure Boot dienen, sondern die zentrale Recheneinheit bieten . Phantasien über kommende ARM-Macs gibt es seit gut zehn Jahren, die ersten stammen noch aus der Zeit, als Apple gerade erst seine bisher letzte Transition zu Intel hinter sich gebracht hatte. Diesmal könnte es ernst sein, die Quellen des Autoren Mark Gurman sind meist zuversichtlich. Und doch wird es diesmal anders werden als zuletzt oder als man sich das heute vorzustellen vermag, meint unser Macworld-Kollege Jason Snell . Bei den Wechseln von 68k zu PPC und von PPC zu Intel hatte Apple jeweils Emulatoren mitgeliefert, Entwickler einige Monate vorgewarnt und dann die gesamte Palette innerhalb recht kurzer Zeit mit neuen CPUs ausgestattet. Das sollte diesmal schwieriger werden, weil Apples eigene ARM-Chips zwar durchaus in deren High-End-Version mit Macs konkurrieren können, aber eher mit denen aus dem Low End. Das dürfte bis 2020 auch noch so bleiben. Wird Apple also etwa nur Macbooks in ARM-Maschinen wandeln und für den High-End-Mac-Pro bei Server-Chips von Intel bleiben? Was auch ins Bild passt, wenn auch auf eine größere Skala, ist das Projekt Marzipan . Entwickler sollen in dessen Rahmen aus iOS-Apps ohne größere Anstrengungen auch macOS-Anwendungen bauen können, Apple will gewissermaßen also Programmierer dazu bringen, ihre Software für einen weiten Bereich von Geräten zu konzipieren. macOS und iOS werden ohne Frage immer mehr zusammen wachsen, wird ein ARM-Mac aber wirklich ein Mac sein, eine große iOS-Maschine oder etwas dazwischen, was man sich noch nicht so recht vorstellen kann? Bisher sieht man das Bild nur in Ausschnitten, was Apple wirklich plant, wird man erst in etlichen Monaten oder einigen Jahren erfahren können.

Meldung vom 19. Oktober 2017: Microsoft hat ein auf einem ARM-Chip basierendes Notebook vorgestellt, das ein Vorbild für künftige Apple-Hardware abgeben könnte. Peter Bernard, Microsofts Principal Group Program Manager for Connectivity Partners behauptete gegenüber Trusted Reviews, dass die Snapdragon-CPU von Qualcomm vor allem eine höhere Energieeffizienz mit sich bringe, er müsse sein Notebook nur noch alle paar Tage aufladen. Apple denkt angeblich schon seit längerem darüber nach, ein Macbook mit ARM-CPU zu bauen. Dabei hätte der Mac-Hersteller den Vorteil, einen selbst gestalteten A-Chip ähnlich wie in iPad und iPhone optimal an sein System anpassen zu können, meint Jeff Benjamin auf 9to5Mac .

Für Macbook-Nutzer wäre es eine unvergleichlich bessere Erfahrung, müssten sie ihren Rechner ähnlich wie ihr iPad nur alle paar Tage an die Steckdose hängen und nicht mehr alle paar Stunden. Ob ein solches Gerät aber tatsächlich in der Pipeline von Cupertino steckt, ist höchst ungewiss. Für Apple wäre ein derartiges Projekt mit vielen Ungewissheiten verbunden, der Wechsel der Chip-Plattform ist immer gewagt. Nach wie vor gilt also: Ein Macbook mit ARM-Chip werden wir so schnell nicht sehe n. Stattdessen baut Apple das iPad Pro immer mehr zu einer ernsthaften Konkurrenz von Notebooks aus. Gleichwohl haben die von Apple gestalteten ARM-Chips großes Potential: In Benchmarks ist der A11 Bionic des iPhone 8, 8 Plus und X den Prozessoren des Macbook Pro von 2017 mindestens ebenbürtig. Nur können letztere ihre hohe Leistung auch über einen längeren Zeitraum liefern, was wiederum zu Lasten des Stromverbrauchs geht.

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