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Was ist teurer? iPhone mit 256 GB oder iPhone 32 GB mit iCloud-Vollausstattung

28.08.2017 | 08:57 Uhr | Stephan Wiesend

Ein iPhone mit maximaler Speicherausstattung kostet 200 Euro mehr als die Basisversion – kann man das nicht mit iCloud und Apple Music ausgleichen?

FĂŒr Musikenthusiasten und Videofilmer darf es nur ein iPhone mit mindestens 128 GB sein, der Durchschnittsanwender kommt bei Vergleich der Preise aber doch ins Schwanken. Bekommt man doch ein iPhone mit 32 GB fĂŒr 759 Euro , die Version mit 256 GB kostet dagegen gleich 979 Euro, also 220 Euro mehr.

32 GB Speicher sind aber schon sehr knapp fĂŒr Fotos, Musik und Videos. Unsere Frage ist aber: WofĂŒr braucht man noch viel internen Speicher? Vor allem durch iOS 11 hat sich viel geĂ€ndert.

iOS 11

Mit iOS 11 hat Apple iCloud verbessert und man kann so gut wie alle Dateien in die Cloud auslagern. Verschiebt man seine Fotos und Videos in die Cloud, sieht man auf seinem iPhone nur noch Vorschaudateien – erst beim AuswĂ€hlen lĂ€dt sich per WLAN oder Mobilfunk die Datei. Das Auslagern der Musikdateien ist unter iOS eigentlich schon ein alter Hut, auch hier merkt man oft keinen Unterschied mehr, ob eine Musikdatei gestreamt wird oder auf dem internen Speicher des iPhone liegt. Auch die neue App Files erleichtert den Zugriff auf iCloud, hat man doch simplen Zugriff auf alle vom Mac und iPhone hochgeladenen Dateien.

Die neue iOS-11-App vereinfacht die Verwaltung von Dateien.
VergrĂ¶ĂŸern Die neue iOS-11-App vereinfacht die Verwaltung von Dateien.

Die kostenlos verfĂŒgbaren 5 GB von iCloud sind allerdings ein Witz und reichen nur knauserigsten Anwendern. Aber auch die nĂ€chstgrĂ¶ĂŸere Stufe mit 50 GB ist nicht hinreichend, wenn man mehrere iOS-GerĂ€te verwalten und seine Foto-Bibliotheken komplett hochladen will. Empfehlenswerter ist da schon der Plan mit 200 GB, der 2,99 Euro im Monat kostet – oder etwa 72 Euro fĂŒr zwei Jahre. Wir gehen dabei davon aus, dass ein Nutzer sein iPhone fĂŒr zwei Jahre verwendet und dann durch ein neues Modell ersetzt. NatĂŒrlich sind 200 GB auch fĂŒr unseren KĂ€ufer des 256 GB-Modells interessant, fĂŒr die intensive Nutzung von iCloud sind sie aber dringend erforderlich.

Apple Music

Etwas komplizierter wird unsere Kalkulation, wenn wir auch die Kosten von Apple Music einbeziehen. FĂŒr ein einigermaßen komfortables Auslagern der Musikdaten ĂŒber die iCloud-Musikmediathek benötigt man nĂ€mlich ein Abo von Apple Music, das im Monat zehn Euro kostet. FĂŒr ein komplettes Jahr kostet das Abo noch 100 Euro, fĂŒr die von uns beobachteten zwei Jahre, also 200 Euro. Was man bei den hohen Kosten bedenken sollte, ist allerdings, dass die Funktion der iCloud-Musikmediathek nur eine der vielen VorzĂŒge von Apple Music ist.

Still und heimlich hat Apple ein neues Bezahlangebot für den Musik-Streaming-Dienst Apple Music eingeführt. Bisher mussten die Abonnenten jeden Monat für Apple Music zahlen, jetzt gibt es auch Jahresbeiträge.
VergrĂ¶ĂŸern Still und heimlich hat Apple ein neues Bezahlangebot fĂŒr den Musik-Streaming-Dienst Apple Music eingefĂŒhrt. Bisher mussten die Abonnenten jeden Monat fĂŒr Apple Music zahlen, jetzt gibt es auch JahresbeitrĂ€ge.
© Apple

Vielleicht hat ja auch der Besitzer des iPhone mit 256 GB Speicherplatz Interesse an Apple Music? Schließlich bietet der Musikdienst ein erstklassiges Angebot und mittlerweile ist sogar der Bedienkomfort akzeptabel und billiger als der CD-Kauf. Trotzdem gehen wir davon aus, dass unser Besitzer eines 256 GB-iPhone seine Musik lieber selbst auswĂ€hlt – und sich mit Streaming-QualitĂ€t nicht zufrieden gibt – vielleicht, weil er es einfach nicht ertrĂ€gt, wenn beim Zugfahren das Gitarrensolo durch ein Funkloch unterbrochen wird oder einfach in einem Gebiet ohne solide LTE-Leistung lebt. Da macht Apple Music einfach wenig Spaß.

Telekom und Vodafone

FĂŒr den mobilen Zugriff auf Fotos und Daten benötigt man einen zuverlĂ€ssigen und schnellen Mobilfunkvertrag. Backups sind zwar ĂŒber WiFi möglich, ausgelagerte Dateien sollte man aber eben auch unterwegs zur VerfĂŒgung haben. Empfehlenswert ist dann auch ein Vertrag mit LTE, da hier sowohl EmpfangsqualitĂ€t als auch Latenz einfach besser als ĂŒber das alte 3G-Netz sind. Das ist aber teuer. So bieten aktuell in Deutschland nur Vodafone und T-Mobile LTE-UnterstĂŒtzung, auch die VertrĂ€ge unterscheiden sich preislich wenig. FĂŒr hĂ€ufige iCloud-Zugriffe wĂŒrden wir einen Vertrag mit 3 GB wĂ€hlen, bei der Telekom wĂ€re dies der Vertrag Magenta M mit 45 Euro pro Monat. Dank der neuen Option Stream On ist außerdem das Abspielen von Apple Music enthalten. Wir gehen nun davon aus, dass ein Nutzer mit sehr viel internem Speicher weniger Datenvolumen verbraucht – solide Leistung soll der Vertrag aber trotzdem bieten. Bei geringer iCloud-Nutzung genĂŒgt nach unserer Meinung der Vertrag Magenta S mit 1GB Volumen fĂŒr 35 Euro. Hier gibt es die Option Stream On leider nicht, diese steht erst ab den M-VertrĂ€gen zur VerfĂŒgung. Die Preise bei Vodafone sind etwas gĂŒnstiger, so bekommt man fĂŒr 32 Euro im Monat den Vertrag Red S. Rabatte und Sonderaktionen haben wir zur Vereinfachung bei der Rechnung weggelassen, ebenso rabattierte VertragsgerĂ€te. FĂŒr unseren iCloud-Fan gehen wir deshalb von einer 2-JahresgebĂŒhr von 1080 Euro aus. Unser iCloud-VerĂ€chter hat sich dagegen fĂŒr den Vertrag von Vodafone entschieden und zahlt 768 Euro. Zugegeben: Mit gĂŒnstigen Prepaid-Karten könnten man zwar viel Geld sparen. Lahme Downloads und miese Reaktionszeiten fĂŒhren dann aber das Cloud-Konzept ad Absurdem.

Unsere Gesamtrechnung:

iPhone 32 GB mit iCloud-PrÀferenz: 756 + 72 + 200 + 1080 = 2108 Euro

iPhone 256 GB ohne iCloud-Dienste: 979 + 768 = 1747 Euro

Unser Fazit:

Heute kann man dank moderner Cloud-Technlogie und leistungsfĂ€higer Netze viele Daten auslagern. Die Cloud-Dienste selbst kosten ebenfalls nicht die Welt. Das Kostenproblem bei einer Cloud-Strategie sind aber hierzulande vor allem die teuren MobilfunkvertrĂ€ge. Nutzt man sein iPhone fast nur im heimischen WLAN, sieht es natĂŒrlich anders aus.

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