2254336

Was macht Apple vor den Toren Hamburgs?

21.02.2017 | 14:41 Uhr |

Das Hamburger Abendblatt ist ein wenig verwundert, dass der Weltkonzern Apple einer der größten Steuerzahler einer kleinen Gemeinde im Landkreis Pinneberg ist. Über die Aktivitäten in Rellingen schweigt Apple, es gibt aber einen naheliegenden Schluss.

Der Artikel des Hamburger Abendblattes wäre an sich kaum der Rede wert, wenn er nicht einen Teil der Frage offen ließe: Was hat Apple in den Ort Rellingen geführt und was treibt der Weltkonzern dort noch heute?

Apple gehöre jedenfalls zu den größten Steuerzahlern der Gemeinde Rellingen im Landkreis Pinneberg, unmittelbar vor den Toren Hamburgs gelegen, hat die Zeitung aus dem Rellinger Rathaus bestätigt bekommen. Rund 70 Mitarbeiter seien in einem unscheinbaren Gebäude im Gewerbegebiet beschäftigt, auf Nachfrage des Reporters wollten sie aber nicht verraten, womit sie sich beschäftigen. Auch von Apples Pressesprecher bekam das Blatt keine Auskunft, Apple gebe generell keine Details zu seinen Standorten heraus.

So würde nur Raten weiter helfen. Dabei kommt das Hamburger Abendblatt mit seinem Blick in die Apple-Geschichte schon recht weit. Denn wie die Zeitung bemerkt, war Rellingen Standort der Firma Emagic, die Apple im Jahr 2002 übernommen hatte. Emagic, bemerkt der Artikel korrekt, war bekannt für Musiksoftware für Windows und Mac-OS.

Und hier bricht die Story leider ab, denn den Namen der Musiksoftware kennen wir noch heute sehr gut: Logic. Die Musikproduktionssoftware erschien nach der Übernahme durch Apple auch weiter unter ihrem alten Namen und wurde seither weiter entwickelt. Für die Einsteigervariante Garageband, das Apple erstmals auf der Macworld Expo 2004 zeigte, dürften ebenfalls ehemalige Emagic-Ingenieure verantwortlich gewesen sein. Das Logic Pro X von heute hat indes kaum mehr als den Namen von dem damaligen Logic gemeinsam, vor einigen Jahren setzte Apple die Software auf Basis von Garageband praktisch völlig neu auf. Auch wenn langjährige Logic-Anwender zunächst fluchten, hat das Vorteile: Garageband und Logic Pro X teilen sich Soundbibliotheken und Formate, der Umstieg von der Gratis-Software für Einsteiger und semiprofessionelle Musiker hin zum Profitool fällt nicht mehr schwer. Die Vermutung liegt recht nahe, dass Logic Pro X nicht nur in Cupertino weiter entwickelt wird, sondern auch in Rellingen bei Hamburg.

0 Kommentare zu diesem Artikel

Macwelt Marktplatz

2254336