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Was sich Apple von Googles neuer Hardware abschauen kann

15.10.2018 | 11:37 Uhr |

Google hat letzte Woche neue Hardware vorgestellt. Apple könnte sich von einigen Features inspirieren lassen. Ein Beitrag unserer Kollegen der Macworld.

Aus offensichtlichen Gründen konzentrieren wir uns auf dieser Website auf Apple, aber geben Sie uns einen Moment Zeit, um unsere Aufmerksamkeit auf ein anderes Technologieunternehmen zu lenken (ja, es gibt andere!), das in vielen gleichen Bereichen mit Apple konkurriert.

Vergangene Woche stellte Google eine Reihe neuer Geräte vor, von neuen Smartphones über ein Tablett bis hin zu einem Smart-Home-Speaker mit Bildschirm. Und während es immer Kunden geben wird, die die Produkte den einen Unternehmens denen des anderen vorziehen, ist Wettbewerb wichtig, der alle Unternehmen – auch Apple – vorantreibt.

Nur scheinbarer Widerspruch

Letzte Woche berichteten wir an dieser Stelle über die Einschätzung von Michael Simon, die neuen Google-Geräte seien keine echte Konkurrenz für Apple . Das gilt auch weiterhin, dass sich Cupertino in einigen Teilen von den Neuheiten inspirieren lassen könnte, ist kein Widerspruch. pm

Daraus folgend werfen wir einen Blick auf einige Funktionen, die Google für seine Produkte angekündigt hat, die viele Benutzer von Apple-Geräten mit offenen Armen auf Cupertinos eigenen Plattformen willkommen hießen.

Breitere Selfies

Apple hatte mit dem iPhone 7 Plus erstmals ein zweites Objektiv auf der Rückseite des iPhones verbaut, ein Trend, der sich mit dem iPhone X und XS fortsetzt ( nicht mit dem XR, Anm. d. Red. ). Dies ermöglicht es dem Unternehmen nicht nur, ein optisches Teleobjektiv für die Aufnahme von weit entfernten Objekten anzubieten, sondern auch komplexere computergestützte Fotografien unter Verwendung der von beiden Kameras erfassten Informationen.

Google sagt, dass seine Weitwinkel-Frontkamera 184 Prozent mehr Bildschirminhalte bietet als das, was Apple auf dem iPhone XS liefert.
Vergrößern Google sagt, dass seine Weitwinkel-Frontkamera 184 Prozent mehr Bildschirminhalte bietet als das, was Apple auf dem iPhone XS liefert.
© Google

Googles Pixel 3 hingegen verzichtet auf eine zweite nach hinten gerichtete Kamera. Aber dafür bringe es eine zweite Frontkamera für Weitwinkel. Das ist zugegebenermaßen eine ausgezeichnete Wahl. Die Marketingmaterialien von Google zeigen das Ihnen womöglich bekannte Problem auf: Wie oft haben Sie aus Versehen jemanden aus Ihrem Selfie ausgeschnitten oder den Hintergrund mit zu vielen Menschen gefüllt? Als jemand mit langen Armen werde ich oft als Gruppen-Selfie-Fotograf eingesetzt, und während ich mein Bestes gebe, um alle zu abzubilden, komme ich nur begrenzt weit, ohne mir einen Muskel zu zerren. (Und wenn Sie jetzt "Selfie Stick" sagen wollen, brauchen Sie gar nicht mehr weiter zu lesen.)

Offensichtlich hat Apple bereits intensiv am True-Depth-Kamerasystem  von iPhone XS und XS Max entwickelt und es könnte schwierig werden, ein weiteres Objektiv in die Notch zu packen. Aber das Ergebnis wäre wahrscheinlich für diejenigen von uns lohnenswert, die sich ständig mit einer Gruppe ablichten, was zugegebenermaßen die meisten von uns sind.

Zeigen, nicht erzählen

Intelligente Lautsprecher haben sich als lukrativer Markt erwiesen, aber wenn es darum geht, diesen Geräten einen Bildschirm hinzuzufügen, sind die Lösungen wenig zufriedenstellen.

Ich nutze einen Amazon Echo Show der ersten Generation, was mich noch nie besonders beeindruckt hat, obwohl ich das Potenzial sehe, ein Display an ein solches Gerät anzuschließen. Googles Home Hub scheint ebenfalls einige praktische Funktionen zu bieten, wie etwa die Anzeige von Suchergebnissen, die Anzeige von Timern und sogar die Wiedergabe von Videos.

Die Oberseite des HomePods ist ein Touchscreen-Display.
Vergrößern Die Oberseite des HomePods ist ein Touchscreen-Display.
© Dan Masaoka, IDG

Das rückt eines meiner unbeliebtesten Bauteile von Apples Homepod ins Licht: das "Display". Ich verstehe, dass die Firma wollte, dass der Lautsprecher attraktiv aussieht und man ihn daher überall in seinem Haus platzieren kann. Aber der Bildschirm an seiner Oberseite vereinigt das Schlimmste aus zwei Welten. Er bietet wenig nützliche Kontrolle oder Informationen für das Gerät, die sich auf die Anzeige anderer als zu kleiner Lautstärkeregler beim Abspielen von Audio oder einer wellenförmigen Masse von Farben beschränken, um anzuzeigen, dass Siri Sie gehört hat. Ich bevorzuge bereits physische Bedienelemente gegenüber Berührungen, aber wenn Sie einen Touchscreen haben, können Sie genauso gut seine vollen Möglichkeiten ausschöpfen.

Ich halte es für unwahrscheinlich, dass Apple in absehbarer Zeit einen Bildschirm in den Homepod einbauen wird; auch hier denke ich, dass es eine Frage der Ästhetik und des Designs ist. Aber da Cupertino für seine anderen Geräte so fantastische Bildschirme herstellt und den begrenzten Platz auf Produkten wie der Apple Watch so gut nutzt, ist es enttäuschend zu sehen, wie der Homepod in der Kälte stehen gelassen wird.

Auf der Suche nach dem richtigen Winkel

Seitdem ich ein iPad Pro und ein Smart Keyboard habe, benutze ich Apples Tablett viel mehr als früher. Es ist ein wunderbar leichtes und kompaktes Gerät zum Schreiben – tatsächlich schreibe ich die meisten meiner Macworld-Kolumnen darauf. Aber die Kombination hat ihre Grenzen, von denen die bedeutendste eine ergonomische ist: Es gibt nur einen einzigen Winkel, in dem Sie die Tastatur bedienen können.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Wenn Sie einen einzigen Winkel wählen mussten, um das iPad zu befestigen, ist die von Apple gewählte Option wahrscheinlich die beste Wahl. Aber die größere Frage ist, warum man sich für nur einen entscheidet? Ich war beeindruckt von der Tastatur, die Google für sein neues Pixel Slate Tablet präsentiert hat, das einen einstellbaren Anzeigewinkel hat und sich in ein Folio verwandeln lässt, obwohl man es weiterhin nicht so einfach auf dem Schoß nutzen kann.

iPad Pro mit Smart Keyboard
Vergrößern iPad Pro mit Smart Keyboard
© Apple

Es wäre toll zu sehen, wie Apple sich daran orientiert und dem Smart Keyboard des iPads mehr Anpassungsfähigkeit verleiht. Obwohl ich nicht unbedingt möchte, dass sich mein iPad in einen Laptop verwandelt, – ich bin immer noch ziemlich zufrieden mit meinem 11-Zoll Macbok Air – gefällt mir die Idee einer vielseitigeren Schreibmaschine. Die gute Nachricht ist, dass ein Gerücht besagt, dass das nächste iPad-Update eine neue Art von magnetischem Stecker beinhalten wird, der auf ein verbessertes Smart Keyboard hinweisen könnte.

Ich bin nicht im Begriff, irgendwann bald mein iPad für Pixel Slate aufzugeben, noch weniger würde ich mein iPhone XS gegen ein Pixel 3 tauschen. Aber hey, vielleicht wäre es nicht so schlimm, einen Google Home Hub in meine Wohnung zu stellen.

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